• 19.04.2017
      04:30 Uhr
      Historische Ereignisse - Wendepunkte der Geschichte Teil 3: "Die Nachkriegszeit" | phoenix
       

      Durch die Kapitulation am 08. Mai 1945 hat eines der größten menschlichen Verbrechen der Geschichte mit fast 60 Millionen Toten schließlich ein Ende gefunden. In der sogenannten „Stunde Null“ ist Deutschland fast vollkommen zerstört. Diese Doku-Reihe beschäftigt sich mit dem Ausmaß der Zerstörung, dem Wiederaufbau Deutschlands und der juristische Aufarbeitung der Kriegsverbrechen durch den hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer.

      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 19.04.17
      04:30 - 07:30 Uhr (180 Min.)
      180 Min.
      Stereo

      Durch die Kapitulation am 08. Mai 1945 hat eines der größten menschlichen Verbrechen der Geschichte mit fast 60 Millionen Toten schließlich ein Ende gefunden. In der sogenannten „Stunde Null“ ist Deutschland fast vollkommen zerstört. Diese Doku-Reihe beschäftigt sich mit dem Ausmaß der Zerstörung, dem Wiederaufbau Deutschlands und der juristische Aufarbeitung der Kriegsverbrechen durch den hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer.

       
      • Deutschland 1945 von oben

      Nach der Kapitulation am 8. Mai 1945 gleicht Deutschland einer Trümmerwüste. Mithilfe von Luftaufnahmen alliierter Militärs blickt die Dokumentation erstmals von oben auf die Zerstörungen.

      Noch in den letzten Kriegsmonaten fallen Zigtausende Bomben auf deutsche Städte, darunter Dresden, Würzburg und Mainz. Hunderttausende Menschen verlieren ihr Zuhause, ihre Familien und oft auch ihren Lebensmut. Im Sommer 1945 schauen sie in eine ungewisse Zukunft.

      Denn in den Städten herrscht das Chaos. Hitlers Krieg hatte eine Dynamik der Gewalt entfacht, die weit über die Kapitulation hinauswirkte. Am Beispiel der Städte Berlin, Dresden und Köln blickt die Dokumentation auf das Leben der Deutschen zwischen den Trümmern und vergleicht die Filmaufnahmen der Westmächte aus dem Sommer 1945 mit Aufnahmen aus den 30er Jahren und aus der Gegenwart, 70 Jahre danach.

      • Wir Nachkriegskinder 1/2: Zeit des Aufbruchs; Film von Peter Hartl und Peter Adler

      Wie wir wurden, was wir sind: Am Beispiel prominenter Lebensläufe entwirft die zweiteilige Dokumentation ein persönliches und berührendes Bild der deutschen Nachkriegszeit.

      Mit authentischen Bildern und Erlebnisberichten lassen die Filme die spannende Etappe im Werdegang der beiden deutschen Staaten - ihre Anfangsjahre - Revue passieren. Ebenso packend wie unterhaltsam.

      Elmar und Fritz Wepper, Peter Sodann, Michael Degen, Wibke Bruhns und Eva-Maria Hagen: Sie gehören einer Generation an, die unser Land bis heute prägt. Im und durch den Krieg vaterlos geworden, mussten sie von klein auf lernen, auf eigenen Beinen zu stehen und sich selbst um ihr Dasein zu kümmern. Sie haben an der Seite ihrer Mütter Notzeiten, Bombennächte und Vertreibung überstanden, die Befreiung von der NS-Diktatur erlebt. Und doch war die Epoche nach 1945 für die meisten auch einfach eine aufbauende Zeit, geprägt von Zuversicht, Improvisationsgeist und der Überwindung überholter Moralvorstellungen.

      Peter Hartl und Peter Adler zeichnen diese aufregenden Jahre in prominenten Lebensläufen nach, die wenig bekannte Kindheitserlebnisse offenbaren: So berichten die Schauspieler Peter Sodann sowie Fritz und Elmar Wepper, wie sie ohne ihre im Krieg vermissten Väter heranwuchsen. DEFA-Filmstar Eva-Maria Hagen schildert, wie sie als Flüchtlingskind mit ihrem Bruder im Wald und auf Feldern Essbares zusammenklaute. Der Bühnen- und Filmdarsteller Michael Degen, der den Massenmord an den Juden mit seiner Mutter nur im Versteck überleben konnte, musste sich im Trümmerland der Täter eine neue Existenz aufbauen. Wibke Bruhns, erste Nachrichtenfrau des deutschen Fernsehens, deren Vater den Widerstand gegen Hitler mit dem Leben bezahlte, wurde noch in den 50er Jahren als "Verräterkind" gebrandmarkt.

