• 27.03.2013
      06:20 Uhr
      Caravaggio und der Tod Dokumentarfilm Deutschland 2010 | arte
       

      Er war notorisch jähzornig, ein Raufbold und ein Mörder - und er war einer der revolutionärsten Maler der Kunstgeschichte: Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571-1610). Die Dokumentation wirft einen Blick auf Caravaggios Spätwerk und dessen letzte dunkle Lebensphase.

      Mittwoch, 27.03.13
      06:20 - 07:05 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      VPS 05:10
      Stereo

      Er war notorisch jähzornig, ein Raufbold und ein Mörder - und er war einer der revolutionärsten Maler der Kunstgeschichte: Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571-1610). Die Dokumentation wirft einen Blick auf Caravaggios Spätwerk und dessen letzte dunkle Lebensphase.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Stefanie Appel

      In seinen Bildern zeigte er die Heiligen als Menschen, vom Leben gezeichnet. Er schuf dieses gleißende Licht, das mehr verdunkelt, als erhellt. Seine letzte Lebensphase und sein Tod sind nur eines von vielen Rätseln um den schon damals berühmten Malerstar des Frühbarocks, der in seinen letzten vier Lebensjahren seine tiefgründigsten Werke geschaffen hat. Es waren Jahre, die ihn offenbar tiefgreifend verändert haben. Caravaggio war keine 39 Jahre alt, als er starb, aber er hatte einen Spätstil wie der 60-jährige Rembrandt oder der 70-jährige Tizian gefunden.
      Auf der Höhe seines Ruhms hatte er bei einer Schlägerei einen Menschen getötet. Wegen Totschlages gesucht, verbrachte er fortan die letzten Jahre seines Lebens auf der Flucht. Sind Tod und Gewalt Schlüssel zum Verständnis seiner letzten Bilder? Der Film folgt den Stationen dieser letzten Lebensphase, führt wie ein Roadmovie von Rom über Neapel nach Malta, quer durch Sizilien und zeigt die Entwicklung von Caravaggios Spätwerk. Er war zunächst in die Ortschaft Paliano, südlich von Rom geflohen, wo er Schutz bei Adeligen fand, die sich dem Papst und dessen Polizei nicht verpflichtet fühlten. Hier im Versteck malte Caravaggio 1606 sein Emmaus-Abendmahl, das so eklatant einen Wandel sichtbar macht: Ein düsteres Bild, das mit dem früheren Maler dionysisch sinnlicher Jünglinge, für die er berühmt war, nichts mehr zu tun hat.

      Die Dokumentation verfolgt diese Veränderungen und spürt die Bilder auf, die Caravaggio auf seinem Fluchtweg hinterließ. Viele der Werke hängen bis heute an dem Ort, für den sie damals geschaffen wurden. Eine wichtige Station war Neapel, damals bourbonisch und daher Rom wenig zugetan. Hier fand Caravaggio wiederum einflussreiche Gönner, vor allem die "Jeunesse dorée" des neapolitanischen Adels, die ihn vor der päpstlichen Polizei versteckte.
      Von lärmenden Straßen führt die Suche nach dem Maler und seinem Werk in die Stille der Kirchen, zum Beispiel in die Pio Monte della Misericordia, für die er die "Sieben Werke der Barmherzigkeit" schuf. Ein Bild mit einer eigenwilligen Auslegung des Motivs. Manchmal gibt Caravaggio dem Tod geradezu die Anmutung von Zärtlichkeit, oder er zeigt Gewalttäter, wie verschattet von einer seltsamen Traurigkeit: Der Henker zum Beispiel, der der Salome den Kopf von Johannes dem Täufer überbringt, ist kein mörderischer Profi mehr, sondern ein Mensch, selbst vom Unglück gezeichnet.

      Wird geladen...
      Mittwoch, 27.03.13
      06:20 - 07:05 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      VPS 05:10
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 03.02.2023