• 05.06.2013
      08:15 Uhr
      Geheimnis am Indus Die antike Stadt Mohenjo Daro | phoenix
       

      "Hügel der Toten" bedeutet Mohenjo Daro in der Sprache der Provinz Sindh. In Pakistan am Indus liegen die Ruinen dieser Stadt, die selbst nach heutigen Maßstäben als "fortschrittlich" gelten würde. Die Siedlung wurde im 3. Jahrtausend vor Chr. auf einem künstlichen Hügel gebaut, und alle Häuser verfügen über Toiletten und Abwasserkanal.

      Mittwoch, 05.06.13
      08:15 - 09:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      "Hügel der Toten" bedeutet Mohenjo Daro in der Sprache der Provinz Sindh. In Pakistan am Indus liegen die Ruinen dieser Stadt, die selbst nach heutigen Maßstäben als "fortschrittlich" gelten würde. Die Siedlung wurde im 3. Jahrtausend vor Chr. auf einem künstlichen Hügel gebaut, und alle Häuser verfügen über Toiletten und Abwasserkanal.

       

      Der britische Forscher Sir Alexander Cunningham entdeckte Mohenjo Daro schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Doch anstatt in den Hügeln - unweit des Indus - eine mächtige Stadt aus dem 3. Jahrtausend vor Christus zu erkennen, urteilte Cunningham in kolonialer Überheblichkeit, die Ansammlung aus Backsteinen sei unbedeutend. Wie sehr er sich irrte, ist ihm zeitlebends verborgen geblieben. Nach dem vernichtenden Urteil Cunninghams wurden die Backsteine von den englischen Kolonialherren sogar zur Unterfütterung einer Eisenbahnstrecke verwendet. Erst 1920 begriff ein indischer Archäologe, was unter dem Hügel schlummerte: eine sagenhaft-riesige Metropole, das Zentrum der rätselhaften Harappa- oder Induskultur, eine der drei frühen Hochkulturen der Menschheit.

      Heute weiß man: Neben den Ägyptern und den Sumerern war der Indus eine Geburtsstädte der Hochkultur, die mit den Städten am Nil und Mesopotamiens durchaus gleichrangig war. An diesen drei Orten brach die Menschheit in ein neues Zeitalter auf. Im frühen 3. Jahrtausend entstanden die ersten großen Städte - alle ausnahmslos an großen Strömen gelegen. Im fruchtbaren Tal des Indus, der über 2900 Kilometer von den Bergen Kaschmirs bis ins Arabische Meer fließt, ließen sich schon früh Nomaden nieder. Zeitgleich wie im Tiefland von Euphrat und Tigris entstanden die ersten Zivilisationen der Welt. Experten sehen den Grund in den Fortschritten bei der Landwirtschaft, die den Druck der Nahrungsbeschaffung minderte. Es könnte aber auch noch eine andere Erklärung geben.

      Drei Fakten sind, neben der schieren Größe, an Mohenjo Daro außergewöhnlich. Erstens: Die Stadt war extrem fortschrittlich konzipiert. Bis zu 100.000 Einwohner könnte die Stadt im 3. Jahrtausend beherbergt haben. Die frühe Metropole wurde wegen der Hochwasser des Indus auf einem, bis zu 15 Meter hohen künstlichen Plateau aus Backsteinen errichtet - eine enorme Leistung. Das Volumen der bewegten Erde und Ziegel steht den Pyramiden in Gizeh um nichts nach. Bisher wurde nur ein kleiner Teil der Metropole ausgegraben, aber wenn sich die Vermutungen der Archäologen bestätigen, dann ist Mohenjo Daro die größte bronzezeitliche Stadt der Antike.

      Film von Hannes Schuler

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      Mittwoch, 05.06.13
      08:15 - 09:00 Uhr (45 Min.)
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