• 26.12.2013
      22:50 Uhr
      Gefangen im Bittersee - Schiffsfalle Suezkanal Ein Film von Jens Arndt und Fayd Jungnickel | phoenix
       

      Im Sommer des Jahres 1967 gerieten 14 Handelsschiffe im Großen Bittersee mitten im Suezkanal zwischen die Fronten des Sechs-Tage-Krieges. Die Dokumentation erzählt die Geschichte dieser Gefangenen, die aus den unterschiedlichsten Nationen stammten. Mehr als acht Jahre ankerten die Seeleute inmitten des Konflikts zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn, bis sie im Mai 1975 in ihre Heimathäfen zurückkehren konnten.

      Donnerstag, 26.12.13
      22:50 - 23:45 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo

      Im Sommer des Jahres 1967 gerieten 14 Handelsschiffe im Großen Bittersee mitten im Suezkanal zwischen die Fronten des Sechs-Tage-Krieges. Die Dokumentation erzählt die Geschichte dieser Gefangenen, die aus den unterschiedlichsten Nationen stammten. Mehr als acht Jahre ankerten die Seeleute inmitten des Konflikts zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn, bis sie im Mai 1975 in ihre Heimathäfen zurückkehren konnten.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Jens Arndt, Fayd Jungnickel

      "Maschinen Stopp!", hieß es im Sommer 1967 für einen internationalen Konvoi von 14 Handelsschiffen. Über die Köpfe der Seeleute hinweg donnerten Granaten, Raketen und Kampfflugzeuge. Die Frachter aus Ost und West - darunter die Deutschen Schiffe "Münsterland" und "Nordwind" - gerieten zufällig zwischen die Fronten des israelisch-arabischen Sechs-Tage-Krieges. Nach einer Woche waren die Kämpfe beendet. Die Seeleute hofften nun auf eine baldige Rückkehr nach Hause. Doch der Stopp auf dem Großen Bittersee, in der Mitte des Suezkanals, sollte insgesamt acht Jahre dauern.

      Um sie herum tobte ein Stellvertreterkrieg zwischen den Blöcken. Israel wurde von den USA unterstützt, Ägypten von der Sowjetunion. Doch auf den Schiffen gab es keine ideologisch-politischen Schranken. In der Notsituation verstanden sich die Crews aus dem Westen - West-Deutsche, Amerikaner, Briten und Franzosen - mit ihren Kollegen aus dem Ostblock, aus Polen, Bulgarien und der Tschechoslowakei. Jeder half jedem. Und die blockübergreifende Ost-West-Notgemeinschaft bezeichnete sich selbst als die "kleine UNO im Bittersee".

      Zwischen endlosem Warten, auf das die Seefahrer mit großer Kreativität reagierten, bis zum dramatischen Erleben des Grauens bewegen sich die spannenden Geschichten der Zeitzeugen. Inmitten des Nahostkonflikts überstanden sie auch den Jom-Kippur-Krieg. Nach dem Friedensschluss zwischen Ägypten und Israel und der Räumung des Suezkanals ging es nach genau 3.016 Tagen Zwangsankern wieder los. Im Mai 1975 kehrten die beiden deutschen Frachter in ihren Heimathafen Hamburg zurück. Die "Münsterland" hatte die längste verbürgte Reise in der Geschichte der Seefahrt hinter sich: acht Jahre, drei Monate und vier Tage.

      Filmemacher Jens Arndt und Fayd Jungnickel dokumentieren, wie polnische, englische, deutsche und tschechische Seeleute heute nach vielen Jahrzehnten wieder in Hamburg zusammentreffen. Die lebendigen Erzählungen der Bittersee-Veteranen werden mit bisher unveröffentlichten privat gedrehten Super-8-Filmen und Fotos ergänzt, die das Leben der Seeleute zwischen den Fronten abbilden. Besonders diese Bilder tragen dazu bei, dass sehr authentisch über das eigene Erleben eines Kapitels der Weltgeschichte erzählt wird.

      Dokumentation Deutschland 2009

      Thementag: Auf hoher See!

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