• 19.12.2018
      21:00 Uhr
      Kriege im Namen Gottes - Die Kreuzzüge aus arabischer Sicht (2/4) Die Muslime schlagen zurück | phoenix
       

      Zu Beginn des 12. Jahrhunderts hatten die Kreuzritter nicht nur die heilige Stadt Jerusalem eingenommen, sondern auch weite Teile der muslimischen Levante erfolgreich erobert. Die al-Aqsa-Moschee, drittheiligste Stätte des Islam, war ihnen ebenfalls in die Hände gefallen. In den von ihnen eroberten Landstrichen etablierten sie ein neues Herrschaftssystem. Sie vertrieben die ursprüngliche Bevölkerung, Muslime, Juden und Christen, und begannen, Jerusalem mit Westeuropäern zu besiedeln.

      Mittwoch, 19.12.18
      21:00 - 21:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Zu Beginn des 12. Jahrhunderts hatten die Kreuzritter nicht nur die heilige Stadt Jerusalem eingenommen, sondern auch weite Teile der muslimischen Levante erfolgreich erobert. Die al-Aqsa-Moschee, drittheiligste Stätte des Islam, war ihnen ebenfalls in die Hände gefallen. In den von ihnen eroberten Landstrichen etablierten sie ein neues Herrschaftssystem. Sie vertrieben die ursprüngliche Bevölkerung, Muslime, Juden und Christen, und begannen, Jerusalem mit Westeuropäern zu besiedeln.

       

      Die zweite Folge erzählt die Geschichte des frühen muslimischen Widerstands gegen die Kreuzzügler, angeführt von den Zengiden, einer türkischen Dynastie, die in der nördlichen Levante herrscht.

      Zu Beginn des 12. Jahrhunderts hatten die Kreuzritter nicht nur die heilige Stadt Jerusalem eingenommen, sondern auch weite Teile der muslimischen Levante erfolgreich erobert. Die al-Aqsa-Moschee, drittheiligste Stätte des Islam, war ihnen ebenfalls in die Hände gefallen. In den von ihnen eroberten Landstrichen etablieren sie ein neues Herrschaftssystem. Sie vertreiben die ursprüngliche Bevölkerung, Muslime, Juden und Christen, und beginnen, Jerusalem mit Westeuropäern zu besiedeln. Zudem gründen die Kommandeure des Ersten Kreuzzugs, in Europa nur einfache Ritter, in den eroberten Gebieten Monarchien. Im Juli 1100 wird Balduin von Boulogne zu Balduin I., König von Jerusalem, gekrönt. "Die Gründung des Königreichs Jerusalem, der Grafschaft Edessa und des Fürstentums Antiochia erleichtert es den Eroberern, ihr Herrschaftsgebiet auszuweiten, sagt Qassem Abdu Qassem, Leiter der Geschichtsabteilung der ägyptischen Zaqaziq-Universität.

      Der neue Gouverneur von Mosul, Imad Ed-Din Zengi, übernimmt 1128 die Kontrolle über Aleppo. Dies “bedeutete, die Kontrolle über ein wichtiges Tor zum Inneren der Laveante und nach Mesopotamien zu übernehmen", sagt Ahmad Hetait, ehemaliger Dekan für Geisteswissenschaften an der Islamischen Universität. „War die anfängliche Reaktion der Muslime auf die Kreuzritter unzureichend, so formiert sich jetzt stärkerer Widerstand. Wobei die Initiative von der Bevölkerung ausgeht, nicht von ihren Herrschern“, so die ägyptische Historikerin, Prof. Afaf Sabra. „Sie hatten darauf spekuliert, mit einzelnen muslimischen Herrschaftsgebieten konfrontiert zu sein. Jetzt bildete sich eine einheitliche Front", ergänzt Muhammad Moenes Awad, Professor für Geschichte an der Sharjah-Universität, VAE.

      Imad Ed-Din Zengi bereitet seine größte militärische Leistung vor: Am 25. Dezember 1144 greift seine Armee die Grafschaft Edessa an und eroberte sie innerhalb weniger Stunden. "Dies wird als Durchbruch, als echter Start, als Wiederbelebung des "Dschihad" im muslimischen Nahen Osten gesehen. Es ist die erste große Niederlage für die Kreuzritter, und zeigt, dass sie besiegt werden können. Das Wiedererstarken der Muslime gewinnt an Tempo", sagt Jonathan Phillips, Professor für Geschichte an der Royal Holloway Universität, London. Zwei Jahre nach seinem Sieg in Edessa wird Imad Ed-Din Zengi durch einen seiner eigenen Sklaven getötet. Sein Sohn Nour Ed-Din wird sein Nachfolger.

      Der Verlust von Edessa trifft Europa hart. 1147 fordert ein Konzil von Papst Eugen einen Zweiten Kreuzzug, der von zwei europäischen Königen, Ludwig VII. von Frankreich und Konrad III. von Deutschland, geleitet werden sollte. Im Sommer 1147 brechen die Armeen in Richtung Heiliges Land auf und kommen nach einem knappen Jahr in Jerusalem an. Kurz darauf greifen sie Damaskus an, was in einer Schmach endet: "Ohne dass es eine größere Schlacht gegeben hätte, ziehen sie sich zurück, schleichen sich geradezu davon. Ein echter Schlag für die Moral der Kreuzritter im Westen", sagt Phillips. Das tragische Scheitern des Zweiten Kreuzzugs ist keineswegs die letzte Katastrophe sein, die den Christen widerfahren sollte.

      Film von Bilal Momen

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