• 19.07.2019
      15:00 Uhr
      Orte der Arbeit (2/3) Fortschritt und Niedergang | phoenix
       

      Arbeit in der DDR war mehr als nur ein Lebensgefühl. Es war die Luft, die in den Fabrikhallen dampfte und das Glück, eine neue Wohnung zu ergattern. Es war der Ort, wohin man morgens schlich und woher man meist viel zu spät zurückkehrte: Arbeit war die Welt, zu der man gehört, ohne je gefragt zu haben. Und die Arbeitswelt war das, was mit der Wende den größten Umbruch erlebte.
      In der DDR bestimmte meist ein großer Volkseigener Betrieb das Leben ganzer Regionen. Vor allem auf dem Land. Hier standen sogar ganze Familien in den Werkhallen und oft arbeitete ein Großteil der Bevölkerung in einer Branche. Manche von ihnen ihr Leben ...

      Freitag, 19.07.19
      15:00 - 15:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Arbeit in der DDR war mehr als nur ein Lebensgefühl. Es war die Luft, die in den Fabrikhallen dampfte und das Glück, eine neue Wohnung zu ergattern. Es war der Ort, wohin man morgens schlich und woher man meist viel zu spät zurückkehrte: Arbeit war die Welt, zu der man gehört, ohne je gefragt zu haben. Und die Arbeitswelt war das, was mit der Wende den größten Umbruch erlebte.
      In der DDR bestimmte meist ein großer Volkseigener Betrieb das Leben ganzer Regionen. Vor allem auf dem Land. Hier standen sogar ganze Familien in den Werkhallen und oft arbeitete ein Großteil der Bevölkerung in einer Branche. Manche von ihnen ihr Leben ...

       

      Arbeit in der DDR war mehr als nur ein Lebensgefühl. Es war die Luft, die in den Fabrikhallen dampfte und das Glück, eine neue Wohnung zu ergattern. Es war der Ort, wohin man morgens schlich und woher man meist viel zu spät zurückkehrte: Arbeit war die Welt, zu der man gehört, ohne je gefragt zu haben. Und die Arbeitswelt war das, was mit der Wende den größten Umbruch erlebte.

      In der DDR bestimmte meist ein großer volkseigener Betrieb das Leben ganzer Regionen. Vor allem auf dem Land. Hier standen sogar ganze Familien in den Werkhallen und oft arbeitete ein Großteil der Bevölkerung in einer Branche. Manche von ihnen ihr Leben lang.
      Dabei hatten Frauen auch eine besondere Stellung, denn vor allen in den ländlichen Regionen herrschte Fachkräftemangel. Ingenieure waren gefragt, und die Frauen drängten in die einstigen Männerdomänen - und das ist bis heute spürbar. Zwar haben nur selten die volkseigenen Betriebe auf dem Land überlebt, doch ihre Tradition lebt weiter.
      In einigen Teilen als Museum, in anderen als Industriebrache und in manchen Standorten wurde die Produktion wiederaufgenommen.

      In der dreiteiligen Reihe „Orte der Arbeit“ kehren Menschen zurück an Orte, die einst ihr Leben prägten. Eine von Ihnen ist Christine Lehnert. Eigentlich war sie gelernte Schaufensterdekorateurin, doch nach einem Ingenieurstudium kam sie zur Landmaschinen Produktion in Singwitz und kümmerte sich um die Kundenkontakte, feilschte mit Schweden und Franzosen. Auch Anna Marie Schmidtgerber wurde Ingenieurin und war für die Qualitätskontrolle im Pasewalker Kraftfuttermischwerk verantwortlich. Noch heute kann sie am Geruch von Getreide erkennen, welchen Zustand es hat.

      Heute erinnern meist nur Ruinen an die Zeiten von Planerfüllung und Gestattungsproduktionen. Doch manchmal gibt es noch Leben in den alten Hallen. Und das liegt auch an den Frauen, die damals aber auch heute an den Orten der Arbeit ihr Bestes geben.

      Film von André Berthold

      Wird geladen...
      Wird geladen...

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 18.09.2019