• 14.06.2019
      18:00 Uhr
      phoenix persönlich Michael Krons im Gespräch mit Prof. Cornelia Koppetsch | phoenix
       

      In der Sendung "phoenix persönlich" spricht Michael Krons mit der Soziologie-Professorin Cornelia Koppetsch über die Veränderungen unserer Gesellschaft und über die Frage, welche Folgen sie für die Parteienlandschaft haben. Der Ursprung für die aktuellen dramatischen gesellschaftlichen und politischen Veränderungen liegt Jahrzehnte zurück, sagt die Soziologin. Die latente Wut vieler Bürger und die Radikalisierung bei den Wahlen sind das Resultat lange zurückliegender Entwicklungen. Mit Folgen, die von den verantwortlichen Politikern noch nicht verstanden worden sind.

      Freitag, 14.06.19
      18:00 - 18:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      In der Sendung "phoenix persönlich" spricht Michael Krons mit der Soziologie-Professorin Cornelia Koppetsch über die Veränderungen unserer Gesellschaft und über die Frage, welche Folgen sie für die Parteienlandschaft haben. Der Ursprung für die aktuellen dramatischen gesellschaftlichen und politischen Veränderungen liegt Jahrzehnte zurück, sagt die Soziologin. Die latente Wut vieler Bürger und die Radikalisierung bei den Wahlen sind das Resultat lange zurückliegender Entwicklungen. Mit Folgen, die von den verantwortlichen Politikern noch nicht verstanden worden sind.

       

      Für die Soziologin Cornelia Koppetsch ist der Niedergang der Volksparteien, der sich bei den jüngsten Wahlen manifestiert hat, keine echte Überraschung: „Nicht durch Zufall haben wir einen Mitgliederschwund in den Verbänden, in den Gewerkschaften, in den Parteien, weil diese Institutionen von den Bürgern nicht mehr als so relevant erachtet werden, weil die Bürger auch spüren, dass die Musik woanders spielt. Dass es beispielsweise EU-Normen gibt oder dass das Klima sich eben nicht von einer Volkspartei regulieren lässt, dass der Kapitalismus eine globale Ungleichheit herbeigeführt hat, die sich durch die SPD auch gar nicht mehr eingrenzen lässt.“

      Die Krise der traditionellen Volksparteien und die Herausbildung neuer Milieus sieht Koppetsch als Folge eines grundlegenden gesellschaftlichen Wandels, der bereits vor Jahrzehnten begonnen habe. Inzwischen gebe es wieder eine „Klassengesellschaft“, die beispielsweise in den Städten mit ihren sozialen Brennpunkten auf der einen Seite und ihrer kosmopolitisch-akademischen Elite, den klassischen Grünen-Wählern, andererseits, deutlich sichtbar sei. In den Grünen und in der AfD sieht Cornelia Koppetsch „direkte Antipoden“.

      In der Sendung "phoenix persönlich" spricht Michael Krons mit der Soziologie-Professorin Cornelia Koppetsch über die Veränderungen unserer Gesellschaft und über die Frage, welche Folgen sie für die Parteienlandschaft hat.

      Cornelia Koppetsch, die sich für ihr aktuelles Buch „Die Gesellschaft des Zorns“ vor allem auch mit der AfD auseinandergesetzt hat, warnt davor, zu sagen, dass seien „einfach Nazis“ oder „autoritäre Persönlichkeiten“. Das greife zu kurz. „Eine Protestpartei wird dann relevant, wenn Menschen einerseits frustriert sind, enttäuscht worden sind, zurückgesetzt worden sind, gekränkt worden sind.“ Zu dieser Kränkung käme dann das Empfinden eines „Systemversagens“ hinzu und das Gefühl, dass „die kulturelle Ordnung, also das, was wir jetzt haben, die wirtschaftsliberal kosmopolitisch globale Kultur nicht mehr für alle gilt.“

      Seit dem Aufstieg der AfD würden wieder politische Debatten stattfinden, konstatiert Koppetsch. Die Politisierung würde jetzt auch die junge Generation betreffen. „Dieser kindliche Glaube, Angela Merkel wird es schon irgendwie richten und wir schlafen weiter vor uns hin“, der gelte nicht länger.

      In „phoenix persönlich“ stellt sich eine Persönlichkeit mit interessanter Vita aus Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft oder Politik den Fragen der Gastgeber Michael Krons, Inga Kühn und Alfred Schier, die die Sendung im Wechsel moderieren. Ganz auf die Person konzentriert, steht „phoenix persönlich“ für ein intensives Gespräch über Hintergründe, Lebensentwürfe und Erfahrungen.

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      Freitag, 14.06.19
      18:00 - 18:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

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