• 25.01.2015
      20:30 Uhr
      Ein blinder Held Die Liebe des Otto Weidt | phoenix
       

      An das Wirken des Berliner Bürstenfabrikanten Otto Weidt, der 1941 zahlreiche jüdische Angestellte beschäftigte, beschützte und später versteckte, erinnert heute nur noch das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt in Berlin-Mitte sowie die israelische Ehrung als Gerechter unter den Völkern . Vom bewegten Leben des Otto Weidt erzählt die 91jährige Inge Deutschkron, einzige noch lebende ehemalige Angestellte des Otto Weidt, im Interview mit Sandra Maischberger. Eindrucksvolle Spielszenen und zeithistorische Originalaufnahmen ergänzen den Film.

      Sonntag, 25.01.15
      20:30 - 22:00 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

      An das Wirken des Berliner Bürstenfabrikanten Otto Weidt, der 1941 zahlreiche jüdische Angestellte beschäftigte, beschützte und später versteckte, erinnert heute nur noch das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt in Berlin-Mitte sowie die israelische Ehrung als Gerechter unter den Völkern . Vom bewegten Leben des Otto Weidt erzählt die 91jährige Inge Deutschkron, einzige noch lebende ehemalige Angestellte des Otto Weidt, im Interview mit Sandra Maischberger. Eindrucksvolle Spielszenen und zeithistorische Originalaufnahmen ergänzen den Film.

       

      Stab und Besetzung

      Otto Weidt Edgar Selge
      Alice Licht Henriette Confurius
      Inge Deutschkron Julia Goldberg
      Else Weidt Heike Hanold-Lynch
      Rosa Katz Katrin Pollitt
      Chaim Horn Fabian Busch
      Werner Basch Rainer Frank
      Franz-Wilhelm Heintze Uwe Bohm
      Zimmerwirtin Isabelle Barth
      Elektriker Axel Gottschick
      Interview mit Inge Deutschkron Sandra Maischberger
      Regie Kai Christiansen
      Drehbuch Heike Brückner von Grumbkow, Jochen von Grumbkow
      Kamera Jan Kerhart

      Berlin 1941. Die Werkstatt des Bürstenherstellers Otto Weidt gilt bei Berliner Juden, die in kriegswichtigen" Betrieben Zwangsarbeit leisten, als gute Adresse. Weidts irritierend enge Kontakte zur Gestapo und regelmäßige Bestechungen bieten ihm den Spielraum, seine Angestellten zumindest in den Räumen der Werkstatt vor den alltäglichen Herabwürdigungen zu schützen. Papa Weidt" wird er von allen genannt. Zu den wenigen Nicht-Blinden in der Werkstatt zählt Alice Licht, eine hübsche junge Frau aus gutbürgerlichem Haus. Mit Witz, Charme und Organisationstalent wird sie bald zu Ottos rechter Hand. Doch die beiden verbindet mehr als die Arbeitsbeziehung.

      Otto ist verheiratet, kein Jude, Ende fünfzig und fast blind; Alice, Jüdin, glatte vierzig Jahre jünger und voller Pläne für ein eigenes Leben. Beide sind vom selben Schlag. Schnell begreift Alice Ottos kompliziertes System aus legalen Geschäften, Schiebereien und Gefälligkeiten und erweist sich als kaum weniger einfallsreich als er selbst. Sie bewundert ihn. Für Otto ist Alice die Verheißung auf ein Leben, das er gern geführt hätte. Aber die Schlinge um den Werkstattbetrieb zieht sich zu. Trotz regelmäßiger Besuche" der Gestapo scheint zunächst alles gut zu gehen. Doch dann werden fast sämtliche jüdischen Mitarbeiter auf einen Schlag abgeholt. Dieses eine Mal schafft es Otto Weidt noch, seine Blinden aus dem nahen Sammellager der Gestapo wieder herauszuholen. Während Alice und die anderen noch ganz darauf vertrauen, dass Papa Weidt sie auch weiter beschützen wird, ahnt dieser schon, dass die schlimmste Zeit noch bevorsteht. In aller Heimlichkeit beginnt er mit der Vorbereitung von Verstecken, bei Freunden und Bekannten, aber auch in den Räumen der Werkstatt. Als die massenhaften Deportationen beginnen, sind fast alle untergetaucht. Aber die Existenz im Versteck ist auf die Dauer kaum zu ertragen. In einem einzigen Moment der Vertrauensseligkeit werden alle Verstecke an einen Greifer" verraten. Immerhin schafft es Weidt durch seine Gestapo-Kontakte, dass zumindest Alice und ihre Eltern nach Theresienstadt kommen, wo er sie wenigstens durch Lebensmittelsendungen unterstützen kann. Aber nach einigen Monaten trifft eine Postkarte von Alice ein, abgestempelt in einem Ort in Oberschlesien nicht weit von Auschwitz. Darin gibt sie verklausuliert über ihre Verlegung nach Birkenau Bescheid.

      Otto Weidt zögert nicht lange: Als Handelsvertreter seiner eigenen Bürsten und Besen macht er sich auf den Weg, um Alice zu retten. In Auschwitz angekommen, bringt er in Erfahrung, dass Alice - ohne ihre Eltern - bereits weiter in ein Lager bei Christianstadt in der Niederlausitz gebracht worden ist, Teil einer riesigen Munitionsfabrik. Otto reist ihr nach, mietet ein Zimmer, versteckt dort Kleidung, Geld und eine Nachricht, die über einen Kontaktmann zu Alice gelangt. Erst im Januar 1945, im Laufe der chaotischen Auflösung des Lagers, gelingt Alice die Flucht. Über Christianstadt schafft sie den Weg zurück nach Berlin. Während der letzten Wochen des verlorenen Krieges und in den ersten Monaten danach beherbergen Otto und seine Frau Else sie. Dann ist alles vorbei. Otto hofft immer noch auf eine gemeinsame Zukunft. Aber Alice kann und will nicht bleiben. Deutschland ist nach dem Verlust ihrer Eltern und den grauenvollen Erlebnissen nicht mehr ihre Heimat. Sie erhält schließlich die Einreisegenehmigung in die USA und verlässt Berlin. Otto bleibt zurück, allein. Zwei Jahre später stirbt er. An sein Wirken erinnert heute nur noch das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt" in Berlin-Mitte und die israelische Ehrung als "Gerechter unter den Völkern".

      Die Geschichte (mit Edgar Selge und Henriette Confurius in den Hauptrollen) wird auf bewegende Weise von der 91-jährigen Inge Deutschkron erzählt, der einzigen noch lebenden ehemaligen Angestellten des Otto Weidt. Das preisgekrönte Dokumentarspiel ist seit kurzem Bestandteil des Yad Vashem Visual Center, der führenden internationalen Filmbibliothek zum Thema Holocaust.

      Ein Film von Kai Christiansen, Heike Brückner von Grumbkow und Jochen von Grumbkow

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      Sonntag, 25.01.15
      20:30 - 22:00 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

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