• 29.09.2019
      14:00 Uhr
      phoenix history Zum 90. Todestag von Gustav Stresemann | phoenix
       

      Darin enthalten die Dokumentationen:

      • Die Deutschen II - Gustav Stresemann und die Republik, Film von Stefan Brauburger und Friedrich Scherer Gustav
      • Zeugen des Jahrhunderts: Wolfgang Stresemann im Gespräch mit Walther Schmieding
      • 100 Jahre Weimarer Republik - Auf Zeitreise mit Guido Knopp, Film von Anette Kothe

      Sonntag, 29.09.19
      14:00 - 16:30 Uhr (150 Min.)
      150 Min.
      Stereo

      Darin enthalten die Dokumentationen:

      • Die Deutschen II - Gustav Stresemann und die Republik, Film von Stefan Brauburger und Friedrich Scherer Gustav
      • Zeugen des Jahrhunderts: Wolfgang Stresemann im Gespräch mit Walther Schmieding
      • 100 Jahre Weimarer Republik - Auf Zeitreise mit Guido Knopp, Film von Anette Kothe

       
      • Die Deutschen II - Gustav Stresemann und die Republik, Film von Stefan Brauburger und Friedrich Scherer Gustav

      Gustav Stresemann (1878 bis 1929) wurde Reichskanzler, als die junge Weimarer Republik einmal mehr ins Chaos stürzte: im Krisenjahr 1923. Deutschland litt noch immer an den Folgen des verlorenen Krieges und des Versailler Vertrags. Frankreich und Belgien besetzten das Ruhrgebiet, um milliardenschwere Reparationen zu erzwingen und die Kontrolle über die wichtige Industrieregion zu gewinnen.
      Die Inflation erreichte ihren Höhepunkt. Kommunistische Aufstände drohten von links, die radikale Rechte forderte eine nationale Diktatur. Kanzler werden in solcher Zeit, das sei "eigentlich politischer Selbstmord", schrieb Stresemann an seine Frau.

      "Vernunftrepublikaner" nannte man Köpfe wie ihn. 1918 hatte er den Sturz der Monarchie entschieden abgelehnt. Jetzt aber stellte er sich in den Dienst der Republik - nur sie konnte in seinen Augen die politischen und sozialen Zerwürfnisse im Deutschen Reich friedlich ausgleichen. In etwas mehr als 100 Tagen fällte Stresemann als Kanzler einer Großen Koalition wichtige Entscheidungen zur Rettung der Demokratie. Die Ruhrkrise wurde entschärft, die Inflation beendet, den Aufständen von links und rechts der Boden entzogen. Hitlers Putschversuch vom 9. November 1923 endete im Kugelhagel der Polizei.

      Als Außenminister für weitere sechs Jahre setzte Stresemann auf Verständigung mit Frankreich und ermöglichte Deutschland die Rückkehr in die Völkergemeinschaft. Er wusste, dass die Deutschen nur mit und nicht gegen Europa bestehen konnten. Doch sein Tod und der Schwarze Freitag, der 1929 die Weltwirtschaftskrise einläutete, markierten den Anfang vom Ende der Republik. Dass er so früh starb, sei "mehr als ein Verlust", es sei ein "Unglück", lautete ein Zitat jener Tage. Und so stellt sich noch heute die Frage, ob Stresemann den Untergang der Demokratie, die Machtübernahme Hitlers, hätte verhindern können, wenn er länger gelebt hätte.

      • Zeugen des Jahrhunderts: Wolfgang Stresemann im Gespräch mit Walther Schmieding

      Mit diesem Gespräch wurde 1979 die Sendereihe „Zeugen des Jahrhunderts" eröffnet. Der Dirigent Dr. jur. Wolfgang Stresemann (1904-1999) ist der Sohn des Reichskanzlers und Außenministers sowie Friedensnobelpreisträger Gustav Stresemann (1878-1929), über den er das umfangreiche Buch "Mein Vater, Gustav Stresemann" (1979) schrieb. Als Intendant der Berliner Philharmoniker war er 1959-78 der "Mann hinter Karajan". 1984 wurde er vom Senat als Retter in der Not im Streit zwischen Orchester und Chefdirigent Herbert von Karajan zum Interims-Intendanten bis 1986 berufen.

