• 19.01.2019
      00:00 Uhr
      phoenix persönlich Udo di Fabio (Richter des Bundesverfassungsgerichts a.D.) zu Gast bei Michael Krons | phoenix
       

      "Die Erosion einer Demokratie beginnt ja nicht mit dem offenen Bürgerkrieg, sondern sie beginnt damit, dass Demokratie nicht mehr verstanden, nicht mehr geglaubt, nicht mehr gelebt wird." In “phoenix persönlich" spricht Michael Krons mit dem ehemaligen Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio über die Herausforderungen, vor denen die Demokratie heute steht und darüber, wie sehr ihn seine Kindheit im Ruhrgebiet geprägt hat.

      Nacht von Freitag auf Samstag, 19.01.19
      00:00 - 00:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      "Die Erosion einer Demokratie beginnt ja nicht mit dem offenen Bürgerkrieg, sondern sie beginnt damit, dass Demokratie nicht mehr verstanden, nicht mehr geglaubt, nicht mehr gelebt wird." In “phoenix persönlich" spricht Michael Krons mit dem ehemaligen Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio über die Herausforderungen, vor denen die Demokratie heute steht und darüber, wie sehr ihn seine Kindheit im Ruhrgebiet geprägt hat.

       

      "Die Erosion einer Demokratie beginnt ja nicht mit dem offenen Bürgerkrieg, sondern sie beginnt damit, dass Demokratie nicht mehr verstanden, nicht mehr geglaubt, nicht mehr gelebt wird." In “phoenix persönlich" spricht Michael Krons mit dem ehemaligen Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio über die Herausforderungen, vor denen die Demokratie heute steht und darüber, wie sehr ihn seine Kindheit im Ruhrgebiet geprägt hat.

      Berlin sei nicht Weimar, sagt Udo Di Fabio. Die deutsche Gesellschaft sei heute "Lichtjahre" von Weimarer Verhältnissen entfernt, wenn man beispielsweise an die Gewalt der Wirtschaftskrise und an die Gewalt auf den Straßen denke.

      Mit Blick auf die Volksparteien konstatiert Udo Di Fabio ein "Identitätsproblem": "Die Parteien haben einen Markenkern, aber er verblasst. Die Union weiß gar nicht, ob sie überhaupt noch konservativ sein darf und das mit dem Christlichen ist inzwischen auch ein Problem geworden. Die Sozialdemokratie weiß nicht, ob sie für Arbeitnehmer (...) programmatisch etwas definieren kann, was anschlussfähig an die Emanzipationserzählung einer Arbeiterklasse ist, die aus elenden Verhältnissen kam. Brüder zur Sonne zur Freiheit - passt das heute noch im 21. Jahrhundert? Oder wird man eine Partei der Nicht-Arbeitnehmer? Damit ist der Volksparteicharakter dann aufgegeben."

      "Die Schichtunterschiede waren in den 50er und 60er Jahren noch sehr ausgeprägt. Aber der Geist der Zeit war anders eingestellt. In meiner Schulklasse waren ausschließlich Arbeiterkinder. Ich wusste auch, dass es Ärzte und Anwälte gab, aber ich kannte kein Kind eines Arztes oder Anwaltes", sagt Udo Di Fabio über seine Herkunft aus dem Arbeitermilieu. Gleichwohl sei er überzeugt gewesen, "dass man mit Bildung jeden Platz in der Gesellschaft einnehmen kann. Das hatte ich mir nicht alleine ausgedacht, sondern das war der Geist der Zeit". Auch seine Eltern hätten an die Aufstiegserzählung der sozialen Marktwirtschaft geglaubt.

      In „phoenix persönlich“ stellt sich eine Persönlichkeit mit interessanter Vita aus Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft oder Politik den Fragen der Gastgeber Michael Krons, Inga Kühn und Alfred Schier, die die Sendung im Wechsel moderieren. Ganz auf die Person konzentriert, steht „phoenix persönlich“ für ein intensives Gespräch über Hintergründe, Lebensentwürfe und Erfahrungen.

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