• 02.06.2013
      23:50 Uhr
      Stradella Uraufführung der Oper von César Franck | arte
       

      Die Oper "Stradella" ist ein unvollendetes Jugendwerk des Lütticher Komponisten César Franck aus dem Jahr 1841, deren Manuskript man erst 1984 in der Französischen Nationalbibliothek fand. Jetzt feierte das Werk an der Opéra Royal de Wallonie Weltpremiere. Die Orchestrierung stammt von Luc Van Hove, die Inszenierung übernahm der Filmemacher Jaco Van Dormael, welcher Filme wie "Der achte Tag" oder "Toto der Held" realisierte.

      Sonntag, 02.06.13
      23:50 - 01:50 Uhr (120 Min.)
      120 Min.
      HD-TV Stereo

      Die Oper "Stradella" ist ein unvollendetes Jugendwerk des Lütticher Komponisten César Franck aus dem Jahr 1841, deren Manuskript man erst 1984 in der Französischen Nationalbibliothek fand. Jetzt feierte das Werk an der Opéra Royal de Wallonie Weltpremiere. Die Orchestrierung stammt von Luc Van Hove, die Inszenierung übernahm der Filmemacher Jaco Van Dormael, welcher Filme wie "Der achte Tag" oder "Toto der Held" realisierte.

       

      Im festlichen Trubel des Karnevals von Venedig lässt der Herzog von Pesaro die schöne Leonor von seinem Leutnant Spadoni entführen. Um ihre Liebe zu gewinnen, engagiert er den berühmten Sänger und Komponisten Stradella als Gesangslehrer für sie. Allerdings weiß der Herzog nicht, dass Stradella und Leonor schon seit einiger Zeit ineinander verliebt sind. Das Liebespaar flieht, doch Pesaros Häscher sind ihnen auf den Fersen ...

      "Stradella" ist ein humanistisches Werk, in dem César Franck klassische Opernstrukturen aufgreift, erneuert und erweitert. Sein mächtiges Vokalwerk zeugt von seiner meisterhaften Beherrschung der Komposition für Singstimme, gilt letztere doch als gemeinsame Grundlage der beiden von ihm gespielten Instrumente Klavier und Orgel.
      Luc Van Hove hat das unvollendete Werk orchestriert und ihm eine klassisch-zeitgenössische Note verliehen. Der bei Publikum wie Kritikern gleichermaßen geschätzte Dirigent Paolo Arrivabeni leitet das Orchester mit einer fabelhaften Mischung aus Kraft und Zurückhaltung.

      Filmregisseur Jaco Van Dormael gab mit dieser zeitlos anmutenden Inszenierung sein Operndebüt. Seine kreative Interpretation und die Kulisse des vom winterlichen "acqua alta" heimgesuchten Venedig geben dem Stück etwas Traumhaftes. Wasser - das Symbol der Lagunenstadt - fließt auf dieser Bühne reichlich und manchmal auch in verschiedenen Farben. Es regnet, der Wasserspiegel steigt, die Menschen versinken darin knie-, dann hüfttief und schließlich bis zum Hals ...

      Für die gelungene TV-Umsetzung zeigt sich Filmregisseur Frédéric Caillierez verantwortlich, der mit den Produktionen der Königlichen Oper Belgiens seit längerem vertraut ist. Er war unter anderem Regieassistent bei "Die neun Pforten" von Roman Polanski und bei "Ronin" von John Frankenheimer.

      In der Titelrolle ist Marc Laho zu sehen. Der aus Lüttich stammende Tenor gibt mit seiner lyrischen Stimme der Figur des Stradella das nötige Profil und bringt seine leidenschaftliche Liebe zu Leonor künstlerisch eindrucksvoll zum Ausdruck. Die volle, kräftige Stimme und die Bühnenpräsenz von Isabelle Kabatu verleihen Leonor überzeugende Dramatik. Markant auch die beiden Bösewichte Philippe Rouillon und Werner Van Mechelen.

      Der in einem multikulturellen Umfeld aufgewachsene César Franck (geboren in Lüttich, damals unter holländischer Aufsicht; sein Vater war Wallone, seine Mutter Deutsche; 1873 erhielt er die französische Staatsbürgerschaft) verkörpert die Widersprüche - und Stärken - des heute von der Spaltung bedrohten Belgiens.

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