• 15.06.2019
      10:00 Uhr
      mein ausland Die Seelensammler von Bangkok | phoenix
       

      Thailand ist ein gefährliches Pflaster - gerade im Straßenverkehr. In kaum einem anderen Land ist die Gefahr, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen, so groß. Vor allem in der Millionenmetropole Bangkok kracht es ständig. Rund neun Millionen Menschen leben hier. Und genauso viele Autos und Motorräder drängeln sich durch den Verkehr. Die einzige Hoffnung für die Opfer von Unfällen sind die Seelensammler. Freiwillige Helfer, die sich ohne Bezahlung die Nächte um die Ohren schlagen. Sie wollen schneller sein als der Tod und Leben retten.

      Samstag, 15.06.19
      10:00 - 10:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Thailand ist ein gefährliches Pflaster - gerade im Straßenverkehr. In kaum einem anderen Land ist die Gefahr, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen, so groß. Vor allem in der Millionenmetropole Bangkok kracht es ständig. Rund neun Millionen Menschen leben hier. Und genauso viele Autos und Motorräder drängeln sich durch den Verkehr. Die einzige Hoffnung für die Opfer von Unfällen sind die Seelensammler. Freiwillige Helfer, die sich ohne Bezahlung die Nächte um die Ohren schlagen. Sie wollen schneller sein als der Tod und Leben retten.

       

      Thailand ist ein gefährliches Pflaster - gerade im Straßenverkehr. In kaum einem anderen Land ist die Gefahr, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen, so groß. Vor allem in der Millionenmetropole Bangkok kracht es ständig. Rund neun Millionen Menschen leben hier. Und genauso viele Autos und Motorräder drängeln sich durch den Verkehr. Die einzige Hoffnung für die Opfer von Unfällen sind die Seelensammler. Freiwillige Helfer, die sich ohne Bezahlung die Nächte um die Ohren schlagen. Sie wollen schneller sein als der Tod und Leben retten. Denn ein staatlicher Rettungsdienst existiert nicht in Thailand, das übernehmen die Seelensammler. Wenn es dunkel wird in Bangkok, rücken sie aus. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit! Sie sind die ersten am Unfallort und versuchen zu retten, was zu retten ist: Das Leben der Überlebenden oder die Seelen der Toten. Denn Thailänder glauben, dass die ruhelosen Geister von Toten Unheil bringen. Die Seelen zu beruhigen, auch das ist die Mission der Seelensammler.

      Wenn Mee Onglaor vor dem Spiegel steht und ihre blaue Uniform überzieht, dann wird sie zu einem anderen Menschen. Die 19jährige ist dann nicht mehr eine schüchterne Studentin, sie ist dann eine Lebensretterin und “Seelensammlerin”. Ihr Glück sucht sie an Orten des Grauens, an Orten des Verbrechens. Während Ihre Freundinnen ausgehen und Spaß haben, wartet sie mit einer kleinen Gruppe von freiwilligen Helfern an einer Ausfahrtsstraße auf ihren Einsatz.

      Wenn es Nacht wird in der Millionenmetropole Bangkok, beginnt die Zeit der “Seelensammler”. Der Polizeifunk läuft ununterbrochen. Sie warten auf einen Verkehrsunfall, auf ein Gewaltverbrechen, auf eine Katastrophe. Wenn der Notruf kommt, jagen sie mit ihren Pickup-Trucks durch die Nacht und sind die ersten am Ort des Grauens. Dort versuchen sie zu retten, was zu retten ist: Das Leben der Überlebenden oder die Seelen der Toten.

      Mee Onglaor arbeitet für die “Poh Teck Tung Foundation”, eine der großen Hilfsorganisationen in Bangkok, die sich jeden Tag um die Toten und Verletzten in der Millionenmetropole kümmern. Die freiwilligen Helfer springen dort ein, wo der Staat versagt. Denn in Thailand existiert kein staatlicher Rettungsdienst, das übernehmen die Seelensammler. Ihre Autos haben sie selbst mit Funkgeräten, Blaulicht und Sirenen aufgerüstet. Sie sind keine ausgebildeten Rettungssanitäter, doch sie sind schnell und meist die einzige Hilfe, auf die Verletzte hoffen können.

      Mees erster Einsatz an diesem Abend: Ein Motorradunfall. Drei Schwerverletzte liegen am Boden, unter ihnen eine hochschwangere Frau. Alle drei haben keinen Helm getragen. Jetzt geht es um Minuten. Die Verletzten müssen so schnell wie möglich in die Notaufnahme. Mee ist erst seit wenigen Monaten eine “Seelensammlerin”. Doch sie weiß genau, was zu tun ist. Von Nervosität oder Ängstlichkeit ist nichts mehr zu spüren. Sie fixiert die Verletzten auf der Liege, organisiert den Abtransport und macht Fotos vom Unfallort für die Polizei, die noch immer nicht eingetroffen ist.

      De Bilder der Verletzten und Toten haben sich bei ihr eingebrannt. Doch abgeschreckt habe sie das nicht, sagt Mee. Sie könne nicht anders. Sie möchte helfen - den Überlebenden genauso wie den Toten. Denn Thailänder glauben, dass die ruhelosen Geister der Verkehrstoten Unheil bringen. Die Seelen der Toten zu beruhigen, auch das ist die Mission der Seelensammler.

      Dabei geht es den Freiwilligen auch um das eigene Glück! Mee sagt, der Job habe sie zu einem besseren Menschen gemacht. Sie ist überzeugt, dass sich durch das Aufsammeln der Leichen ihr Karma verbessert - jetzt und in ihrem nächsten Leben. Doch das sei nicht ihre wichtigste Motivation, beteuert die Studentin. Die schönste Anerkennung, das sei ein einfaches “Danke schön” der Angehörigen.

      Film von Norbert Lübbers

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      Samstag, 15.06.19
      10:00 - 10:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

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