• 13.01.2019
      12:00 Uhr
      Presseclub Dicke, kranke Deutsche – Brauchen wir eine andere Ernährungspolitik? | phoenix
       

      Die Gäste:

      • Markus Balser, Parlamentsredaktion, Süddeutsche Zeitung
      • Hendrik Brandt, Chefredakteur, Hannoversche Allgemeine Zeitung
      • Tanja Busse; Freie Journalistin und Publizistin
      • Julia Löhr, Korrespondentin im Hauptstadtbüro, Frankfurter Allgemeine Zeitung

      Moderation: Volker Herres

      Sonntag, 13.01.19
      12:00 - 13:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

      Die Gäste:

      • Markus Balser, Parlamentsredaktion, Süddeutsche Zeitung
      • Hendrik Brandt, Chefredakteur, Hannoversche Allgemeine Zeitung
      • Tanja Busse; Freie Journalistin und Publizistin
      • Julia Löhr, Korrespondentin im Hauptstadtbüro, Frankfurter Allgemeine Zeitung

      Moderation: Volker Herres

       

      Die Gäste:

      • Markus Balser, Parlamentsredaktion, Süddeutsche Zeitung

      Markus Balser studierte in Köln Volkswirtschaftslehre und absolvierte parallel dazu die Kölner Journalistenschule. Seit 2001 arbeitet er als Wirtschaftsredakteur für die „Süddeutsche Zeitung“ mit Schwerpunkt Technologie, Energie, Umwelt. 2013 wechselte er nach Berlin. Zur Parlamentsredaktion der „Süddeutschen Zeitung“ gehört Markus Balser seit 2016 und schreibt seither hauptsächlich zu Verkehrs- und Agrarpolitik. Zusammen mit Uwe Ritzer schrieb er das Buch "Lobbykratie: Wie Wirtschaft sich Einfluss, Mehrheiten, Gesetze kauft", das 2016 erschien.
      2007 erhielt er gemeinsam mit Kollegen den Henri-Nannen-Preis für die Recherchen zum Siemens-Schmiergeldskandal. 2008 war er mit einem Stipendium Gastredakteur beim „Wall Street Journal“ in New York.

      • Hendrik Brandt, Chefredakteur, Hannoversche Allgemeine Zeitung

      Hendrik Brandt studierte Geschichte und Philosophie und absolvierte im Anschluss seine Redakteursausbildung bei der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Nach mehreren Stationen bei der Madsack Mediengruppe war er unter anderem Leiter der HAZ-Kultur- und –Lokalredaktion. In den späten neunziger Jahren wechselte er für zwei Jahre als Kulturchef zur „Hamburger Morgenpost“. Seit 2002 ist Hendrik Brandt Mitglied der Chefredaktion der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ und seit 2011 Chefredakteur der Zeitung sowie des Onlineangebots haz.de.

      • Tanja Busse; Freie Journalistin und Publizistin

      Tanja Busse studierte Journalistik und Philosophie in Dortmund, Bochum und Pisa. Sie volontierte 1993 beim WDR und promovierte im Jahr 2000. Zwischen 2003 und 2012 moderierte Tanja Busse verschiedene WDR-Sendungen. Seit 2007 schreibt sie Kolumnen und moderiert vor allem Diskussionsveranstaltungen zu Themen der Nachhaltigkeit, Ökologie, Landwirtschaft und Ernährung im Auftrag von Umweltverbänden, Ministerien, Museen und Stiftungen. Zudem ist sie Mitglied im Kuratorium der Schweisfurth-Stiftung für eine zukunftsfähige Landwirtschaft und wurde Anfang 2017 in die Kommission Umwelt und Landwirtschaft des Umweltbundesamtes berufen. Seit 2001 veröffentlichte Tanja Busse zahlreiche Bücher. Zuletzt erschien 2015 ihr Buch „Die Wegwerfkuh“. 2017 erhielt sie den Salus-Medienpreis und 2018 den Wertewandel-Preis des Deutschen Tierschutzbundes.

