• 24.03.2019
      05:15 Uhr
      Ziemlich beste Nachbarn mit Michael Kessler Wir und die Italiener | phoenix
       

      Die Beziehung zwischen Deutschen und Italienern ist widersprüchlich, sie schwankt zwischen Schmeichelei und Polemik, Schwärmerei und Herablassung. Reisen nach Rom und Florenz zählen zum Bildungskanon der Deutschen, die sich als Angehörige einer „Kulturnation“ aber auch schon mal überlegen fühlen. Italien war das Traumreise-Ziel der Deutschen in den Wirtschaftswunderjahren. Pizza und Spaghetti Bolognese sind seit Jahrzehnten unverzichtbare Gerichte auf dem deutschen Speiseplan.

      Sonntag, 24.03.19
      05:15 - 06:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Die Beziehung zwischen Deutschen und Italienern ist widersprüchlich, sie schwankt zwischen Schmeichelei und Polemik, Schwärmerei und Herablassung. Reisen nach Rom und Florenz zählen zum Bildungskanon der Deutschen, die sich als Angehörige einer „Kulturnation“ aber auch schon mal überlegen fühlen. Italien war das Traumreise-Ziel der Deutschen in den Wirtschaftswunderjahren. Pizza und Spaghetti Bolognese sind seit Jahrzehnten unverzichtbare Gerichte auf dem deutschen Speiseplan.

       

      Die Beziehung zwischen Deutschen und Italienern ist widersprüchlich, sie schwankt zwischen Schmeichelei und Polemik, Schwärmerei und Herablassung. Reisen nach Rom und Florenz zählen zum Bildungskanon der Deutschen, die sich als Angehörige einer "Kulturnation" aber auch schon mal überlegen fühlen. Italien war das Traumreise-Ziel der Deutschen in den Wirtschaftswunderjahren. Pizza und Spaghetti Bolognese sind seit Jahrzehnten unverzichtbare Gerichte auf dem deutschen Speiseplan.

      Als "Gastarbeiter" trugen die Südländer zum deutschen Aufschwung bei, mussten sich aber wegen angeblich zu guter Laune an der Werkbank so manche Predigt über Arbeitsmoral anhören. Zugewanderte aus Italien zählen zu den am besten integrierten Mitbürgern – und doch fühlen sich viele von ihnen immer noch von oben herab behandelt. Um die Klischees zu bemühen: Die ordnungsversessenen Deutschen halten wenig von den Kapriolen italienischer Politik und Wirtschaft, wenngleich das Dolce Vita des Südens immer wieder Bewunderung hervorruft. Auch das Theatralische, Elegante, Familiäre wird zu den bemerkenswerten Attributen Italiens gezählt; Effizienz, Ordnung und Disziplin gelten hingegen als Kennzeichen der Deutschen.

      Michael Kessler begibt sich auf die Reise nach "Bella Italia", spürt den Beziehungen der ungleichen "Nachbarn" nach und findet Indizien, dass manche der Vorurteile offenbar stimmen – zum gegenseitigen Glück! In Neapel spricht er mit Giovanni Zarrella über Familie, Essen und natürlich Fußball, taucht ein in das ganz normale Leben einer italienischen Großfamilie und plaudert beim Picknick mit Ex-Pornostar und Ex-Parlamentarierin Cicciolina über Politik und das Klischee des Latin Lovers. Jan Weiler, der mit "Maria, ihm schmeckt's nicht!" über die Lebensgeschichte seines italienischen Schwiegervaters einen Bestseller landete, kommt ebenso zu Wort wie Journalist und ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, der Italien als ein Land zwischen Wunder und Wahnsinn sieht. Schauspieler Mario Adorf erinnert sich an die schönste Zeit seines Lebens, als er in Rom die Landsleute seines Vaters kennen- und lieben lernte. Historiker Oliver Janz, Anthropologe Maurizio Bettini und Kultursoziologin Lia Fassari ordnen die Klischees zeit- und kulturgeschichtlich ein.

      Film von Annette Koehler, Oliver Halmburger, ZDF/2019

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      Sonntag, 24.03.19
      05:15 - 06:00 Uhr (45 Min.)
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      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 19.10.2019