• 08.11.2015
      12:00 Uhr
      Presseclub Deutsche Bank, VW und kein Ende - Müssen wir uns von Konzernen alles gefallen lassen? | phoenix
       

      Gäste:

      • Rainer Hank, Leiter der Wirtschaftsredaktion, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
      • Rudolf Hickel, Publizist
      • Cordula Tutt, Autorin in der Parlamentsredaktion, Wirtschaftswoche
      • Ursula Weidenfeld, Freie Journalistin und Publizistin

      Moderation: Jörg Schönenborn

      Sonntag, 08.11.15
      12:00 - 13:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

      Gäste:

      • Rainer Hank, Leiter der Wirtschaftsredaktion, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
      • Rudolf Hickel, Publizist
      • Cordula Tutt, Autorin in der Parlamentsredaktion, Wirtschaftswoche
      • Ursula Weidenfeld, Freie Journalistin und Publizistin

      Moderation: Jörg Schönenborn

       

      Betrug am Kunden, Betrug an den Behörden, Betrug an der Umwelt: Der Skandal um falsche Messwerte bei Volkswagen hat in dieser Woche eine neue Dimension erfahren: Nicht nur wurden Dieselmotoren mit einer Software ausgestattet, die bei Abgastest falsche Stickoxid-Werte vorgaukelte. Auch bei den CO2-Emissionen hat der Wolfsburger Konzern falsche Werte angegeben und die Verbrauchswerte seiner Autos geschönt. Die Quittung: Erneute massive Kursverluste an der Börse, das Ansehen der neuen Führungsriege um Vorstandschef Matthias Müller ist stark beschädigt.

      Und nicht nur der Ruf von Volkswagen nimmt Schaden: Inzwischen leidet die gesamte deutsche Automobilindustrie unter dem Generalverdacht, dass Normen und Werte unterlaufen werden, dass Absatz und Umsatz vor dem Vertrauen der Verbraucher stehen. Jetzt könnte auch das Gütesiegel Made in Germany in Gefahr geraten, das einmal so etwas wie ein Ehrenkodex der deutschen Wirtschaft war, und nicht nur das Versprechen von Wertarbeit beinhalte, sondern auch eine moralische Richtschnur war: Gute Produkte aus ehrlicher Arbeit.

      Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel sieht keinen dauerhaften Schaden für die deutsche Wirtschaft durch den VW-Skandal. Doch Gabriel ist als ehemaliger niedersächsischer Ministerpräsident und damit VW-Aufsichtsrat Teil des Systems Volkswagen. Immer deutlicher wird: Die Politik versagt bei der Aufsicht über die großen Konzerne, die sich nur zu gerne außerhalb von Recht und Gesetz verstehen. Das zeigt sich bei Volkswagen, bei der Deutschen Bank, das hat sich beim Siemens-Korruptionsskandal gezeigt. Fällt die Deutschland AG von ihrem hohen Ross?

      • Im Anschluss: Presseclub nachgefragt

      • Rainer Hank, Leiter der Wirtschaftsredaktion, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

      Rainer Hank leitet seit 2001 die Wirtschaftsredaktion der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". 1988 trat er in die Wirtschaftsredaktion der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". 1997 war er Visiting Scholar am MIT und am Center for European Studies in Harvard. Von Ende 1999 bis August 2001 leitete er die Wirtschaftsredaktion des Berliner "Tagesspiegels". Er schrieb mehrere Bücher, darunter "Der amerikanische Virus. Wie verhindern wir den nächsten Crash?" (2009), "Die Pleite-Republik. Wie der Schuldenstaat uns entmündigt und wie wir uns befreien können" (2012) und (zusammen mit Werner Plumpe): "Wie wir reich wurden. Eine kleine Geschichte unseres Wohlstandes", (2 Bd., 2013).

      • Rudolf Hickel, Publizist

      Professor Rudolf Hickel ist der Gründungsdirektor und heute Forschungsleiter für Finanzpolitik des Instituts für Arbeit und Wirtschaft (IAW) der Universität Bremen. Von 1962 bis 1967 studierte er Wirtschaftswissenschaft an der Universität Tübingen. Ab 1971 war er Professor für Politische Ökonomie, später für Finanzwissenschaft an der Universität Bremen. Er ist seit 1975 Mitglied der "Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik" und gehört darüber hinaus dem wissenschaftlichen Beirat von "Attac" an. Er ist als Sachverständiger des Finanzausschusses im Deutschen Bundestag tätig. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören unter anderem die Politische Ökonomie der Kapitalismusentwicklung, Makroökonomie, Geld- und Finanzpolitik, Finanzmärkte. Er ist Autor mehrerer Bücher, darunter "Zerschlagt die Banken. Zivilisiert die Finanzmärkte" (2012).

      • Cordula Tutt, Autorin in der Parlamentsredaktion, Wirtschaftswoche

      Nach Abschluss des Studiums und der Kompaktklasse an der Deutschen Journalistenschule in München begann sie als Reporterin bei Reuters. Sie gehörte zum Gründungsteam der "Financial Times Deutschland" und war Redakteurin bei der "Financial Times" in London. Danach schrieb sie als Hauptstadtkorrespondentin des Magazins "Focus".

      • Ursula Weidenfeld, Freie Journalistin und Publizistin

      Ursula Weidenfeld besuchte nach dem Studium (Wirtschaftsgeschichte, Germanistik, Volkswirtschaft) und der Promotion die Georg-von-Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten. Anschließend war sie unter anderem von 1992 bis 1998 Berliner Korrespondentin, später stellvertretende Ressortleiterin Wirtschaft und Politik bei der "Wirtschaftswoche". 1998 wechselte sie zum "Tagesspiegel", dann zur "Financial Times Deutschland", wo sie das Team Deutschland leitete. Ab 2001 war sie Ressortleiterin Wirtschaft, seit 2002 leitende Redakteurin Wirtschaft sowie ab 2004 Stellvertretende Chefredakteurin beim Berliner "Tagesspiegel". Zuletzt war sie Chefredakteurin des Unternehmermagazins "Impulse". Gemeinsam mit Margaret Heckel hat sie die Webseite www.das-tut-man-nicht.de gegründet.

      • Jörg Schönenborn, Fernsehdirektor des Westdeutschen Rundfunks

      Nach seinem Volontariat arbeitete Jörg Schönenborn als Hörfunk- und Fernsehredakteur beim WDR sowie als Inlandskorrespondent für Tagesschau und Tagesthemen. Von 1997 bis 2002 leitete er die WDR-Fernsehredaktionsgruppe Zeitgeschehen aktuell. Von 2002 bis 2014 war er WDR-Chefredakteur Fernsehen und Leiter des Programmbereichs Politik und Zeitgeschehen. Jörg Schönenborn moderiert regelmäßig Wahlsendungen im Ersten und den Presseclub , seit Januar 2008 im Wechsel mit Volker Herres und Sonia Seymour Mikich.

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      Sonntag, 08.11.15
      12:00 - 13:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

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