• 09.05.2013
      15:15 Uhr
      Karl der Große (3/3) Kaiser Europas | arte
       

      Im Jahr 785 kommt es in Attigny zum ersten Treffen der beiden Erzrivalen Karl und Widukind. Der fränkische König empfängt den sächsischen Adeligen, den er auf dem Feld nicht besiegen konnte, mit Geschenken. Als Zeichen des neuen Friedens zwischen Sachsen und Franken lässt sich Widukind taufen. Sein Taufpate ist Karl. Nach und nach hebt der Frankenkönig das bis dahin gültige, äußerst harte Besatzungsrecht in Sachsen auf. Stattdessen räumt er den sächsischen Stämmen eine Beteiligung an der Gesetzgebung ein und stellt sie damit den anderen Völkern im Frankenreich gleich. 33 Jahre seines Lebens hat der Krieg Karl gekostet.

      Donnerstag, 09.05.13
      15:15 - 16:05 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Stereo HD-TV

      Im Jahr 785 kommt es in Attigny zum ersten Treffen der beiden Erzrivalen Karl und Widukind. Der fränkische König empfängt den sächsischen Adeligen, den er auf dem Feld nicht besiegen konnte, mit Geschenken. Als Zeichen des neuen Friedens zwischen Sachsen und Franken lässt sich Widukind taufen. Sein Taufpate ist Karl. Nach und nach hebt der Frankenkönig das bis dahin gültige, äußerst harte Besatzungsrecht in Sachsen auf. Stattdessen räumt er den sächsischen Stämmen eine Beteiligung an der Gesetzgebung ein und stellt sie damit den anderen Völkern im Frankenreich gleich. 33 Jahre seines Lebens hat der Krieg Karl gekostet.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Gabriele Wengler

      Ein Ereignis in Rom spielt Karl in die Hände, um seine Macht nun auch durch den Kaisertitel zu dokumentieren. Im Jahr 799 kommt es zu einem Attentat auf Papst Leo III., dem seine Gegner einen lasterhaften Lebensstil vorwerfen. Der schwer bedrängte Heilige Vater bittet Karl um Hilfe. Schließlich ist das Frankenheer die Schutzmacht der Christenheit. Als der Papst nach Paderborn kommt, um Karl zu treffen, befindet sich der König der Franken in einer glänzenden Verhandlungsposition. Karl schickt den Papst in Begleitung königlicher Gesandter zurück nach Rom. Dort sollen diese alle Vorwürfe gegen den Papst aufklären. Im Sommer 800 dann zieht Karl nach Rom. Am Weihnachtstag des Jahres 800 betritt der Frankenkönig die Basilika Alt-Sankt-Peter und wird vom Papst zum römischen Kaiser gekrönt. Mit dem Segen des Papstes ist Karl nun "Augustus Imperator Renovati Imperii Romani" (Kaiser des erneuerten Römischen Reiches) und damit unangefochten der mächtigste Herrscher des Abendlandes.

      Er richtet seine Aufmerksamkeit nun auf die innenpolitische Entwicklung im Frankenreich. Mit wirtschaftlichen Reformen sucht er das von den langen Kriegen ausgelaugte Land wieder aufzurichten. Er führt einheitliche Gesetze und eine einheitliche Währung ein. In Aachen lässt er eine prächtige Kaiserpfalz errichten, deren Pfalzkapelle heute noch steht. An seinem Hof versammelt er Gelehrte aus ganz Europa, um das Wissen seiner Zeit zu bündeln und die Bildung im Reich zu fördern.

      Im Januar 814 stirbt Karl nach kurzer Krankheit in Aachen. Sein Reich hat unter seinen Nachfolgern nicht lange Bestand, aber auch dank seines Biografen Einhard ist Karl der Große als legendärer Herrscher bis heute im Gedächtnis geblieben.

      Gütiger Vater Europas oder egozentrischer Herrscher - wer war Karl der Große wirklich? Das dreiteilige Doku-Drama erweckt eine Herrscherfigur zum Leben, die ein Imperium schuf, dessen Spuren bis in die Gegenwart reichen. Der Dreiteiler nähert sich der Person Karl des Großen mit Spielszenen, einer wissenschaftlichen Spurensuche an historischen Schauplätzen in Deutschland, Frankreich und Italien sowie Einschätzungen weltweit führender Mittelalter-Experten.

      Der dritte Teil des Doku-Dramas zeigt das Ende des Konflikts zwischen den Franken und den Sachsen, schildert die Ereignisse, die zur Krönung Karls zum "Kaiser des erneuerten Römischen Reiches" geführt haben, und berichtet von den innenpolitischen Neuerungen, die Karl der Große bis zu seinem Tod im Jahr 814 durchsetzt.

      Das Bild, das die gängigen Geschichtsbücher von Karl dem Großen zeichnen, ist das des ersten und größten Kaisers des Mittelalters. Noch heute wird er in Frankreich und Deutschland als Stammvater der Nation betrachtet. Das Reich, das Karl der Große schuf, umfasste aber weit mehr als nur das Herz Europas - es reichte von den Pyrenäen bis an die Donau und vom italienischen Stiefel bis an die Nordseeküste. Doch trotz aller Popularität wissen die meisten von uns wenig vom mächtigsten Mann des Mittelalters. Zwar kennt jeder seinen Namen, doch niemand kann sagen, wer er wirklich war.

      Das meiste, das über Karl den Großen bekannt ist, basiert auf einem Werk des fränkischen Gelehrten Einhard, der Jahre nach Karls Tod mit der biografischen Niederschrift der weltberühmten "Vita Karoli Magni" begann. Seiner Überlieferung folgt auch die filmische Darstellung - ergänzt um die aktuellsten Forschungsergebnisse zu Kaiser Karl und seiner Zeit. Kommentare und Einordnungen heutiger Mittelalter-Historiker runden das Bild ab. Dazu zählen Professor Matthias Becher aus Bonn, Professor Philippe Depreux aus Limoges und Professor Johannes Fried aus Frankfurt am Main.

      Die derzeitige Forschung begreift Karl längst nicht mehr nur als mittelalterlichen, sondern als modernen Herrscher. Denn in vielem, was er tat, schlug er radikal neue Wege ein und wurde somit zum Prototyp eines Herrschertypus, der weit über das Mittelalter hinaus strahlt.

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