• 25.01.2015
      02:00 Uhr
      Historische Ereignisse "Lager Auschwitz" Vor 70 Jahren Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz (27.01.1945) | phoenix
       

      Das 1940 errichtete Konzentrationslager (KZ) Auschwitz war das Zentrum der systematischen NS-Vernichtungspolitik. Zwischen 1942 und 1944 wurden in Auschwitz schätzungsweise mehr als eine Million Menschen durch Arbeit, Hunger, Menschenversuche oder das Giftgas Zyklon B umgebracht. Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee unter Generaloberst Pawel Alexejewitsch Kurotschki das KZ. Darin die Dokumentationen:

      • Über Leben in Auschwitz - Vier Berichte aus Birkenau
      • Auschwitz vor Gericht
      • 7 Tage ... Auschwitz
      • Mut zum Leben - Die Botschaft der Überlebenden von Auschwitz

      Nacht von Samstag auf Sonntag, 25.01.15
      02:00 - 04:45 Uhr (165 Min.)
      165 Min.
      Stereo

      Das 1940 errichtete Konzentrationslager (KZ) Auschwitz war das Zentrum der systematischen NS-Vernichtungspolitik. Zwischen 1942 und 1944 wurden in Auschwitz schätzungsweise mehr als eine Million Menschen durch Arbeit, Hunger, Menschenversuche oder das Giftgas Zyklon B umgebracht. Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee unter Generaloberst Pawel Alexejewitsch Kurotschki das KZ. Darin die Dokumentationen:

      • Über Leben in Auschwitz - Vier Berichte aus Birkenau
      • Auschwitz vor Gericht
      • 7 Tage ... Auschwitz
      • Mut zum Leben - Die Botschaft der Überlebenden von Auschwitz

       

      Das 1940 errichtete Konzentrationslager (KZ) Auschwitz war das Zentrum der systematischen NS-Vernichtungspolitik. Zwischen 1942 und 1944 wurden in Auschwitz schätzungsweise mehr als eine Million Menschen durch Arbeit, Hunger, Menschenversuche oder das Giftgas Zyklon B umgebracht. Sie waren mit Deportationszügen aus Europa nach Auschwitz gebracht worden: darunter Juden, Sinti, Roma, Polen und Kriegsgefangene.

      Die Westalliierten waren seit Ende 1942 über Funktion und Zweck des KZ informiert. Auch als im Frühjahr 1944 umfassende Informationen über Auschwitz vorlagen, erfolgten weder Luftangriffe noch andere Versuche, das Lager zu befreien. Selbst der Vatikan hielt sich bedeckt, angeblich um "größere Übel zu verhindern".

      Auf Befehl Heinrich Himmlers wurden ab Oktober 1944 Krematorien und Gaskammern im Lager Auschwitz zerstört. Noch am 17. Januar, ein Tag vor Evakuierung des Lagers, kamen Häftlinge im Lager Auschwitz an. Es folgten die sogenannten Todesmärsche Richtung Westen, bei denen etwa 58.000 Gefangene aus dem Lager getrieben wurden. Die meisten davon starben.

      Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee unter Generaloberst Pawel Alexejewitsch Kurotschki das KZ. Sie fanden etwa 7.600 Überlebende vor. Daneben entdeckten sie 843.000 Herrenanzüge, 837.000 Damenmäntel und 7,7 Tonnen Menschenhaar. Ein Hinweis darauf, wie viele Menschen dort ihr Leben ließen.

      Darin die Dokumentationen:

      • Über Leben in Auschwitz - Vier Berichte aus Birkenau

      Film von Rolf Bergmann

      Auschwitz ist zu einer Chiffre geworden für millionenfachen Mord. Menschenmord nicht nur im "industriellen" Maßstab, sondern auch mit industriellen Mitteln - in Todesfabriken der Nationalsozialisten. Auschwitz ist eine solche Todesfabrik, ein Vernichtungslager. Was hier geschah, ist nicht greifbar und nicht begreifbar. Elie Wiesel, Auschwitz- Überlebender und späterer Friedensnobelpreisträger, hat ein Problem, das hieraus folgt, so formuliert: "Wie kann man eine Geschichte erzählen, die man nicht erzählen kann, die man aber erzählen muss?" Die Ratlosigkeit bleibt bei denen, die sich dem Thema annähern.

