• 11.05.2013
      16:45 Uhr
      Metropolis Magazin | arte
       

      Themen:

      • Metropolenreport: Rotterdam - Das Tor zur Welt
      • Amélie Nothomb
      • Norman Foster zeigt seine Lieblingskunst
      • James Blake
      • Kulturkrieger im Gazastreifen
      • Norbert Bisky
      • Disabled Theater - Darf man das?

      Samstag, 11.05.13
      16:45 - 17:35 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Stereo HD-TV

      Themen:

      • Metropolenreport: Rotterdam - Das Tor zur Welt
      • Amélie Nothomb
      • Norman Foster zeigt seine Lieblingskunst
      • James Blake
      • Kulturkrieger im Gazastreifen
      • Norbert Bisky
      • Disabled Theater - Darf man das?

       
      • Metropolenreport: Rotterdam - Das Tor zur Welt

      Rotterdam ist ein Schmelztiegel: In der zweitgrößten Stadt der Niederlande befindet sich nicht nur der wichtigste Hafen Europas, hier leben auch über 150 verschiedene Nationalitäten neben- und miteinander. Vielleicht ist Rotterdam deswegen so jung. Denn die Metropole in Südholland ist der einzige Ort in den Niederlanden, an dem sich das Durchschnittsalter der Bevölkerung im letzten Jahrzehnt verringert hat.
      "Metropolis" macht sich auf zum Tor Europas und entdeckt eine Stadt, die viel mehr zu bieten hat als Schiffscontainer und Verladekräne. Ihr Zentrum - das im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen in Schutt und Asche gelegt wurde - besticht inzwischen durch eine moderne Skyline. Verwunderlich ist das nicht. Schließlich hat der renommierte Architekt Rem Koolhaas hier nicht nur sein Atelier, sondern auch gleich einen Think Tank zum Thema Stadtentwicklung angesiedelt. Überhaupt ist Rotterdam ein Zentrum der modernen Architektur: die berühmten Kubusgebäude von Piet Blom, die Erasmusbrücke oder Fosters World Port Center - ein avantgardistisches Meisterwerk - prägen das Stadtbild der Metropole.
      Aber hinter der modernistischen Fassade verbirgt sich auch eine brodelnde Kulturlandschaft. Ob auf der Gourmetmeile Witte de Withstraat oder in den Kunstgalerien der jungen Szene - die Hafenstadt beweist allerorts ihren Aufbruchsgeist.

      • Amélie Nothomb

      Die belgische Schriftstellerin Amélie Nothomb ist in ihrer Heimat ein literarischer Superstar: Ihre Bücher stürmen regelmäßig die Bestsellerlisten. In ihrem neuen Roman "So etwas wie ein Leben" - der im April auf Deutsch erschien - verbindet Nothomb wie gewohnt Fiktion und Realität. Im Zentrum steht der Briefwechsel zwischen einer Schriftstellerin und einem US-Soldaten. Durch den Kontakt zu der Französin fühlt sich der vom Krieg gezeichnete GI endlich wieder wie ein Mensch.
      Die Parallelen zur realen Autorin sind unverkennbar. Denn auch wenn sie bisher noch keine Feldpost aus Bagdad bekommen hat: Briefe von Lesern erhält sie zuhauf. Und oft entsteht aus dieser Kontaktaufnahme eine Art Freundschaft. Amélie Nothomb pflegt den Kontakt zu ihren Fans. Aber wie geht man mit der daraus entstehenden Nähe um? Und wie beeinflusst der Kontakt zu den Lesern das Schaffen der Künstlerin? "Metropolis" besucht Amélie Nothomb in Paris und trifft eine Schriftstellerin, die nah und entrückt zugleich scheint.

      • Norman Foster zeigt seine Lieblingskunst

      Er ist einer der bekanntesten, einer der wichtigsten - und sicher einer der besten Architekten. Zudem der mit den meisten bedeutenden Preisen und Auszeichnungen: Der Brite Lord Norman Foster.
      Ob der Reichstag in Berlin, die Brücke von Millau, das Swiss Re Hochhaus in London oder der Hearst Tower in New York: seine Bauwerke stehen überall und sind nicht mehr zu zählen. Er ist der Repräsentant einer High-Tech Architektur schlechthin, der ständig neue Herausforderungen sucht.
      Norman Fosters aktuelle Tätigkeit ist deshalb nur folgerichtig: Zum 20. Geburtstag des von ihm entworfenen Museums für zeitgenössische Kunst in Nîmes, dem "Carré d'Art", versucht er sich als Kurator. Mit der Ausstellung "Moving" gibt er einen Einblick in sein kulturelles Universum; zeigt eine Auswahl von Kunstwerken, die ihn in seinem Leben und seiner Arbeit ma geblich beeinflusst haben. Neben "historischen" Werken von Giacometti, Calder, Duchamp, Moore, Hockney, Richter, ... werden auch extra für die Ausstellung in Auftrag gegebene Arbeiten von Bill Fontana, Nuno Ramos oder Olafur Eliasson zu sehen sein.
      "Metropolis" zeigt Lord Foster bei den Aufbauarbeiten. Für ihn erfüllt sich mit der Ausstellung erkennbar ein Traum.

