• 27.01.2019
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      phoenix history Vor 75 Jahren - Ende der Leningrader Blockade (27.01.1944) | phoenix
       
      • Das Wunder von Leningrad - Eine Stadt kämpft um ihr Leben

      (Film von Christian Frey und Carsten Gutschmidt)
      August 1942: Inmitten des unfassbaren Leids der Blockade von Leningrad durch die deutsche Wehrmacht soll der Dirigent Karl Eliasberg Dimitri Schostakowitschs „Leningrad Symphonie" zur Erstaufführung bringen.

      • Sankt Petersburg - Die Stolze

      (Film von Sebastian Lindemann)
      Trotz aller Schattenseiten sind die Petersburger stolz auf ihre Stadt, die auf eine ereignisreiche Geschichte blickt und große Künstler hervorgebracht hat.

      Nacht von Samstag auf Sonntag, 27.01.19
      00:00 - 02:15 Uhr (135 Min.)
      135 Min.
      Stereo
      • Das Wunder von Leningrad - Eine Stadt kämpft um ihr Leben

      (Film von Christian Frey und Carsten Gutschmidt)
      August 1942: Inmitten des unfassbaren Leids der Blockade von Leningrad durch die deutsche Wehrmacht soll der Dirigent Karl Eliasberg Dimitri Schostakowitschs „Leningrad Symphonie" zur Erstaufführung bringen.

      • Sankt Petersburg - Die Stolze

      (Film von Sebastian Lindemann)
      Trotz aller Schattenseiten sind die Petersburger stolz auf ihre Stadt, die auf eine ereignisreiche Geschichte blickt und große Künstler hervorgebracht hat.

       
      • Das Wunder von Leningrad - Eine Stadt kämpft um ihr Leben

      Film von Christian Frey und Carsten Gutschmidt
      August 1942: Inmitten des unfassbaren Leids der Blockade von Leningrad durch die deutsche Wehrmacht bekommt der Dirigent Karl Eliasberg einen nahezu unmöglichen Auftrag. Er soll mit dem Leningrader Rundfunkorchester Dimitri Schostakowitschs „Leningrad Symphonie" zur Erstaufführung bringen. Das Konzert wird zum Symbol eines kurzen Triumphes der Kultur über die Barbarei des Krieges. Eine Geschichte über den unbeugsamen Überlebenswillen und das Ringen um Menschlichkeit im Angesicht des Todes.

      Noch im Sommer 1941 genießt die 17-jährige Olga Kvade ihre von Musik und Theater geprägte Jugend im traumhaft schönen Leningrad. Doch schon wenige Wochen später steht die deutsche Wehrmacht, unter ihnen Unteroffizier Buff, vor den Toren der Stadt und schließt den Blockadering. Während der folgenden, 872 Tage andauernden Blockade Leningrads, werden mehr als eine Million Zivilisten den Tod finden. Mit der Strategie des Aushungerns begeht die deutsche Wehrmacht auf Befehl Adolf Hitlers eines der größten Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs.

      Eine Quelle des Lebens in diesen schweren Tagen ist das Radio und die Musik von Karl Eliasberg und seines Rundfunkorchesters. Unermüdlich kämpft er mit den Mitteln der Kunst gegen die Grausamkeit des Krieges an. Gerade als Eliasberg verzweifelt aufhören will, bekommt er den Auftrag seines Lebens. Er soll die 7. Symphonie von Dimitri Schostakowitsch aufführen. Als Zeichen des Widerstands soll das Werk den Deutschen und der Welt zeigen, dass Leningrad lebt.

      Der deutsche Unteroffizier Wolfgang Buff verzweifelt in dieser Zeit zunehmend an der Grausamkeit der Ostfront. Die Stadt verwandelt sich in eine Hölle aus Hunger, Kälte und Tod. Als endlich die vollständige Partitur von einem tollkühnen Flieger in die Stadt gebracht wird, gelingen Eliasberg und dem Orchester das schier Unmögliche: Für einen kurzen Moment hält im Sommer 1942 der Krieg inne und die Klänge der „Leningrader Symphonie“ bahnen sich ihren Weg durch die Stadt bis hin zu den Stellungen der Deutschen.

