• 26.01.2015
      01:15 Uhr
      Fremd im eigenen Land - Sinti in Deutschland Vor 70 Jahren: Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz | phoenix
       

      "Wir Sinti wollen nicht länger fremd im eigenen Land sein", sagt Ricardo Laubinger. Seine Heimat ist Hildesheim, wo die Sinti 1407 erstmals urkundlich erwähnt wurden. Die Laubingers sind seit vielen Generationen in dieser Gegend ansässig, "Harz- und Heide-Zigeuner", wie sie sich früher nannten. Im Sommer gingen sie auf Reisen, um als Händler und Handwerker ihren Lebensunterhalt zu verdienen, auch der 1959 geborene Ricardo ging noch hausieren. Seit der Wende 1989, mit dem Zustrom der Roma aus Südosteuropa, sind sie neuen rassistischen Angriffen ausgesetzt.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 26.01.15
      01:15 - 02:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      "Wir Sinti wollen nicht länger fremd im eigenen Land sein", sagt Ricardo Laubinger. Seine Heimat ist Hildesheim, wo die Sinti 1407 erstmals urkundlich erwähnt wurden. Die Laubingers sind seit vielen Generationen in dieser Gegend ansässig, "Harz- und Heide-Zigeuner", wie sie sich früher nannten. Im Sommer gingen sie auf Reisen, um als Händler und Handwerker ihren Lebensunterhalt zu verdienen, auch der 1959 geborene Ricardo ging noch hausieren. Seit der Wende 1989, mit dem Zustrom der Roma aus Südosteuropa, sind sie neuen rassistischen Angriffen ausgesetzt.

       

      "Wir Sinti wollen nicht länger fremd im eigenen Land sein", sagt Ricardo Laubinger. Seine Heimat ist Hildesheim, wo die Sinti 1407 erstmals urkundlich erwähnt wurden. Die Laubingers sind seit vielen Generationen in dieser Gegend ansässig, "Harz- und Heide-Zigeuner", wie sie sich früher nannten. Im Sommer gingen sie auf Reisen, um als Händler und Handwerker ihren Lebensunterhalt zu verdienen, auch der 1959 geborene Ricardo ging noch hausieren. Seit der Wende 1989, mit dem Zustrom der Roma aus Südosteuropa, sind sie neuen rassistischen Angriffen ausgesetzt. "Sinti und Roma" heißt es allüberall. "Wir sind Sinti!", sagt Ricardo Laubinger, "Deutsche! Wir leben seit 600 Jahren hier und möchten, dass die Mehrheitsgesellschaft dies versteht."

      Er und seine Frau Orchidea und drei weitere deutsche Sinti - die Berlinerin Petra Rosenberg, der Pfälzer Schmitto Kling und der Düsseldorfer Rigoletto Mettbach - erzählen ihre Geschichte: von einer armen und doch glücklichen Kindheit, vom Aufwachsen in der Sprache und Kultur der Sinti und der Diskriminierung in der Schule. Vom Trauma ihrer Eltern, das ihr eigenes Leben bis heute überschattet. Das WDR-Team begleitet Petra Rosenberg auf ihrer ersten Reise nach Auschwitz, auf den Spuren ihres Vaters Otto, der als einziger von elf Geschwistern überlebte.

      1945 gingen die Überlebenden meist in ihre Heimat zurück. "Wohin sonst?" Sie lebten abseits der anderen Deutschen - im Wald, am Ortsrand nahe der Müllkippe, am Bahndamm. Man schlug sich durch: mit Hausieren, Körbe flechten, Möbel restaurieren, Musizieren. Immer wieder wurden sie verjagt, drangsaliert von der Polizei.

      Mit dem Wirtschaftswunder kam das Ende ihrer alten Lebensweise, ihre Berufe und Talente wurden nicht mehr gebraucht. Bis auf die Musik, der Geiger Schmitto Kling und der Gitarrist Rigoletto Mettbach erlebten gute Jahre. Gypsy Swing gehörte, wie die Beatles, zum Sound einer neuen freieren Zeit. Marianne Rosenberg stieg zum Schlagerstar der 70er Jahre auf - dass sie eine Sintizza ist, wusste niemand. Währenddessen verelendete ein Großteil der etwa 50.000 Sinti. Der Staat schickte Sozialarbeiter, baute Siedlungen, die Düsseldorfer Mettbachs zogen 1983 aus dem Wohnwagen in ein festes Haus um. Eine Bürgerrechtsbewegung entstand, ihre Themen: Entschädigung der NS-Opfer, Kampf gegen den Antiziganismus, gesellschaftliche Teilhabe. Und die Frage "Wer sind wir? Was bleibt von unserer Tradition?" Ein berührender Film über ein unbekanntes Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte.

      Film von Ulla Lachauer

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      Nacht von Sonntag auf Montag, 26.01.15
      01:15 - 02:00 Uhr (45 Min.)
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      Stereo

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