      • Julia Löhr, Korrespondentin im Hauptstadtbüro, Frankfurter Allgemeine Zeitung

      Julia Löhr studierte in Mainz Betriebswirtschaft und Publizistik. Von 2000 an arbeitete sie zunächst für das Anlegermagazin „Die Telebörse“, das ZDF-Wirtschaftsmagazin WISO und die Marketing-Zeitschrift „Horizont“. 2007 wechselte sie als Wirtschaftsredakteurin zur "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Nach einem Stipendiumsaufenthalt 2015 bei der britischen Tageszeitung „The Guardian“ in London wurde Julia Löhr nach ihrer Rückkehr nach Frankfurt stellvertretende Leiterin des Magazins „Frankfurter Allgemeine Woche“ und betreute darin die Wirtschaftsseiten. Seit Anfang 2018 ist sie Korrespondentin im Hauptstadtbüro der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

      Die Deutschen wollen gerne gesund essen. Das zeigt der aktuelle Ernährungsreport. Gleichzeitig werden sie jedoch immer dicker: Zwei Drittel der Männer sind übergewichtig, mehr als die Hälfte der Frauen und etwa jedes siebte Kind bringen zu viele Kilos auf die Waage. Die Folge: Immer mehr Menschen leiden an Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Krebs. Schuld daran ist unter anderem der übermäßige Konsum von Fertiggerichten. Sie enthalten zu viel Zucker, Salz und Fett. Muss die Politik handeln?

      Ernährungsministerin Klöckner will die Industrie jetzt dazu verpflichten, bis 2025 gesündere Produkte auf den Markt zu bringen. Staatliche Vorschriften soll es bis dahin nicht geben. Reicht das aus oder brauchen wir klare Auflagen, was wie viel irgendwo drinstecken soll? Ist das ein Kniefall vor der milliardenschweren Ernährungsindustrie? Oder sind solche Regeln in einem freien Staat überflüssig, weil jeder selber entscheiden muss, was er essen will und was nicht?

      In kaum einen Wirtschaftssektor fließt so viel Steuergeld wie in die Agrarindustrie. Das Prinzip, was dahinter steckt: Wer viel produziert, bekommt auch viel. Deshalb setzt die Landwirtschaft auf Massentierhaltung, deren Gülle durch das Nitrat unser Trinkwasser belastet. Auch das Pflanzenschutzmittel Glyphosat, dasunter anderem im Verdacht steht, krebserregend zu sein, soll erst 2023 von unseren Äckern verschwinden.

      Der durch falsche Ernährung bedingte volkswirtschaftliche Schaden ist enorm: Die Krankheitskosten werden jährlich auf 70 Milliarden Euro geschätzt. Inzwischen haben die Deutschen in Westeuropa die geringste Lebenserwartung. Brauchen wir also eine Ernährungswende? Wie groß ist der Einfluss von Lobbygruppen aus Industrie und Landwirtschaft auf unsere Politik? Und: Ist die ökologische Landwirtschaft der Ausweg, um die Deutschen gesünder und gleichzeitig satt zu machen?

      Der Presseclub ist eine aktuelle Diskussionssendung, in der das jeweils wichtigste politische Thema der Woche aufgearbeitet wird. Journalistinnen und Journalisten mit unterschiedlichen Standpunkten analysieren aus unterschiedlichen Blickwinkeln politische Ereignisse und Entwicklungen. Dabei wird der Hintergrund von Schlagzeilen aufgehellt, und es entsteht im Dialog ein Wettstreit um die Interpretation von politischen Vorgängen. Für das Publikum ergibt sich damit ein Angebot von Meinungen, die sich in der Diskussion überprüfen lassen müssen und auf diese Weise ihre Glaubwürdigkeit und Plausibilität unter Beweis stellen müssen.

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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 03.12.2020