• 24.01.2015
      00:30 Uhr
      Newo Ziro Ein Film von Robert Krieg und Monika Nolte | phoenix
       

      Sascha Reinhardt, Gründer und Leiter des Sinti- und Roma-Musikfestivals "Djangos Erben" in Koblenz, sagt: "Es lohnt sich für unsere Jugendlichen nicht, sich in der Schule anzustrengen - sie werden sowieso keinen Job bekommen. Auch wenn sie gut sind, bleiben sie ausgegrenzt. Dann sollen sie doch lieber unsere traditionellen Lebensweisen fortsetzen." Anders sieht das sein Onkel Bawo Reinhardt, der als Kleinkind Auschwitz nur knapp überlebt hat: Er ist auch noch mit 70 Jahren bereit, etwas dazu zu lernen. Er will etwas für die Bildung "seiner Leute" tun, um sie aus der Spirale der Armut und Marginalisierung zu befreien.

      Samstag, 24.01.15
      00:30 - 01:55 Uhr (85 Min.)
      85 Min.
      Stereo

      Sascha Reinhardt, Gründer und Leiter des Sinti- und Roma-Musikfestivals "Djangos Erben" in Koblenz, sagt: "Es lohnt sich für unsere Jugendlichen nicht, sich in der Schule anzustrengen - sie werden sowieso keinen Job bekommen. Auch wenn sie gut sind, bleiben sie ausgegrenzt. Dann sollen sie doch lieber unsere traditionellen Lebensweisen fortsetzen." Anders sieht das sein Onkel Bawo Reinhardt, der als Kleinkind Auschwitz nur knapp überlebt hat: Er ist auch noch mit 70 Jahren bereit, etwas dazu zu lernen. Er will etwas für die Bildung "seiner Leute" tun, um sie aus der Spirale der Armut und Marginalisierung zu befreien.

       

      Sascha Reinhardt, Gründer und Leiter des Sinti- und Roma-Musikfestivals "Djangos Erben" in Koblenz, sagt: "Es lohnt sich für unsere Jugendlichen nicht, sich in der Schule anzustrengen - sie werden sowieso keinen Job bekommen. Auch wenn sie gut sind, bleiben sie ausgegrenzt. Dann sollen sie doch lieber unsere traditionellen Lebensweisen fortsetzen." Anders sieht das sein Onkel Bawo Reinhardt, der als Kleinkind Auschwitz nur knapp überlebt hat: Er ist auch noch mit 70 Jahren bereit, etwas dazu zu lernen. Er will etwas für die Bildung "seiner Leute" tun, um sie aus der Spirale der Armut und Marginalisierung zu befreien.

      Seine Enkelin Sibel ist Klassenbeste, nächstes Jahr wird sie Abitur machen. Sie hat zwei schwarze Gürtel in Kung Fu. Sie ist eine Kämpfernatur, sie will sich nicht nur auf die schützende Gemeinschaft ihrer Großfamilie verlassen. Sie kann keine "Mitläuferin" sein, sondern muss "alles geben".

      Ihr Vorbild ist ihr Onkel Lulo Reinhardt, der älteste Sohn von Bawo Reinhardt. Er hat viele Jahre lang alle möglichen Jobs gemacht, um seinen Traum zu verwirklichen: Heute ist er ein international anerkannter Gitarrist. Anders als seine musikalisch hochbegabten Vettern spielt er nicht mehr nur den Swing von Django Reinhardt, sondern entwickelt aus diesen Wurzeln mit Musikern der ganzen Welt seinen eigenen unverwechselbaren Stil.

      Musik ist unsere Sprache - das Festival in Koblenz ist identitätsstiftendes Treffen, selbstbewusste Außendarstellung und Heiratsbörse in einem. Am Rheinufer schreiben und komponieren Sibel und Lulo eine Ballade, bevor Lulo zu einer Tournee durch England und Schottland aufbricht.

      Vier Lebensläufe aus drei Generationen stehen exemplarisch für das Dilemma, in dem sich deutsche Sinti befinden: wie können sie ihre kulturelle Identität bewahren, ohne sich gleichzeitig vor der Mehrheitsgesellschaft abzuschirmen? Schaffen sie ihre eigene Identität ab, oder ist das die einzige Chance, dass sie anerkannter Teil der Mehrheitsgesellschaft wird? Der Film gewährt tiefe Einblicke in eine Kultur, die landläufig diskriminiert und verachtet wird.

      Bawo Reinhardt starb nach den Dreharbeiten Anfang Februar 2013 in Koblenz.

      Film von Robert Krieg und Monika Nolte

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      Samstag, 24.01.15
      00:30 - 01:55 Uhr (85 Min.)
      85 Min.
      Stereo

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