      Die Dokumentation basiert auf Berichten von sechs Überlebenden. Sie erzählen vom Leben und Sterben in Auschwitz-Birkenau, von der Entmenschlichung durch die KZ- Wärter und die Zustände, von Lebenswillen und Todesangst, von Kälte, Hunger und eigener Verrohung - vom Auschwitz-Alltag. Die Erzählungen werden ergänzt durch Reflexionen über das Leben in Konzentrations- und Vernichtungslagern - in Auschwitz und anderswo; Reflexionen von Menschen, die ihre Lagererfahrung schriftstellerisch "verarbeitet" haben - von Paul Celan bis Imre Kertesz.

      • Auschwitz vor Gericht

      Film von Rolf Bickel und Dietrich Wagner

      Vor 50 Jahren, am 20. Dezember 1963, begann in Frankfurt das bedeutendste und größte Gerichtsverfahren der deutschen Rechtsgeschichte. 700 Seiten umfasste die in über fünf Jahren erarbeitete Anklageschrift. Sie richtete sich gegen 23 Angehörige der Waffen-SS, die alle zum Personal des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz gehört hatten und sich wegen Mordes "in einer unbestimmten Vielzahl von Fällen" verantworten mussten. An 183 Verhandlungstagen wurden 360 Zeugen gehört, darunter 211 Überlebende von Auschwitz, die nach Frankfurt gereist waren, um unter Eid Zeugnis abzulegen.

      Die Dokumentation folgt äußerlich dem historischen Ablauf des Großen Frankfurter Auschwitzprozesses und konzentriert sich dabei auf die Hauptakteure: Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der das Verfahren ins Rollen brachte, die Staatsanwälte Kügler und Wiese, die die Angeklagten aufspürten sowie auf die SS-Männer Mulka, Boger, Capesius und Klehr, deren Taten Schlagzeilen in der Weltpresse machten. Unweigerlich aber muss der Zuschauer den Blick immer wieder nach Auschwitz richten. Denn wie im Prozess sind es die Aussagen der Überlebenden, die auch diese Dokumentation zu einem unabweisbaren und eindrucksvollen Zeugnis für die Verbrechen der Nationalsozialisten machen: Hermann Langbein, Rudolf Vrba, Mauritius Berner, Jenny Schaner und Yehuda Bacon gingen vor die Kamera. Yehuda Bacon war noch ein Kind, als er Holz in die Verbrennungsöfen schleppen, menschliche Asche auf vereiste Wege streuen und zusehen musste, wie die Körper der Ermordeten aus den Gaskammern gezerrt wurden.

      Darüber hinaus greifen die Autoren des Hessischen Rundfunks zurück auf die von ihnen 1992 aufgespürten und über 430 Stunden umfassenden Tonband-Mitschnitte des Prozesses. Diese waren, einmalig in der deutschen Justizgeschichte, wegen des großen Zeugenaufgebots eigens vom Bundesgerichtshof genehmigt worden. Allerdings nur unter der Bedingung, dass sie nach der Urteilsverkündung wieder gelöscht werden. Sie blieben jedoch auf Anweisung des hessischen Justizministers erhalten und sind heute zum unverzichtbaren historischen Forschungsmaterial geworden.

      Nach Jahren des öffentlichen Verschweigens konfrontierte dieser Prozess die Deutschen und die Welt zum erstenmal mit allen Einzelheiten des Völkermords an den europäischen Juden. Als das Urteil gesprochen wurde, sagte der Vorsitzende Richter Hans Hofmeyer in seinem Schlusswort am 20. August 1965: "20 Monate lang haben wir im Geiste nochmals alle Leiden und all die Qualen erlebt, die die Menschen dort erlitten haben und die mit Auschwitz immer verbunden bleiben." Hermann Langbein, Gefangener in Auschwitz und Zeuge vor Gericht, erklärte, der Prozess habe wesentlich dazu beigetragen, "der Öffentlichkeit unanfechtbare Tatsachen über einen Abschnitt der deutschen Geschichte zu vermitteln, der bis dahin für allzu viele im Dunkeln lag."

      Dass die Mörder von Auschwitz erst 18 Jahre nach der Befreiung des Lagers angeklagt werden konnten, zeigt, wie schwierig es war, überhaupt über Auschwitz Gericht zu halten. Dass es schließlich doch dazu kam, ist vor allem dem damaligen Hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer zu verdanken, der im Nachkriegsdeutschland einer der wenigen entschlossen handelnden Verfolger der NS-Verbrechen war.