      • 100 Jahre Weimarer Republik - Auf Zeitreise mit Guido Knopp, Film von Anette Kothe

      Am 9. November 1918 ruft der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann die erste deutsche Republik aus. Der junge Staat befindet sich von Anbeginn in einer Dauerkrise: Straßenkämpfe, politische Morde, Hyperinflation und Massenarbeitslosigkeit bestimmen den Alltag. Hinzu kommen die Reparationszahlungen an die Siegermächte des Ersten Weltkrieges, die die wirtschaftliche Lage Deutschlands massiv beeinflussen. Und nicht zuletzt sind die ständigen Regierungswechsel denkbar schlechte Voraussetzungen für ein Gelingen des ersten demokratischen „Experiments“ auf deutschem Boden. Die Folge: Nur 14 Jahre nach ihrer Gründung endet die Weimarer Republik in der nationalsozialistischen Diktatur.

      Genau 100 Jahre nach dem Beginn der ersten deutschen Demokratie begibt sich der bekannte Fernsehhistoriker Prof. Guido Knopp auf Spurensuche an geschichtlich bedeutsame Orten in ganz Deutschland. In Gesprächen mit Fachleuten und Nachfahren von politischen Akteuren möchte er mehr über die erste deutsche Republik erfahren: Wie wird die Weimarer Republik heute in der Gesamtschau der deutschen Geschichte bewertet? Was erinnert heute noch an die Weimarer Republik? Was verbindet uns mit der ersten deutschen Demokratie? Und welche Aktualität hat die Geschichte der Weimarer Republik? Haben wir vielleicht wieder „Weimarer Verhältnisse“?

      Im Nationaltheater in Weimar schildert der Politologe Prof. Michael Dreyer (Universität Jena, Forschungsstelle Weimarer Republik) die schwierigen Anfänge des jungen Staates, die gewaltige Hypothek des Kaiserreiches und des Ersten Weltkrieges. Mit der Enkelin des ehemaligen Reichskanzlers und Friedensnobelpreisträgers Gustav Stresemann, Dr. Christine Stresemann, spricht Guido Knopp über den Einfluss der Weimarer Verfassung auf das Grundgesetz der Bundesrepublik. Die heutige Bundesrichterin nennt Parallelen, aber auch bedeutende Unterschiede in den beiden Verfassungen. Wie sich zum Beispiel die Rollen des jeweiligen Staatsoberhauptes in der Weimarer Republik und in der Bundesrepublik unterscheiden erläutert der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff ebenfalls im Interview mit Knopp.
      Während die phoenix-„Zeitreise“ in der Heidelberger Friedrich-Ebert-Gedenkstätte bei einem Besuch der Geburtswohnung die Herkunft des ersten deutschen Reichspräsidenten erfahrbar macht, ist das kulturelle Erbe Weimars im Filmstudio Babelsberg noch immer zu spüren. Am Drehort für die Fernsehserie „Babylon Berlin“ beschreibt Regisseur Henk Handloegten die Inspiration der Weimarer Zeit auf das filmische Großprojekt.

      Wie wichtig und wertvoll die Weimarer Republik für die deutsche Demokratiegeschichte ist, wird im Laufe der phoenix-Zeitreise verdeutlicht. Ihr Schicksal mahnt, wie fragil Demokratie und Freiheit sind - Fragen, Themen und Probleme, die auch heute von großer Aktualität sind.

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      Sonntag, 29.09.19
      14:00 - 16:30 Uhr (150 Min.)
      150 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 25.11.2020