• 30.04.2020
      12:30 Uhr
      Wie geht das? Eine Insel unter Quarantäne - Neuwerk | phoenix
       

      Neuwerk, Hamburgs Vorposten in der Elbmündung: Seit dem 18. März darf keiner mehr auf die kleinste aller dauerhaft besiedelten deutschen Nordseeinseln. Und es will auch keiner mehr von dort weg. Neuwerk ist geschlossen wie die anderen Inseln.

      Donnerstag, 30.04.20
      12:30 - 13:00 Uhr (30 Min.)
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      VPS 12:00
      Neu im Programm
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      Neuwerk, Hamburgs Vorposten in der Elbmündung: Seit dem 18. März darf keiner mehr auf die kleinste aller dauerhaft besiedelten deutschen Nordseeinseln. Und es will auch keiner mehr von dort weg. Neuwerk ist geschlossen wie die anderen Inseln.

       

      Dabei hat Neuwerk im Winter ohnehin zu. Normalerweise dürfen Gäste ab dem 1. April, spätestens an Ostern, die Insel besuchen. Dann fährt die Fähre wieder. Für gerade einmal sechs Monate, die Saison dauert nur bis Oktober. In der übrigen Zeit versorgen sich die rund 30 Insulaner*innen per Trecker und über den Wattweg nach Cuxhaven selbst.

      Die Betriebe waren also gerade startklar für den Frühling, nun sind sie ein winziger Teil im weltweiten Notstand. Kein Handwerker vom Festland repariert den Wasserschaden, keine Behördenvertreter kommen zur Deichschau. Die Neuwerker müssen wie vor 100 Jahren alles das selbst machen, was sie irgendwie hinkriegen. Die rund 60 Pferde müssen versorgt werden, ohne Tierarzt, auch im Notfall.

      Die drei Insulaner von der freiwilligen Feuerwehr müssen die älteren Menschen im Auge behalten, ihre Arzttermine fallen aus. Und Christian Griebel, der Inselobmann, in diesen Zeiten eine Art Erster Bürgermeister, muss vor allem darauf achten, dass keiner aus der Reihe tanzt, dass der Versorgungsweg nach Cuxhaven funktioniert, aber ohne "soziale Kontakte" auf dem Festland genutzt wird, und dass die Stimmung auf der Insel nicht kippt.

      Vielleicht stehen die Chancen dafür aber gar nicht so schlecht, denn Neuwerk bietet einen unbezahlbaren Vorteil in Zeiten der Coronakrise: Jeder dort darf das Haus verlassen und sich mit jedem treffen, wann, wo und wie er/sie will, mitten im Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer.

      Uli Patzwahl hat nach 14 Tagen Quarantäne die Insulaner mit der Kamera in ihrer Ausnahmesituation begleitet.

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