• 22.07.2019
      23:00 Uhr
      Die Walentina-Tereschkowa-Story Triumph und Tränen | phoenix
       

      "Alles läuft perfekt!" Der erste Funkspruch von Walentina Tereschkowa aus der Erdumlaufbahn. Es ist der 16. Juni 1963. Das erste Mal, dass eine Frau in den Kosmos katapultiert wird. Nach Sputnik und Gagarin ein neuer Triumph, ein neuer Superlativ für die Sowjetmacht. Dass sich eine Frau, eine Repräsentantin des "schwachen Geschlechts" in die Phalanx der kosmischen "Supermänner" wagte, machte die Sache besonders spektakulär.
      Die 26-jährige Himmelsstürmerin steigt auf zu einem Pop-Star, zu einer nahezu perfekten Verkörperung der idealtypischen Sowjet-Frau: schön, kühn, entschlossen, charmant und mutig.

      Montag, 22.07.19
      23:00 - 23:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      "Alles läuft perfekt!" Der erste Funkspruch von Walentina Tereschkowa aus der Erdumlaufbahn. Es ist der 16. Juni 1963. Das erste Mal, dass eine Frau in den Kosmos katapultiert wird. Nach Sputnik und Gagarin ein neuer Triumph, ein neuer Superlativ für die Sowjetmacht. Dass sich eine Frau, eine Repräsentantin des "schwachen Geschlechts" in die Phalanx der kosmischen "Supermänner" wagte, machte die Sache besonders spektakulär.
      Die 26-jährige Himmelsstürmerin steigt auf zu einem Pop-Star, zu einer nahezu perfekten Verkörperung der idealtypischen Sowjet-Frau: schön, kühn, entschlossen, charmant und mutig.

       

      "Alles läuft perfekt!" Der erste Funkspruch von Walentina Tereschkowa aus der Erdumlaufbahn. Es ist der 16. Juni 1963. Das erste Mal, dass eine Frau in den Kosmos katapultiert wird. Nach Sputnik und Gagarin ein neuer Triumph, ein neuer Superlativ für die Sowjetmacht. Dass sich eine Frau, eine Repräsentantin des "schwachen Geschlechts" in die Phalanx der kosmischen "Supermänner" wagte, machte die Sache besonders spektakulär.

      Die 26-jährige Himmelsstürmerin steigt auf zu einem Pop-Star, zu einer nahezu perfekten Verkörperung der idealtypischen Sowjet-Frau: schön, kühn, entschlossen, charmant und mutig. Drei Tage Weltall, drei Tage, die nicht nur ihr Leben aus den Angeln heben. 48 Runden für den Ruhm. Die gelernte Textilarbeiterin aus der Oblast Jaroslawl mutiert zu einer scheinbar makellosen Ikone der Sowjetraumfahrt.

      Ein perfekter Flug, alles bestens, so die Tonlage der offiziellen Berichte und Fernsehbilder aus dem All. Präsentiert wird der faszinierten Weltöffentlichkeit eine fröhliche, zuversichtliche "Möwe", so der Code-Name der Kosmonautin, die in ihrem Raumschiff mit kosmischer Geschwindigkeit planmäßig um den Erdball saust, Lieder singt und neben dem Forschungsprogramm sogar noch ein Telefongespräch mit Kremlchef Nikita Chruschtschow absolviert.

      Tatsächlich aber lief nicht alles so perfekt. Die erste Frau im Kosmos litt erheblich unter der damals noch nicht erforschten Raumkrankheit. Sie konnte nichts essen und hatte mit Schwindel, Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen. Aufgaben wurden ignoriert. Sie schlief, wenn sie wachen sollte und sie wachte, wenn sie schlafen sollte. Sie funktionierte einfach nicht. Selbst während der riskanten Landephase brachte sie die Leute im Kontrollzentrum zur Verzweiflung. "Walja war nach dem Flug in einem sehr schlechten seelischen Zustand. Es gab sogar Tränen ..." erinnert sich Ersatz-Frau Walentina Ponomarjowa.

      Sergej Koroljow der Kopf der sowjetischen Raumfahrt war so erbost über das beispiellose Fehlverhalten Tereschkowas, dass er verkündete: "Nie mehr wird ein Weibsbild in den Kosmos fliegen, solange ich lebe". Er sollte Recht behalten. Tatsächlich blieb der Tereschkowa-Flug für lange Jahre der einzige weibliche Vorstoß in den Weltenraum. Das gesamte sowjetische Frauenteam wurde schließlich abgewickelt.
      All diese Probleme und Details gehörten über Jahrzehnte zu den gut gehüteten Staatshgeheimnissen der Sowjetunion, wie alles was mit Raketen und Raumfahrt zu tun hatte.

      Die Dokumentation blickt nun hinter die Kulissen der imposanten Inszenierungen und rekonstruiert die wahre Tereschkowa-Geschichte, den Triumph, aber auch die heimlichen Tränen.

      Film von Martin Hübner

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