• 24.03.2019
      23:15 Uhr
      Im Namen Gottes! Frauen gegen Missbrauch in der Kirche | phoenix
       

      Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hat hohe Wellen geschlagen. Um ihn aufzuarbeiten wurde eine Studie in Auftrag gegeben, das eine oder andere kirchenrechtliche Verfahren eingeleitet, und mit dem Trierer Bischof Ackermann ein Missbrauchsbeauftragter installiert. Sogar Papst Franziskus hat inzwischen reagiert und höchste kirchliche Würdenträger zu einer Konferenz nach Rom geladen. Doch reicht das?

      Sonntag, 24.03.19
      23:15 - 00:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hat hohe Wellen geschlagen. Um ihn aufzuarbeiten wurde eine Studie in Auftrag gegeben, das eine oder andere kirchenrechtliche Verfahren eingeleitet, und mit dem Trierer Bischof Ackermann ein Missbrauchsbeauftragter installiert. Sogar Papst Franziskus hat inzwischen reagiert und höchste kirchliche Würdenträger zu einer Konferenz nach Rom geladen. Doch reicht das?

       

      Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hat hohe Wellen geschlagen. Um ihn aufzuarbeiten wurde eine Studie in Auftrag gegeben, das eine oder andere kirchenrechtliche Verfahren eingeleitet, und mit dem Trierer Bischof Ackermann ein Missbrauchsbeauftragter installiert. Sogar Papst Franziskus hat inzwischen reagiert und höchste kirchliche Würdenträger zu einer Konferenz nach Rom geladen. Doch reicht das?

      Nein! Sagen zwei engagierte Frauen, die für mehr Aufklärung kämpfen. Jutta Lehnert, Pastoralreferentin in Koblenz, findet, die Kirche nehme das Evangelium nicht ernst. Es ginge nur um Machterhalt, nicht wirklich um Aufklärung und Zuwendung, lautet ihr Vorwurf. Ehrenamtlich besucht sie von Missbrauch Betroffene, weil sonst ja niemand mit ihnen rede. Dafür sei die Kirche ‚zu weit weg von Jesus‘, sagt Jutta Lehnert, und will eine Erneuerung von unten. Die Theologin kämpft für andere Strukturen: Weg von der abgehobenen, patriarchalen Papstkirche hin zu einer nahbaren Volkskirche, in der mehr Frauen das Sagen haben.

      Auch Doris Reisinger hat Theologie studiert. Sie weiß, was es heißt, wenn man nichts zu sagen hat. Als Ordensfrau fühlte sie sich entmündigt und ihrer Persönlichkeit beraubt. Sie sei von einem Priester vergewaltigt worden. Kein Einzelfall, wie sie sagt, denn ‚Nein‘ sagen sei für gläubige Frauen besonders schwierig: Priester besitzen von Amts wegen einen unantastbaren Status. Wer von sich behaupte, er kenne den Weg zu Gott, habe eine Macht, der sich gläubige Menschen nur schwer entziehen könnten. ‚Spirituellen Missbrauch‘ nennt Doris Reisinger das. Für sie eine Vorstufe zu sexuellen Übergriffen. Nur durch öffentlichen Druck werde sich etwas ändern. Den baut sie auf indem sie Bücher schreibt, Vorträge hält und Interviews gibt.

      In einem sind sich die beiden streitbaren Frauen einig: Die kirchlichen Würdenträger seien diejenigen, die zum Evangelium zurückfinden müssten. Die Kirche habe den Glauben verraten.

      Film von Florian von Stetten

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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 15.10.2019