• 14.01.2014
      20:15 Uhr
      Das Weltreich der Deutschen (1/3) Kopfjagd in Ostafrika | phoenix
       

      Die Geschichte der Deutschen in Ostafrika: Der Erste Weltkrieg beendet alle Träume und Visionen von einer besseren Zukunft unter schwarzweißroter Flagge. Im Gegensatz zu den anderen Kolonien gelingt es den Deutschen in Ostafrika unter der Führung des berühmten Generals Paul von Lettow-Vorbeck, den überlegenen Alliierten bis Kriegsende standzuhalten. Mit der Kapitulation des Deutschen Reiches im November 1918 geht dann schließlich auch die Kolonie in Ostafrika verloren.

      Dienstag, 14.01.14
      20:15 - 21:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Die Geschichte der Deutschen in Ostafrika: Der Erste Weltkrieg beendet alle Träume und Visionen von einer besseren Zukunft unter schwarzweißroter Flagge. Im Gegensatz zu den anderen Kolonien gelingt es den Deutschen in Ostafrika unter der Führung des berühmten Generals Paul von Lettow-Vorbeck, den überlegenen Alliierten bis Kriegsende standzuhalten. Mit der Kapitulation des Deutschen Reiches im November 1918 geht dann schließlich auch die Kolonie in Ostafrika verloren.

       

      Ostafrika, 6. Oktober 1889. Drei Männer kämpfen sich durch Eis und Schnee. Ihr Ziel: der Gipfel eines fast 6000 Meter hohen Berges. Der Anführer der drei, Hans Meyer, will ihn als erster Mensch besteigen. Denn dieser Berg, den die Einheimischen "Kilimandscharo" nennen, ist das Wahrzeichen der größten deutschen Kolonie: Deutsch-Ostafrika - und somit der höchste Berg des Deutschen Reiches.

      In Deutsch-Ostafrika, dem heutigen Tansania, hat der deutsche Kolonialpionier Carl Peters ab 1884 riesige Gebiete für Deutschland in Besitz genommen. Seine Vorgehensweise ist brutal. Er betrügt die Eingeborenen und zwingt sie bei Widerstand mit Gewalt zur Abtretung ihres Landes. Peters Weltbild ist rassistisch geprägt, er wird aufgrund seiner Übergriffe später den Beinamen "Hänge-Peters" erhalten und unehrenhaft entlassen. Keine guten Vorzeichen für die spätere Kolonie: Von Anfang an ist das Zusammenleben von Deutschen und einheimischen Völkern von Gewalt gekennzeichnet.

      Das bekommen auch die ersten Siedler zu spüren. Zu ihnen gehören Magdalena von Prince und ihr Mann Tom, ein Offizier der deutschen Schutztruppe. Bevor die Familie Prince sich den Traum von einer eigenen Farm im Schatten des Kilimandscharo erfüllen kann, erhebt sich das Volk der Wahehe gegen die deutschen Kolonialherren - und die Princes geraten mitten in die Wirren, auch Tom von Prince muss in den Kampf ziehen. Die Wahehe haben in ihrem Häuptling Mkwawa einen äußerst fähigen Strategen, der den Deutschen jahrelang erfolgreich erbitterten Widerstand leistet. Schließlich können die Schutztruppen dank ihrer moderneren Waffen den "schwarzen Napoleon" in die Enge treiben. Um den Feinden nicht in die Hände zu fallen, begeht Mkwawa Selbstmord. Seinen Kopf schickt Tom von Prince als grausige Trophäe nach Deutschland.

      Mit dem Tod Mkwawas ist der Widerstand der Afrikaner aber noch längst nicht gebrochen. Die deutschen Kolonialherren beuten ihre Kolonie aus, erheben hohe Steuern, zwingen die Einheimischen zur Zwangsarbeit und wenden die Prügelstrafe an. 1905 bricht der Maji-Maji-Aufstand aus, für den sich mehrere Stämme zusammengeschlossen haben. Er wird schließlich von den Deutschen und ihren afrikanischen Söldnern, den Askaris, mit aller Brutalität niedergeschlagen. Zehntausende sterben. Eine furchtbare Bilanz - die nun endlich zu einem Umdenken in der deutschen Kolonialpolitik führt. Nachdem man jahrelang mit Zerstörungsmitteln gearbeitet hatte, versuchte man es jetzt mit Erhaltungsmitteln.Investitionen in die Kolonie

      Ein Mann, der sich durch Menschlichkeit und Respekt gegenüber den Afrikanern auszeichnet, ist der deutsche Kolonialoffizier Rudolf Ganßer. Ganßer hat echtes Interesse an dem Land und seinen Bewohnern. Er lässt Brunnen und Schulen bauen, investiert in die Zukunft der Kolonie und setzt so die beschlossenen Reformen in die Praxis um. Manche Maßnahmen der Deutschen sollten nachhaltige Folgen haben. Die Verwendung der Küstensprache Kisuaheli in Armee und Verwaltung schuf eine Universalsprache in Ostafrika, die stammesübergreifend verbreitet wurde: "Die starke Verbreitung des Kisuaheli war von großer Bedeutung.

      Sie gab den Bewohnern des Landes ein Medium an die Hand, durch das sie eine gemeinsame Identität als Nation bilden und sich selber als Volk wahrnehmen konnten", bemerkt der Jurist und Politiker Sengondo Mwungi.

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      20:15 - 21:00 Uhr (45 Min.)
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