      • James Blake

      Der Hype um James Blake ist groß. Gerade hat der 24-jährige Musiker sein zweites Album "Overgrown" veröffentlicht. Er ist sich des Drucks, der nun auf ihm lastet, bewusst. Denn die Erwartungen, die an ihn gestellt werden, sind gewachsen, nachdem sein Debüt 2011 von vielen Kritikern und Fans als das Album des Jahres bezeichnet wurde.
      Mit seinem ersten Album "James Blake" war es dem Londoner gelungen, eine neue Form des Pop zu schaffen und bekannt zu machen. Es ist eine Form, die eigentlich viel zu komplex ist, um Pop zu sein - keine Feel-Good-Easy-Listening-Musik, die dennoch fast jeden anspricht. Seine Fans rührt er mit seinen sphärischen Klängen zwischen minimalistischem Elektro und Ballade regelmäßig zu Tränen.
      Das Besondere an seinem Sound sind eine tiefgreifende Emotionalität und Traurigkeit. Zum Release des neuen Album überschlagen sich die Feuilletons daher wie zu erwarten erneut und bezeichnen den Musiker überschwänglich als "Hoffnungsträger des Pop" oder "Pop-Visionär". Wie aber gelingt es diesem brav aussehenden Jungen aus dem bürgerlichen Nord-London, mit seiner Musik die ganze Welt so zu berühren? "Metropolis" trifft James Blake in Manchester.

      • Kulturkrieger im Gazastreifen

      Gaza ist nicht unbedingt der Ort, an dem man 17 oder 20 sein möchte. Gängige Jugendkultur hat hier kaum einen Platz. Kultur generell hat es schwer. Davon kann auch Gazas berühmtester Regisseur Khalil Al Mozayen ein trauriges Lied singen. Was er sieht, wenn er über seine Stadt blickt, gefällt ihm ganz und gar nicht. Hamas, überall Hamas. Gaza ertrinkt in grün, der Farbe des Islams.
      Wer sich hier mit seiner Kunst offen gegen die Regierung wendet, kann schnell viel Ärger bekommen. Ansonsten aber lässt man die Künstler und Filmemacher gewähren. Weshalb auch nicht, Möglichkeiten um ihre Werke zu zeigen, gibt es eh kaum. Viele der Kinos zum Beispiel wurden von den Religiösen niedergebrannt. Mit Metropolis spricht Khalil Al Mozayen über sein jüngstes Projekt, das die traurige Geschichte der Kinokultur in Gaza reflektiert. Auch dieser Film darf hier natürlich nicht gezeigt werden.
      Dass Kreativität trotz schwieriger Bedingungen ihren Weg findet, dafür ist eine junge Kulturbewegung in Gaza das beste Beispiel. Irgendwie passt Parkour in den Gazastreifen. Und die Jungs, die diese Bewegung hier gestartet haben, wissen um die Symbolkraft. Ihre Botschaft: Wir wollen frei sein. Darüber, wie schwer es ist, hier seinen Wünschen und Hoffnungen auf kreative Weise Ausdruck zu verleihen, haben Gazas Kulturkrieger mit "Metropolis" gesprochen.

      • Norbert Bisky

      Auf den ersten Blick wirkt die Malerei von Norbert Bisky knallbunt, fröhlich und poppig. Aber hinter den Motiven steckt eine gehörige Portion Wut. Aufgewachsen in der DDR fühlt sich der Sohn des Linken-Politikers Lothar Bisky seiner Jugend durch das DDR-Regime beraubt. Die Doktrinen der Diktatur verarbeitet er ästhetisch. Seine homoerotischen blonden Jünglinge brachten dem 42-jährigen Meisterschüler von Baselitz großen Erfolg, aber auch Kritik ein. Die größte Inspirationsquelle ist für den Maler dabei noch immer seine eigene Geschichte.
      2008 veränderten zwei schlimme Erlebnisse seine Kunst: Die Anschläge auf ein Luxushotel in Mumbai, die er vor Ort miterlebte und der plötzlichen Tod seines kleinen Bruders. Die traumatischen Ereignisse veränderten den Menschen Bisky und sein Werk von nachhaltig.
      Aktuell begibt sich Bisky auf ein ganz neues Terrain. Für eine Aufführung des Deutschen Staatsballett im Berliner Elektroclub Berghain entwirft Bisky das Bühnenbild. - Wieder wird es düster. "Metropolis" ihn bei der Arbeit in seinem Atelier über die Schulter geschaut.

      • Disabled Theater - Darf man das?

      Der französische Star-Choreograph Jérôme Bel bringt geistig Behinderte auf die Bühne. Darf man das? Seine Inszenierung "Disabled Theater" verstört das Publikum schon ganz am Anfang. Die Schauspieler treten einzeln an den Bühnenrand und lassen sich minutenlang anstarren. Der Zuschauer wird , ob er will oder nicht, zum Voyeuristen.
      Ist das noch Theater? Warum tut Jerome Bel so etwas? Führt er seine Protagonisten vor? Jérôme Bel selbst sagt: "Theater ist voyeuristisch. Deswegen ist es erst interessant.
      Er arbeitet zum ersten mal mit der Theatergruppe Hora aus Zürich. Vor einem Jahr wurde das Stück auf der Documenta gezeigt, danach in 15 europäischen Städten und im Mai wird es, als eine der 10 bemerkenswertesten Inszenierungen des Jahres, beim Berliner Theatertreffen zu sehen sein.
      Die mutige und kontroverse Performance berührt. Beim Publikum ruft die ungewohnte Offenheit teils Begeisterung und teils Entsetzen hervor. "Metropolis" diskutiert das Für und Wieder eines solchen Experiments auch mit Jérôme Bel selbst, dem geht es nämlich vor allem um eines: Er will Menschen sichtbar machen, die sonst nicht beachtet werden. Das hat er jeden Falle geschafft.

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