      Ihre frühen Jahre waren oft mühsam und entbehrungsreich. Gleichwohl bahnten sie sich erfolgreich ihren Weg - ebenso wie das Nachkriegsland, in das sie hineinwuchsen. Illustriert werden ihre Erinnerungen durch außergewöhnliche Filmbilder und animierte Zeichnungen im Stil der Graphic Novel.

      • Wir Nachkriegskinder 2/2: Zeit der Wunder; Film von Annette Koehler und Jobst Knigge

      Wie wir wurden, was wir sind: Am Beispiel prominenter Lebensläufe entwirft die zweiteilige Dokumentation ein persönliches und berührendes Bild der deutschen Nachkriegszeit.

      Mit authentischen Bildern und Erlebnisberichten lassen die Filme, im Rahmen des ZDF-Programmschwerpunkts zur Nachkriegsgeschichte, die spannenden Gründerjahre der beiden deutschen Staaten Revue passieren - ebenso packend wie unterhaltsam.

      Die 50er Jahre: Sie sind grell und bunt, aber auch prüde und verstockt. Uwe Seeler, Ingrid van Bergen, Marie-Luise Marjan, Vera von Lehndorff, Helmut Markwort, Winfried Glatzeder und Bill Ramsey wurden in den 50er Jahren erwachsen, machten Karriere; Persönlichkeiten, die Deutschland auf ganz unterschiedliche Weise prägten. Als Sportler, Schauspieler, Models und Journalisten haben sie einen ganz eigenen Blick auf das erste Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg. Für die einen ist es die beste Zeit ihres Lebens, eine des Aufschwungs, des Optimismus und der Tatkraft. Für die anderen sind es "bleierne Zeiten" voll des spießigen Muffs, in denen sich eine weitgehend unpolitische Bevölkerung vor allem für die Mehrung ihres privaten Wohlstandes interessierte. Es ist auch eine Zeit des Verdrängens und Schweigens zwischen den Generationen. Vom schwierigen Nazi-Erbe wollten die meisten nichts mehr wissen in jenen Jahren. Wer das Trauma nicht loswurde oder darunter litt, galt schnell als Außenseiter in der deutschen Gesellschaft der 50er Jahre.

      Annette Koehler und Jobst Knigge zeichnen diese aufregenden Jahre in prominenten Lebensläufen nach, die wenig bekannte Kindheitserlebnisse offenbaren: Uwe Seeler berichtet von seinem Leben zwischen Fußball und bürgerlichem Job, Ingrid van Bergen von den Schrecken der Flucht, vom Neuanfang in der Fremde und ihrem Durchbruch als Schauspielerin. Marie-Luise Marjan erinnert sich an eine Jugend in der Provinz zwischen Tanzstunde und Motorradausflügen mit den Eltern. Für das spätere Model, Vera von Lehndorff, waren es Jahre der Verzweiflung.

      Die frühen Jahre waren oft mühsam und entbehrungsreich, und doch bahnten sich die Protagonisten des Filmes erfolgreich ihren Weg. Illustriert werden die Erinnerungen durch außergewöhnliche Filmbilder und animierte Zeichnungen im Stil der Graphic Novel.

      • Mörder unter uns - Fritz Bauers einsamer Kampf; Ein Film von Peter Hartl und Andrzej Klamt

      Er war die Ausnahmeerscheinung der Nachkriegsjustiz: Fritz Bauer, hessischer Generalstaatsanwalt, der die Deutschen in einem aufsehenerregenden Prozess vor 50 Jahren mit dem Geschehen in Auschwitz konfrontierte, stand in seiner Zunft weithin allein da. „Wenn ich mein Amtszimmer verlasse, betrete ich feindliches Ausland“, lästerte er im Freundeskreis gern mit galligem Humor. Die überwältigende Mehrheit seiner Amtskollegen hatte ihre Robe bereits im Zeichen des Hakenkreuzes getragen und mühte sich nun, eingebunden in alte Seilschaften, nach Kräften, die Verbrechen der Vergangenheit ruhen zu lassen.

      In klarem Kontrast zu dieser Schlussstrichmentalität öffnete Fritz Bauer im Frankfurter Auschwitzprozess seinen Landsleuten die Augen für die Abgründe der Diktatur. Ohne seine stille Beharrlichkeit wäre auch Adolf Eichmann, der nach Argentinien geflohene Manager des NS-Vernichtungswerks, bis an sein Lebensende unbehelligt geblieben. Und doch trieb Fritz Bauer, wiewohl als jüdischer Sozialdemokrat nach 1933 aus seinem Vaterland vertrieben, nicht Rachsucht an. Seine Mission war die Aufklärung. Auf dem Boden des Rechtsstaats ließ er öffentlich darüber.

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      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 19.04.17
      04:30 - 07:30 Uhr (180 Min.)
      180 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 16.09.2019