• 26.12.2013
      05:30 Uhr
      Rom (6/6) Der Untergang | phoenix
       

      Fast 30 Jahre lebten die Westgoten als Verbündete der Römer auf deren Territorium. Sie hatten Schlachten für das Imperium geschlagen und Siege errungen. Doch im Jahr 402 bedrohten sie Oberitalien, getrieben von Hunger und drangsaliert von den Römern.

      Donnerstag, 26.12.13
      05:30 - 06:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Fast 30 Jahre lebten die Westgoten als Verbündete der Römer auf deren Territorium. Sie hatten Schlachten für das Imperium geschlagen und Siege errungen. Doch im Jahr 402 bedrohten sie Oberitalien, getrieben von Hunger und drangsaliert von den Römern.

       

      Als die Hunnen 375 n.Chr. aus den Tiefen der zentralasiatischen Steppen nach Europa vorstießen, flohen die Westgoten mit römischer Erlaubnis über die Donau in die sicheren Gebiete des Imperiums. Doch entgegen aller Versprechungen blieb ihre Lage schlecht. Sie mussten Hunger leiden und wurden von den Römern drangsaliert. 394 brauchte man die gotischen Kämpfer. An der Seite des oströmischen Kaisers Theodosius errangen westgotische Verbände unter ihrem Anführer Alarich einen Sieg gegen den unrechtmäßig auf dem weströmischen Thron gelangten Eugenius. Viele Goten fielen, denn die Römer setzten sie in vorderster Front ein.

      Trotz ihrer Verdienste litten Alarichs Leute weiter unter den harten Lebensbedingungen. Alarich wurde zwar zum Heermeister ernannt und sein Volk durfte in Makedonien siedeln, doch der Mangel blieb. Im Jahr 402 wehrten sich die Goten schließlich auf ihre Weise. Sie zogen nach Oberitalien, um auf eigene Faust besseres Land zu finden. Der in Mailand herrschende weströmische Kaiser Honorius verlegte daraufhin seine Residenz ins sichere Ravenna. Zum damaligen Zeitpunkt war Honorius noch minderjährig. Sein Vormund, der weströmische Heermeister Stilicho, ein Vandale, führte für ihn die Amtsgeschäfte. Stilicho gelang es schnell, die Westgoten aus Oberitalien zurückzudrängen. Er traf mit ihnen eine neue Vereinbarung, versprach ihnen gutes Land und machte sie wieder zu Verbündeten. Alarich vertraute Stilicho. Doch wieder wartete sein Volk Jahre lang auf Besserung.

      Nach dem Tod des oströmischen Kaisers Arkadius, des Bruders von Honorius, mischte sich Stilicho in die Nachfolge-Frage massiv ein. Er wurde zum Staatsfeind erklärt, und als Staatsfeind schützte ihn nur noch das Kirchenasyl. Im Vertrauen auf das Jahre lange persönlich wie politisch gute Verhältnis zu Kaiser Honorius ließ sich Stilicho durch ein Garantieschreiben aus der Kirche locken - ein fataler Fehler. Er wurde umgehend hingerichtet. Ein schwerer Schlag auch für die Westgoten - damit hatten sie ihren "Vertrauensmann" auf römischer Seite verloren.

      Der Tod Stilichos war darüber hinaus auch das Ende einer Fremdvölker-Politik, die auf Ausgleich durch Integration gesetzt hatte. Die Goten schienen auf verlorenem Posten. Doch Alarich hatte einen Plan...

      Eine Dokumentation von James Wood und Arif Nurmohamed

      Thema: Antike Welten

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