• 25.09.2015
      20:15 Uhr
      Aufbruch zur Einheit (1/3) Frühjahr 1990 | phoenix
       

      In der dreiteiligen Dokumentation "1990 - Aufbruch zur Einheit" blickt der MDR weniger auf die weltpolitischen Ereignisse in Berlin und Leipzig als vielmehr auf die Geschehnisse in der Region Mitteldeutschland. Im Mittelpunkt der Serie stehen die kleinen und großen Geschichten sowie die Menschen in den mitteldeutschen Dörfern und Städten. Während Mitte Januar 1990 Bilder von der Belagerung und Erstürmung der Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit um die Welt gehen, geht es in der DDR-Provinz deutlich ruhiger zu. Doch auch hier ändern sich die Verhältnisse spürbar.

      Freitag, 25.09.15
      20:15 - 21:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      In der dreiteiligen Dokumentation "1990 - Aufbruch zur Einheit" blickt der MDR weniger auf die weltpolitischen Ereignisse in Berlin und Leipzig als vielmehr auf die Geschehnisse in der Region Mitteldeutschland. Im Mittelpunkt der Serie stehen die kleinen und großen Geschichten sowie die Menschen in den mitteldeutschen Dörfern und Städten. Während Mitte Januar 1990 Bilder von der Belagerung und Erstürmung der Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit um die Welt gehen, geht es in der DDR-Provinz deutlich ruhiger zu. Doch auch hier ändern sich die Verhältnisse spürbar.

       

      In der dreiteiligen Dokumentation "1990 - Aufbruch zur Einheit" blickt der MDR weniger auf die weltpolitischen Ereignisse in Berlin und Leipzig als vielmehr auf die Geschehnisse in der Region Mitteldeutschland. Im Mittelpunkt der Serie stehen die kleinen und großen Geschichten sowie die Menschen in den mitteldeutschen Dörfern und Städten.

      Während Mitte Januar 1990 Bilder von der Belagerung und Erstürmung der Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit um die Welt gehen, geht es in der DDR-Provinz deutlich ruhiger zu. Doch auch hier ändern sich die Verhältnisse spürbar, die Menschen lechzen nach Dingen, die sie jahrzehntelang entbehren mussten. Ganz wichtig: ungefilterte Informationen in unabhängigen Zeitungen.

      • Erste alternative Zeitung

      Aufgrund mangelnder Alternativen gründen viele Menschen ihr eigenes Organ. So auch in der sächsischen Kleinstadt Werdau, wo aktive Mitglieder des Runden Tisches die erste alternative Zeitung, das "Werdau-Crimmitschauer Wochenblatt", ins Leben rufen. Mit Erfolg wird nicht nur über Missstände aufgeklärt, die Gründer des neuen Blattes können auch dazu beitragen, dass sich das schwierige Verhältnis zwischen der örtlichen Polizei und den Einwohnern normalisiert. Schnell kommt dabei zu Tage, dass eine Reformation der staatlichen Presse noch nicht stattgefunden hat.
      "Diese Aufbruchstimmung hatte sich mit der Maueröffnung noch nicht erledigt. Das waren wunderbare Monate der Anarchie, als so vieles in der DDR möglich, was man mit einem Mal aus eigener Kraft tun konnte." Georg Meusel, Elektriker und Mitbegründer des "Werdau-Crimmitschauer Wochenblatt"

      • Nackte Haut und das große Geld

      Nicht nur auf politischer Ebene nähern sich Ost und West im Laufe des Frühjahrs 1990 an, auch finanziell wollen beide Seiten voneinander profitieren. Geschäftsmänner aus dem Westen tummeln sich zwischen Thüringer Wald und Elbe. Harry S. Morgan ist einer von ihnen, doch der Düsseldorfer ist weniger an brach liegenden Produktionsstätten, sondern vielmehr an nackter Haut interessiert: Er wittert das große Geld mit Sex-Aufnahmen von DDR-Bürgern. Dem bisherigen Tabuthema Porno nähert er sich zwar mit Fingerspitzengefühl, überraschende Feststellungen bleiben jedoch nicht aus.

      • Kleine Verkaufsrevolution

      Gleichzeitig entdecken auch viele DDR-Bürger ihren Unternehmersinn, den Kaufrausch ihrer Mitbürger wollen sie sich zunutze machen. Während im sächsischen Weida das Ehepaar Egler seine Ware im ersten ostdeutschen Quelle-Verkaufsshop unter die Menschen zu bringen versucht, wollen die Schützes in Zschopau den Appetit ihrer Nachbarn auf exotische Obst- und Gemüsesorten stillen.

      • Das Aus für ein subventioniertes Statussymbol

      Um weitaus größere Transaktionen geht es dagegen im thüringischen Eisenach. Die Heimat des Wartburgs, eines der DDR-Statussymbole, lockt zahlreiche Vertreter der westdeutschen Automobilindustrie an. Immerhin wartet ein neuer, riesiger Absatzmarkt. Allerdings: Die Anlagen sind veraltet, die Ost-Standards können nicht mithalten und die Produktion ist abhängig von Subventionen. Ein neue Perspektive für 9.000 Mitarbeiter muss her. Wer wird der neue Partner - VW oder Opel? Bei den Verhandlungen gilt es jedoch nicht nur, den besten Preis zu erzielen, auch bestehende Hürden müssen überwunden werden. Ähnliche Szenen spielen sich im benachbarten Waltershausen ab, wo es um die Zukunft des beliebten Allzweckfahr- zeugs "Multicar" geht. Auch dort prallen unterschiedliche Mentalitäten aufeinander.
      Im März 1990 beherrscht dann die Politik die Schlagzeilen: Die ersten freien und geheimen Wahlen zur letzten Volkskammer der Republik stehen an. Eine der zahlreichen neuen Kandidaten, die sich den DDR-Wählern präsentieren, ist Stefanie Rehm aus dem Erzgebirge, die eigentlich nie vorhatte, in die Politik zu gehen. Nachdem sie ihren eigenen Fluchtversuch über Ungarn im Sommer 1989 kurzerhand abgebrochen hatte, wird sie politisch aktiv, nimmt an den Montagsdemonstrationen in Leipzig teil und organisiert den Protest in der Heimat. Mit viel Enthusiasmus aber ohne jedes Vorwissen sitzt sie später als CDU-Abgeordnete in der Volkskammer und bekleidet schließlich ein von ihr nie für möglich gehaltenes Amt.

      Film von Christian H. Schulz

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      Freitag, 25.09.15
      20:15 - 21:00 Uhr (45 Min.)
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