• 18.06.2019
      03:00 Uhr
      Unser Wald Zoff im deutschen Forst | phoenix
       

      Deutschland ist Spitzenreiter in der Forstwirtschaft. Die Bundesrepublik hat die größten Holzvorräte in ganz Europa, mehr noch als die Finnen oder Schweden. Doch um unseren Forst ist ein erbitterter Streit entbrannt, denn er soll Unglaubliches leisten: Sauberes Wasser und gute Luft generieren, nachhaltige Roh- und Brennstoffe liefern, CO2-Emissionen limitieren, Naturschutz und Erholung garantieren. Kann all das gleichzeitig funktionieren? Die Forstwirtschaft ist gespalten: Einige sind überzeugt, dass die Natur sich am besten selbst reguliert. Die meisten privaten Waldbesitzer und Förster sind dagegen Verfechter eines Kulturwaldes.

      Nacht von Montag auf Dienstag, 18.06.19
      03:00 - 03:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Deutschland ist Spitzenreiter in der Forstwirtschaft. Die Bundesrepublik hat die größten Holzvorräte in ganz Europa, mehr noch als die Finnen oder Schweden. Doch um unseren Forst ist ein erbitterter Streit entbrannt, denn er soll Unglaubliches leisten: Sauberes Wasser und gute Luft generieren, nachhaltige Roh- und Brennstoffe liefern, CO2-Emissionen limitieren, Naturschutz und Erholung garantieren. Kann all das gleichzeitig funktionieren? Die Forstwirtschaft ist gespalten: Einige sind überzeugt, dass die Natur sich am besten selbst reguliert. Die meisten privaten Waldbesitzer und Förster sind dagegen Verfechter eines Kulturwaldes.

       

      Er ist Sehnsuchtsort, Mythos und Identitätsstifter - der deutsche Wald. Gut ein Drittel der Bundesrepublik ist heute bewaldet - ungefähr die Hälfte davon in Staatshand, gehört also uns Bürgern. Deutschland ist Spitzenreiter in der Forstwirtschaft. Die Bundesrepublik hat die größten Holzvorräte in ganz Europa, mehr noch als die Finnen oder Schweden.

      Doch um unseren Forst ist ein erbitterter Streit entbrannt, denn er soll Unglaubliches leisten: Sauberes Wasser und gute Luft generieren, nachhaltige Roh- und Brennstoffe liefern, CO2-Emissionen limitieren, Naturschutz und Erholung garantieren. Kann all das gleichzeitig funktionieren?

      Die Forstwirtschaft ist gespalten: Einige sind überzeugt, dass die Natur sich am besten selbst reguliert. Die meisten privaten Waldbesitzer und Förster sind dagegen Verfechter eines Kulturwaldes, also eines kontinuierlich gepflegten Waldes. Sie bezeichnen die Naturwald-Verfechter als Ideologen. Wer kann es besser, die Natur oder der Förster?

      • Naturwald-Ansatz: Den Wald am besten in Ruhe lassen

      Einer dieser Naturwald-Verfechter stapft mit einigen Wissenschaftlern und seltsamen Gerätschaften durch den 5.000 Hektar großen Stadtwald Lübeck. Es ist Förster Knut Sturm, der sein Revier per Laserscanner vermessen lassen will. So will er handfeste Beweise liefern, dass der Wald seinen eigenen Berufsstand im Grunde genommen nicht nötig hat. "Wir müssen nicht alles managen, sondern sollten einfach der Natur vertrauen", glaubt der Mann mit der grauen Löwenmähne.

      Ginge es nach ihm, sollte die Hauptaufgabe des Försters sein, den Wald möglichst in Ruhe zu lassen und nur noch die wirklich alten, erwachsenen Baum-Senioren schonend zu ernten. Sein Motto: "Wir nutzen den Wald und er hat es nicht bemerkt."

      • Wirtschaftswald-Ansatz: Kein Grund, Wälder als Naturwald zu führen

      Wenn Hans-Casper Graf zu Rantzau seine Familien-Wälder besichtigt, empfindet er in erster Linie Ehrfurcht vor der Leistung seiner Vorväter: "Vor 210 Jahren war dieser Eichenwald nur ein platter Acker", erklärt der Graf stolz, dessen Familie hier schon seit über 800 Jahren wirtschaftet.

      Der Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Waldbesitzerverbandes versteht den ganzen Hype um die angeblichen Naturwälder nicht: "Der Wirtschaftswald ist sogar beim Artenschutz dem Naturwald überlegen. Es gibt keinen rationalen Grund, auch nur 0,1 Prozent der Wälder als Naturwald zu führen. Wald beruht auf einem Generationenvertrag und den sollten wir nicht leichtfertig kündigen, sonst werden unsere Nachkommen sich wundern, warum sie keine brauchbaren Rohstoffe haben."

      • Nachkriegsplantagen mit Fichten sind jetzt erntereif

      Momentan steht der norddeutsche Wald vor großen Veränderungen. Nach dem Krieg wurden bei uns viele Wälder abgeholzt, dienten als Reparationszahlung an die Siegermächte. Damit man möglichst schnell wieder Holz ernten konnte, wurden "schnell" wachsende Nadelholz-Plantagen angelegt. Meistens waren es Fichten. Nun sind diese Plantagen jetzt alle gleichzeitig erntereif.

      Film von Tim Boehme

      Thema: Wir und der Wald

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      Nacht von Montag auf Dienstag, 18.06.19
      03:00 - 03:45 Uhr (45 Min.)
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