      Doch muss die Dokumentation schließlich konstatieren, dass 50 Jahre nach Eröffnung des historischen Prozesses unzählige Verbrechen von Auschwitz noch immer ungesühnt sind, dass Tausende Mitglieder von KZ-Wachmannschaften ungestraft davonkamen. Demnächst aber wird es wohl weitere Prozesse geben: Die Vorermittlungen gegen 30 ehemalige Auschwitz-Wächter sind abgeschlossen. Der älteste Beschuldigte ist 97 Jahre alt. Er konnte ein langes Leben genießen.

      • 7 Tage ... Auschwitz

      Film von Christian von Brockhausen und Timo Großpietsch

      Früh fährt Andrzej nach Auschwitz-Birkenau hinaus, gedankenverloren vorbei an ehemaligen Baracken, Schlaglöchern und sommerlichen Wiesen. Er hat einen der eindringlichsten Jobs der Welt: Er ist Restaurator in der Gedenkstätte Auschwitz. Gerade repariert er einen ehemaligen Deportationswaggon. Hämmern und Bohren an einem Stück aus unbegreiflicher Geschichte. Gegen das Vergessen.

      Sieben Tage lang sind die Autoren Christian von Brockhausen und Timo Großpietsch in Auschwitz. Sie arbeiten mit den Restauratoren, erleben Auschwitz so aus einzigartiger Perspektive. "Über die Hände in den Kopf und dann ins Herz", das ist der Rat von Andrzej an die beiden. Wie halten es die Helfer hier aus? Wie halten es die Autoren aus, permanent mit dem Gefühl Schuld konfrontiert zu werden? Ein Gefühl, das anhaftet, einen als deutschen Besucher nicht mehr loslässt, auch wenn man Jahrzehnte nach Kriegsende geboren ist.

      Die Dokumentation "7 Tage ... Auschwitz" erzählt in eindrücklichen Bildern vom Alltag in Auschwitz im Hier und Jetzt. Zugleich liefert er überraschende Einblicke, wie schwer es für die späteren Generationen immer noch ist, das Trauma Auschwitz zu verarbeiten.

      • Mut zum Leben - Die Botschaft der Überlebenden von Auschwitz

      Film von Thomas Gonschior und Christa Spannbauer

      In Auschwitz fand einer der zentralsten Angriffe auf die Menschlichkeit in der Geschichte der Zivilisation statt. Wie gelang es den Überlebenden, diesen Angriff zu überstehen? Was gab ihnen die Kraft zum Weiterleben? Gemeinsam mit Esther Bejarano, Éva Fahidi und Yehuda Bacon, drei Auschwitz-Überlebenden, macht sich Filmautor Thomas Gonschior für die Dokumentation "Mut zum Leben" auf eine Spurensuche: Wie gelang es ihnen unter unmenschlichsten Bedingungen ihre Menschlichkeit zu bewahren? Welche Widerstandskräfte und inneren Ressourcen konnten sie der drohenden Vernichtung entgegenstellen? Wie schafften sie es, selbst im Todeslager ihren Lebensmut und ihr Mitgefühl für andere zu bewahren? Aus welchen Quellen speisen sich ihre Fähigkeit zur Versöhnung und ihr ungebrochener Glaube an das Gute im Menschen?

      Der Film macht das beeindruckende Potenzial von Menschen sichtbar, die sich dem Schrecken der Vergangenheit stellten, ihn mutig durchschritten haben und bis ins hohe Alter dafür eintreten, dass nie wieder ein Mensch das erleben muss, was ihnen widerfahren ist.

      In ihren Vorträgen, Lesungen und Konzerten, mit ihrer Kunst und Musik bringen Esther Bejarano, Éva Fahidi und Yehuda Bacon ihre ungebrochene Gestaltungskraft und ihren Willen zur Versöhnung zum Ausdruck. Die Überlebenden zeigen, dass es neben dem unermesslichen Leiden des Holocaust auch noch etwas anderes gibt: den Triumph der Menschlichkeit über die Unmenschlichkeit, der sich in einer großen Liebeserklärung an das Leben kundtut.

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      Nacht von Samstag auf Sonntag, 25.01.15
      02:00 - 04:45 Uhr (165 Min.)
      165 Min.
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