• 25.03.2013
      04:50 Uhr
      Philosophie Schuld | arte
       

      Woher kommt der heimliche Groll des Schuldners gegenüber seinem Gläubiger? Wieso haftet finanziellen Schulden immer, ob gerechtfertigt oder nicht, der Beigeschmack einer moralischen Schuld an? Schuld und Schulden: dasselbe Wort, zwei unterschiedliche Bedeutungen und doch so eng miteinander verknüpft: Ein Gläubiger glaubt seinem Schuldner, dass dieser die Schuld beziehungsweise die geschuldete Leistung erbringen wird. Gemeinsam mit der Philosophin Corinne Enaudeau geht Raphaël Enthoven der Frage nach, wieso der Begriff "Schulden" so negativ besetzt ist.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 25.03.13
      04:50 - 05:15 Uhr (25 Min.)
      25 Min.
      VPS 03:45

      Woher kommt der heimliche Groll des Schuldners gegenüber seinem Gläubiger? Wieso haftet finanziellen Schulden immer, ob gerechtfertigt oder nicht, der Beigeschmack einer moralischen Schuld an? Schuld und Schulden: dasselbe Wort, zwei unterschiedliche Bedeutungen und doch so eng miteinander verknüpft: Ein Gläubiger glaubt seinem Schuldner, dass dieser die Schuld beziehungsweise die geschuldete Leistung erbringen wird. Gemeinsam mit der Philosophin Corinne Enaudeau geht Raphaël Enthoven der Frage nach, wieso der Begriff "Schulden" so negativ besetzt ist.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Philippe Truffault
      Gast Corinne Enaudeau

      Ob man dem Schuldner Schuldgefühle einredet oder sich selbst in die ewige Schuld dessen stellt, der einem vergibt - Schuld geht zwangsläufig mit nie endenden Gewissensqualen einher. Ist es möglich, sich einer Schuld für immer zu entledigen?

      Um einer Antwort näherzukommen, ziehen die beiden einen Roman Émile Zolas heran: In "Germinal" (1885) findet nämlich ein Rollentausch statt, bei dem der Gläubiger gleichsam zum Schuldner wird. Anhand einiger Passagen der Tragikkomödie "Cinna (ou la Clémence d'Auguste)" (1643) Pierre Corneilles verdeutlichen sie den Umstand, dass der Versuch einer Schuldaufhebung zugleich eine Steigerung derselben sein kann - ein philosophischer Exkurs auch anhand von Einsichten eines William Shakespeare, Charles Péguy, Emmanuel Lévinas und einer Simone Weil.

      Dabei geht es immer um die Frage, ob Gnade und Vergebung eine Aufhebung der Schulden und somit der Schuld bewirken kann oder ob wir uns gar in einem unauflöslichen Paradoxon befinden, in dem das Löschen der Schuld und die Bezahlung der Schulden unmöglich ist. Am Ende schlagen die beiden einen Bogen zur Finanzkrise Griechenlands und der kollektiven Schuldfrage Europas.

      Der junge Philosoph und Moderator Raphaël Enthoven zieht zusammen mit seinem Gast eine Linie von der Vergangenheit zur Gegenwart und verbindet die vermeintlich trockene Literatur der großen Philosophen mit aktuellem Zeitgeschehen.

      Die Philosophin Corinne Enaudeau, Tochter von Jean-François Lyotard, hält Literaturvorbereitungskurse für die französische Elitehochschule École normale supérieure. Sie beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Auswirkungen von Gedanken und Handlungen. Wichtige Veröffentlichungen: "Là-bas comme ici. Les paradoxes de la représentation" (1998), "La méthode de l'expédient", Collège International de Philosophie - Le Collège en Actes (2006) und "Les Transformateurs Lyotard" Collège International de Philosophie (2008).

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      Nacht von Sonntag auf Montag, 25.03.13
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