• 27.01.2019
      12:00 Uhr
      Presseclub Tempolimit, Luftgrenzwerte, Fahrverbote – Wann endet das Chaos in der Verkehrspolitik? | phoenix
       

      Aufregung im Autofahrerland: Seit Anfang der Woche ist publik, dass eine Regierungskommission zum Schutz des Klimas und der Gesundheit der Menschen ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen einführen und die Spritpreise erhöhen will. Mitte der Woche war dann die Verwirrung endgültig komplett: 100 Lungenfachärzte zweifeln den auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhenden Stickoxid-Grenzwert an, der Fahrverbote in vielen Städten zur Folge hat. Jetzt will Verkehrsminister Scheuer die Debatte darum noch mal aufmachen. Millionen Autofahrer werden sich fragen: Wie soll das weitergehen?

      Moderation: Jörg Schönenborn

      Sonntag, 27.01.19
      12:00 - 13:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

      Aufregung im Autofahrerland: Seit Anfang der Woche ist publik, dass eine Regierungskommission zum Schutz des Klimas und der Gesundheit der Menschen ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen einführen und die Spritpreise erhöhen will. Mitte der Woche war dann die Verwirrung endgültig komplett: 100 Lungenfachärzte zweifeln den auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhenden Stickoxid-Grenzwert an, der Fahrverbote in vielen Städten zur Folge hat. Jetzt will Verkehrsminister Scheuer die Debatte darum noch mal aufmachen. Millionen Autofahrer werden sich fragen: Wie soll das weitergehen?

      Moderation: Jörg Schönenborn

       

      Der aktuelle Stickoxidgrenzwert wurde auf Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation von der EU-Kommission vor rund 20 Jahren übernommen. Zweifel daran gibt es immer wieder: Warum ist der Grenzwert in den USA höher als in Deutschland, warum darf die Luft in Innenräumen zumindest theoretisch schlechter sein als draußen? Warum messen wir so nah an der Straße, während in manchen Ländern die Messstationen auf dem Dach stehen - weit weg von dem Ort, an dem Stickoxide und all die anderen Abgase des Straßenverkehrs entstehen?

      Die Lage ist angespannt: Die Bundesregierung muss endlich Maßnahmen beschließen, um die Klimaziele zu erreichen und die Gesundheit der Menschen zu schützen. Da kommt sie am Verkehrssektor nicht vorbei, denn hier steigen die Emissionen seit Jahren. Andererseits muss sie aber auch Verständnis für die Dieselbesitzer zeigen, die nicht wissen, wie lange sie noch mit ihren Autos fahren dürfen. Auf kostenlose Nachrüstung ihrer Fahrzeuge dürfen sie kaum hoffen, denn die Hersteller weigern sich zu zahlen. In Frankreich hat sich gezeigt, was eine höhere Ökosteuer auf Benzin und Diesel auslösen kann, wenn man die Menschen bei Entscheidungsprozessen nicht mitnimmt. Drohen uns ähnliche Proteste? Belastet der Diesel nicht nur die Luft, sondern bald auch die Demokratie? Welche Maßnahmen sind im Verkehrssektor nötig, um die Klimaziele zu erreichen? Und: Warum bekommen Politik, Wirtschaft und die Verbraucher das Problem nicht gemeinsam in den Griff?

      • Nikolaus Doll

      Wirtschaftskorrespondent, Welt
      Nikolaus Doll studierte Geschichtswissenschaften, Politologie und Germanistik an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Bei der „WELT“ ist Nikolaus Doll verantwortlicher Redakteur und Korrespondent für Wirtschaftspolitik. Bereits seit vielen Jahren befasst er sich schwerpunktmäßig mit der Automobilindustrie.

      • Susanne Landwehr

      Fachjournalistin, Deutsche Verkehrs-Zeitung
      Nach ihrem Studium der Slawistik und Betriebswirtschaftslehre in Berlin machte sie eine Ausbildung an der Berliner Journalistenschule. Ab 1995 arbeitete sie in Berlin und Moskau als freie Radiojournalistin und Wirtschaftskorrespondentin u.a. für die „Süddeutsche Zeitung“, die „Börsenzeitung“ und die „Wirtschaftswoche“. Dann ging sie für sechs Jahre als freie Korrespondentin nach Istanbul, wo sie u.a. für die „Neue Zürcher Zeitung“ und die „Berliner Zeitung“ schrieb. Heute schreibt sie für die „Deutsche Verkehrs-Zeitung“ in Berlin mit Schwerpunkt Verkehrspolitik.

      • Petra Pinzler

      Redakteurin im Hauptstadtbüro, Die Zeit
      Petra Pinzler ist seit Herbst 2007 Mitglied des Hauptstadtbüros der Wochenzeitung "Die Zeit". Nach einem Studium der Wirtschafts- und Politikwissenschaften sowie dem Besuch der Kölner Journalistenschule war sie für verschiedene öffentlich-rechtliche Rundfunkstationen tätig. 1994 ging sie zur "Zeit", wo sie zunächst in der Wirtschaftsredaktion arbeitete. 1998 wechselte sie als USA-Korrespondentin des Wochenblattes nach Washington und 2002 als Europa-Korrespondentin nach Brüssel. Sie schrieb mehrere Bücher. Zuletzt veröffentlichte sie gemeinsam mit Günther Wessel im März 2018 das Buch „Vier fürs Klima: Wie unsere Familie versucht, CO2-neutral zu leben“.

      • Gerald Traufetter

      Hauptstadtbüro, Der Spiegel
      Gerald Traufetter studierte Politik- und Kommunikationswissenschaft in München und besuchte die Deutsche Journalistenschule. 2000 ging er als Wissenschaftsredakteur zum „Spiegel“. Seit 2012 berichtet er aus dem Hauptstadtbüro des „Spiegel“, hauptsächlich über Themen aus dem Umwelt-, Verkehr- und Wirtschaftsministerium. Er ist Autor mehrerer Bücher.

      Der Presseclub ist eine aktuelle Diskussionssendung, in der das jeweils wichtigste politische Thema der Woche aufgearbeitet wird. Journalistinnen und Journalisten mit unterschiedlichen Standpunkten analysieren aus unterschiedlichen Blickwinkeln politische Ereignisse und Entwicklungen. Dabei wird der Hintergrund von Schlagzeilen aufgehellt, und es entsteht im Dialog ein Wettstreit um die Interpretation von politischen Vorgängen. Für das Publikum ergibt sich damit ein Angebot von Meinungen, die sich in der Diskussion überprüfen lassen müssen und auf diese Weise ihre Glaubwürdigkeit und Plausibilität unter Beweis stellen müssen.

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