• 25.09.2015
      05:45 Uhr
      Troja ist überall - Der Siegeszug der Archäologie (2/3) Auferstehung am Vesuv | phoenix
       

      Die Katastrophe dauerte rund 20 Stunden, danach hatte der Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 v.Chr. die Städte Herculaneum und Pompeij unter einer 20 Meter hohen Asche- und Lavaschicht begraben. Es war eine der großen Tragödien der Menschheit - und ein Glücksfall für die Archäologie. Der Film spannt den Bogen von den ersten Spatenstichen Anfang des 18. Jahrhunderts über die Arbeit von Johann Joachim Winckelmann bis zur modernen Altertumsforschung.

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 25.09.15
      05:45 - 06:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Die Katastrophe dauerte rund 20 Stunden, danach hatte der Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 v.Chr. die Städte Herculaneum und Pompeij unter einer 20 Meter hohen Asche- und Lavaschicht begraben. Es war eine der großen Tragödien der Menschheit - und ein Glücksfall für die Archäologie. Der Film spannt den Bogen von den ersten Spatenstichen Anfang des 18. Jahrhunderts über die Arbeit von Johann Joachim Winckelmann bis zur modernen Altertumsforschung.

       

      Die Katastrophe dauerte rund 20 Stunden, danach hatte der Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 v.Chr. die Städte Herculaneum und Pompeij unter einer 20 Meter hohen Asche- und Lavaschicht begraben. Es war eine der großen Tragödien der Menschheit - und ein Glücksfall für die Archäologie. Der Film spannt den Bogen von den ersten Spatenstichen Anfang des 18. Jahrhunderts über die Arbeit von Johann Joachim Winckelmann bis zur modernen Altertumsforschung.

      Vor rund 300 Jahren sind die verschütteten Städte am Vesuv entdeckt worden, zwei der wichtigsten Schatzkammern aus der Antike, die noch immer erforscht werden, inzwischen mit modernsten Methoden. Die letzten Opfer des Ausbruchs befinden sich noch genau so, wie sie gestorben sind, in den Bootshäusern am antiken Strand von Herculaneum. Schwangere Frauen lehnen an der Mauer, kleine Kinder liegen auf dem Boden. Sie haben geschlafen, als der so genannte "pyroklastische Strom", eine 500 Grad heiße Glutwolke aus Asche und vulkanischen Gasen, gegen Mitternacht über sie hereinbrach und alles Leben in Sekundenschnelle vernichtete. Ein Teil der Skelette wird an der Universität Chieti untersucht. Die Wissenschaftler um Professor Luigi Capasso geben den namenlosen Heculanern nach 2.000 Jahren so einen Teil ihrer Identität zurück. Die Analyse der Knochen gibt nicht nur Aufschluss über das Geschlecht, die Größe und das Alter der Toten. Abnutzungen weisen auf körperliche Schwerstarbeit hin. Viele Opfer litten zu Lebzeiten an Karies, Arthrose und Kopfläusen.

      Doch Herculaneum ist nicht nur ein "biologisches menschliches Archiv" (Professor Capasso): Durch die pyroklastische Wolke ist auch organisches Material aus der Antike erhalten geblieben, das sonst verrottet wäre: Holz, Stoffe, aber auch Lebensmittel wie Brot, Eier, Obst und Gemüse sind verkohlt und durch den luftdichten Abschluss konserviert worden. Für die Forscher sind dadurch Rückschlüsse auf die Ernährungsgewohnheiten und Lebensumstände möglich.

      Dass die modernen Wissenschaftler in den antiken Trümmern das Alltagsleben im Römischen Reich studieren können, verdanken sie der Arbeit eines deutschen Altertumsforschers und Kunstexperten: Johann Joachim Winckelmann. 52 Jahre nach der Entdeckung Herculaneums und 14 Jahre nach der Entdeckung Pompeijs erfuhr Europa zum ersten Mal öffentlich Details von den geborgenen Schätzen. Sie lösten in Europa eine Antikenbegeisterung aus, die eine ganze Epoche prägte. Am Vesuv setzte ein regelrechter Archäologie-Tourismus ein. Johann Joachim Winckelmann gilt seitdem als Gründervater der Archäologie.

      Ein Film von Jens Nicolai

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      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 25.09.15
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