      • Sankt Petersburg - Die Stolze

      Film von Sebastian Lindemann
      "Ich bin Petersburgerin von ganzem Herzen und möchte immer in dieser Stadt leben", sagt die 20-jährige Fürstin Warwara Gagarina, "aber Sankt Petersburg liegt in Russland. Und ob ich für immer in Russland leben möchte, das habe ich noch nicht entschieden". Warwara ist ein selbstbewusstes Kind der Perestroika, geboren in dem Jahr, in dem die Sowjetunion aufhörte zu existieren. Die junge Adlige wuchs in einem Petersburg auf, das sein Comeback auf die Weltbühne feiert und am liebsten vergessen möchte, dass es zwischenzeitlich Leningrad hieß – benannt nach dem Vater der russischen Revolution. Für Warwara war es immer selbstverständlich, dass Gagarins aus aller Welt im Hause ihres Großvaters ein- und ausgingen. Großvater Fürst Gagarin war der erste Vorsteher der postsowjetischen Petersburger Adelsversammlung.

      Zusammen mit Warwara und ihrer Mutter besuchen ZDF-Korrespondentin Anne Gellinek und ihr Team den Ball zum 20-jährigen Bestehen der wiedergeborenen Adelsversammlung. Sie erleben dort Szenen wie aus einer längst vergangenen Zeit: Damen in schwingenden Krinolinen und Herren mit abenteuerlichen Backenbärten, die bei Mazurka und Quadrille von einem ehrwürdigen Vortänzer über das Parkett dirigiert werden. Sehnsucht nach alten Zeiten haben die einen, andere treibt der Wunsch, das Alte über den Haufen zu werfen. Anne Gellinek begleitet eine Künstlergruppe, die den Moskauer Kreml das Fürchten lehrt.

      In ihrer bislang spektakulärsten Aktion pinseln sie einen riesigen Phallus auf Petersburgs Zugbrücken – in Sichtweite des örtlichen KGB-Gebäudes. Die Botschaft: Die Apathie des russischen Riesenreichs ist nichts für Sankt Petersburg. Eine Stadt der Herrscher, nicht der Untertanen, findet Petersburg, das voller Stolz wieder den Namen seines Gründers Zar Peter des Großen trägt. Schon immer hat man sich den Moskauern überlegen gefühlt. Bestätigt fühlen sich die Einwohner der Metropole am finnischen Meerbusen durch die Tatsache, dass die gesamte russische Führungsspitze – Premierminister Putin, Präsident Medwedjew und Gasprom-Chef Miller – aus Sankt Petersburg kommt. Das ZDF-Team sucht nach den Spuren, die Russlands Ex- und vielleicht kommender Präsident Putin in seiner Stadt hinterlassen hat. Dabei wird deutlich, dass Petersburg auch eine düstere Seite hat.

      Anne Gellinek trifft einen jungen Deutschen, der sich als Freiwilliger um Menschen kümmert, die Opfer von Stalins Repression und der deutschen Blockade wurden. Und sie besucht Menschen in sogenannten "Kommunalkas", einer Lebensform der ehemaligen Sowjetunion, die wohl nur in Petersburg überlebt hat. Neunzehn Zimmer werden von neunzehn Familien bewohnt, Leben auf engstem Raum. An der Wand im Flur vor dem einzigen Badezimmer hängt ein Dutzend Klobrillen, ein kleiner Rest Privatsphäre für jeden. Genau sie war den sowjetischen Revolutionären ein Dorn im Auge. Stattdessen sollte der kollektive Lebensstil gefördert werden: Die "Kommunalka" lebt, und mit ihr auch ein kleines Stück Sowjetunion mitten im Zentrum von Sankt Petersburg.

      Trotz aller Schattenseiten sind die Petersburger stolz auf ihre Stadt, die auf eine ereignisreiche Geschichte blickt und große Künstler hervorgebracht hat: Puschkin und Dostojewski sind Söhne der Stadt und haben ihr in zahlreichen Werken ein Denkmal gesetzt. Die Lebensfreude der Petersburger offenbart sich ganz besonders in den legendären "Weißen Nächten", wenn die Sonne nur ganz kurz am Horizont verschwindet, um gleich wieder aufzugehen.

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      Nacht von Samstag auf Sonntag, 27.01.19
      00:00 - 02:15 Uhr (135 Min.)
      135 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 12.11.2019