• 30.05.2020
      00:45 Uhr
      Deutschlands Krieger - Die Bundeswehr und ihre Minister Helmut Schmidt | phoenix
       

      Von den turbulenten Anfängen bis heute haben die deutschen Verteidigungsminister die Truppe entscheidend geprägt. Helmut Schmidt war der erste Sozialdemokrat an der Spitze. Er wollte das Amt erst nicht und übernahm es nur nach heftigem Drängen von Bundeskanzler Willy Brandt. Dann aber legte er los. Auffallend waren das unerschütterliche Selbstvertrauen und die ausgeprägte Führungsstärke des neuen Verteidigungsministers.

      Nacht von Freitag auf Samstag, 30.05.20
      00:45 - 01:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Von den turbulenten Anfängen bis heute haben die deutschen Verteidigungsminister die Truppe entscheidend geprägt. Helmut Schmidt war der erste Sozialdemokrat an der Spitze. Er wollte das Amt erst nicht und übernahm es nur nach heftigem Drängen von Bundeskanzler Willy Brandt. Dann aber legte er los. Auffallend waren das unerschütterliche Selbstvertrauen und die ausgeprägte Führungsstärke des neuen Verteidigungsministers.

       

      Von den turbulenten Anfängen bis heute haben die deutschen Verteidigungsminister die Truppe entscheidend geprägt. Helmut Schmidt war der erste Sozialdemokrat an der Spitze. Er wollte das Amt erst nicht und übernahm es nur nach heftigem Drängen von Bundeskanzler Willy Brandt. Dann aber legte er los. Auffallend waren das unerschütterliche Selbstvertrauen und die ausgeprägte Führungsstärke des neuen Verteidigungsministers.

      1971 rebellierten die Wehrpflichtigen – sie wollten sich nicht die Haare schneiden lassen! Und sie bekamen Rückendeckung durch entsprechende Gerichtsurteile. Die erzwungene Kurzhaarfrisur sei ein Verstoß gegen die Menschenwürde, so die Richter. Die Führung der noch jungen, deutschen Armee musste sich mitten im Kalten Krieg mit fettigen Haaren, Hygieneproblemen, und Verletzungsrisiken herumärgern. An der Spitze der Bundeswehr stand zu dieser Zeit ein Mann, der als Macher und Hardliner innerhalb seiner Partei galt: Helmut Schmidt. Er führte die Truppe in einer Zeit, die von der Ost-West-Konfrontation, dem Vietnamkrieg und der Friedensbewegung geprägt war. Helmut Schmidt selbst war im Dritten Reich Oberleutnant der Wehrmacht und im Ostfeldzug dabei. Im Gegensatz zu vielen seiner Genossen lehnt er das Militär nie ab.

      Als Schmidt im Oktober 1958 an einer Wehrübung der frisch gegründeten Bundeswehr teilnahm, gab es heftige Proteste in der SPD. Noch während der Übung wurde er von den Genossen aus dem Vorstand der Bundestagsfraktion ausgeschlossen. Die Begründung: Er sei ein Militarist. Die Sozialdemokraten verstanden sich damals als Partei des Widerstands gegen die Nazis. Und der junge Helmut Schmidt mit seinem offenen Bekenntnis zur Bundeswehr passte da nicht ins Bild.

      Das hinderte den Hamburger aber nicht daran, innerhalb kürzester Zeit zum verteidigungspolitischen Fachmann seiner Partei aufzusteigen und sich auch international den Ruf eines herausragenden Strategen zu erarbeiten. Für Helmut Schmidt war die Hardthöhe ein Karrieresprungbrett: Nach einer kurzen, aber bewegten Amtszeit wurde er Superminister für Wirtschaft und Finanzen – und kurz darauf dann Bundeskanzler. Die Bundeswehr und die militärischen Verflechtungen Deutschlands hatte er aber auch da fest im Blick.

      Der Film zeichnet ein Bild der Bundeswehr und ihres Verteidigungsminister in einer bewegten Zeit der Jahre 1969 bis 1972. Er zeigt die großen und kleinen Probleme, mit denen sich die Truppe und ihr Minister herumschlagen mussten. Und er gibt seltene Einblicke in historisches Material aus den Filmarchiven der Bundeswehr.

      Film von Björn Platz

      Wird geladen...
      Wird geladen...
      Nacht von Freitag auf Samstag, 30.05.20
      00:45 - 01:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 05.07.2020