• 25.09.2015
      06:30 Uhr
      Troja ist überall - Der Siegeszug der Archäologie (3/3) Das Versteck der Pharaonen | phoenix
       

      In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gilt eine Expedition nach Ägypten nur dann als erfolgreich, wenn die Forscher möglichst viele wertvolle Schätze mit nach Hause bringen. Der französische Ausgräber Auguste Mariette hat in Sakkara, südlich von Kairo, 1851 den Zugang zu einem Grab entdeckt. Hier vermutet er reiche Funde. Der Franzose ist nicht nur Schatzsucher, sondern auch einer der ersten Ägyptologen.Ein Jahr hat Mariette gesucht, um den Grabeingang aufzuspüren. Endlich ist der Moment gekommen, an dem seine Bemühungen belohnt werden. Mariettes Methoden sind rustikal aber effizient.

      Freitag, 25.09.15
      06:30 - 07:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gilt eine Expedition nach Ägypten nur dann als erfolgreich, wenn die Forscher möglichst viele wertvolle Schätze mit nach Hause bringen. Der französische Ausgräber Auguste Mariette hat in Sakkara, südlich von Kairo, 1851 den Zugang zu einem Grab entdeckt. Hier vermutet er reiche Funde. Der Franzose ist nicht nur Schatzsucher, sondern auch einer der ersten Ägyptologen.Ein Jahr hat Mariette gesucht, um den Grabeingang aufzuspüren. Endlich ist der Moment gekommen, an dem seine Bemühungen belohnt werden. Mariettes Methoden sind rustikal aber effizient.

       

      In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gilt eine Expedition nach Ägypten nur dann als erfolgreich, wenn die Forscher möglichst viele wertvolle Schätze mit nach Hause bringen. Der französische Ausgräber Auguste Mariette hat in Sakkara, südlich von Kairo, 1851 den Zugang zu einem Grab entdeckt. Hier vermutet er reiche Funde. Der Franzose ist nicht nur Schatzsucher, sondern auch einer der ersten Ägyptologen.Ein Jahr hat Mariette gesucht, um den Grabeingang aufzuspüren. Endlich ist der Moment gekommen, an dem seine Bemühungen belohnt werden. Mariettes Methoden sind rustikal aber effizient. Mögliche Zerstörungen durch Sprengungen nimmt er in Kauf. Das alte Ägypten hielt so viele Fundstücke bereit, dass es auf den ein oder anderen Verlust nicht ankam.

      In Sakkara ist Mariette dieses Mal aber nicht auf der Suche nach einem Königsgrab. Er fahndet nach dem heiligen Apis Stier. Der Apis wurde schon seit der 1. Dynastie um 3.000 v.Chr. als Fruchtbarkeitsgott verehrt. Der Stierkult hielt mehr als drei Jahrtausende an. Selbst die Könige des Neuen Reichs führten noch regelmäßig den Beinamen "Starker Stier". Für die alten Ägypter war der Apis der irdische Repräsentant des Schöpfers der Welt.

      Der Legende nach wurden die Stiere mit ähnlich viel Schätzen wie die Pharaonen begraben, in riesigen Särgen, in der Nekropole von Sakkara, nahe dem einstigen Regierungssitz Memphis. Wissenschaftler vermuten, dass 70 Prozent der Grabanlagen von Sakkara noch immer unter dem Sand begraben liegen, denn es war die Nekropole vieler Dynastien. Grund genug, für Mariette, sich in den frei gelegten Eingang des Stierfriedhofs zu wagen. Generationen von Grabräubern vermuteten hier reiche Beigaben. Doch alle Schatzgräber hatten bisher vergeblich nach den unterirdischen Stollen gesucht, die zu den Stiersärgen führen sollten.

      Mariette und seine Helfer dachten, sie seien die Ersten, die die Katakomben seit Jahrtausenden betreten. Sie stießen auf einen Sarg, doch offenbar war jemand vor ihnen da. Es gab jedoch keinen Hinweis auf Plünderungen, wie sie Mariette in Gräbern der Pharaonen schon oft gesehen hat. Wurden die Stiere und die Schätze vor langer Zeit aus Angst vor Grabräubern an einer anderen Stelle begraben?

      An den Wänden waren Schrifttafeln angebracht. Wenn es eine Erklärung für die Umbettung der Apis Stiere gibt, dann musste sie in die Tafeln eingraviert sein. Mariette hat sich intensiv mit den Hieroglyphen beschäftigt. Aber die seltsamen Zeichen konnte er nicht entziffern. Noch heute ist der unterirdische Stier-Friedhof, das so genannte Serapeum, ein mysteriöser Ort. Bis heute ist ungeklärt, ob in Sakkara wirklich Stiere bestattet worden sind.

      Ein Film von Andreas Sawall

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      06:30 - 07:15 Uhr (45 Min.)
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