• 11.02.2013
      03:25 Uhr
      Sie weint nicht, sie singt Fernsehfilm Belgien 2010 (Elle ne pleure pas, elle chante) | arte
       

      Die Studentin Laura, 30 Jahre alt, lebt alleine am Rande Brüssels. Als ihr Vater nach einem schweren Autounfall im Koma liegt, kann sie nicht anders, als endlich mit ihrer Vergangenheit reinen Tisch zu machen.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 11.02.13
      03:25 - 05:00 Uhr (95 Min.)
      95 Min.
      Neu im Programm
      HD-TV Stereo

      Die Studentin Laura, 30 Jahre alt, lebt alleine am Rande Brüssels. Als ihr Vater nach einem schweren Autounfall im Koma liegt, kann sie nicht anders, als endlich mit ihrer Vergangenheit reinen Tisch zu machen.

       

      Laura ist eine Einzelgängerin, die alleine in ihrer halbfertig eingerichteten Wohnung voller Umzugskartons lebt. Mit ihrer Familie hat sie kaum Kontakt und auch Freunde hat sie keine. Die einzigen Beziehungen, die sie pflegt, sind die zu ihren Liebhabern, die sie aber nach einer Nacht wieder vor die Tür setzt.

      Laura hat ein bedrückendes Geheimnis, das sie niemandem erzählt hat: In ihrer Kindheit wurde sie von ihrem Vater regelmäßig missbraucht. Als der Vater bei einem Autounfall schwer verletzt wird und ins Koma fällt, kann sie während der Krankenhausbesuche nicht mehr an der Wahrheit vorbeigehen. Sie muss mit der Vergangenheit endlich abschließen. Doch dazu muss sie auch ihrem Bruder und ihrer Mutter die Wahrheit sagen, die von den zwei Gesichtern des Vaters nichts ahnen - oder nichts ahnen wollen. Wird Laura die Kraft finden, sich den peinigenden Erinnerungen zu stellen?

      In dem eindringlichen Drama "Sie weint nicht, sie singt" geht es nicht vordergründig um den Inzest, sondern um den Prozess der Befreiung, den Laura durch den Dialog mit ihrem Vater, mehr aber durch den Dialog mit sich selbst erfährt. Behutsam und zurückhaltend, aber mit einer starken und überaus sensiblen Inszenierung erzählt der belgische Regisseur Philippe de Pierpont die Geschichte, die von Amélie Sarns gleichnamigem Roman inspiriert wurde.

      Philippe de Pierpont wurde 1955 in Brüssel geboren. Nach seinem Studium der Kunstgeschichte betätigte er sich in verschiedenen künstlerischen Bereichen: Theater, Comics und Kino. Er hat an die zehn Dokumentarfilme verwirklicht, darunter "La ville invisible" (2001) und "La vie est un jeu de cartes" (2004). "Sie weint nicht, sie singt" ist nach "L'héritier" (1999) sein zweiter Spielfilm, allerdings der erste in Kinofilmlänge. Im Moment arbeitet Pierpont an einem weiteren langen Spielfilm.

      Die Darstellerin der Laura, Erika Sainte, geboren 1981 in Belgien, schrieb sich direkt nach der Schule am "Institut des Arts de Diffusion" in Louvain-La-Neuve ein. Seit 1999 spielt sie auf bekannten Brüsseler Bühnen wie dem Théâtre des Martyrs und dem Théâtre Royal du Parc. Auf Bildschirm war sie in "Nés un 4 février" (2004, Regie: Michaël Bier) und danach in "Cow-Boy" (2007, Regie: Benoît Mariage) und "Eau de vie" (2008, Regie: Nadia Benzekri) zu sehen. Für "Sie weint nicht, sie singt" erhielt sie den Magritte du Cinéma als die beste weibliche Nachwuchsschauspielerin.

      Laurent Capelluto, der Lauras Liebhaber Jérôme spielt, war zuerst Theaterschauspieler. Sei Kinodebüt gab er in Elisabeth Clauss' "Les amazones" (1999). Danach war er auch im Fernsehen tätig, unter anderem in "L'adorable femme des neiges" (2003, Regie: Jean-Marc Vervoort) und "Trop jeune pour moi?" (2004, Regie: Patrick Volson). Bekanntheit erlangte er vor allem mit Arnaud Desplechins "Un conte de Noël" (2008), wofür er einen César als bester Nachwuchsschauspieler erhielt. Danach folgten Filme wie "OSS 117: Rio ne répond plus" (2009, Regie: Michel Hazanavicius) oder "Mr. Nobody" (2009, Regie: Jaco Van Dormael). 2011 übernahm er die Hauptrolle in Miel van Hoogenbemts Film "Fils unique", sein letzter Film war Cécilia Rouauds "Je me suis fait tout petit" (2012).

      Marijke Pinoy, die Lauras Mutter spielt, wurde 1958 in Belgien geboren und hat eine lange Schauspielkarriere hinter sich. Sie spielte in diversen Fernsehserien wie "Witterkerke" (1993-1995), "De smaak van De Keyser" (2008), "Louislouise" (2009), "Los Zand" (2009) und "Witse" (2006 und 2009), in Kurzfilmen und Theaterstücken. Im Kino war sie in Filmen wie "Vidange perdue" (2006) von Geoffrey Enthoven, "Ben X" (2007) von Nic Balthazar und "Soeur Sourire" (2009) von Stijn Coninx zu sehen. Zuletzt spielte sie im belgischen Film "Het varken van Madonna" (2011, Regie: Frank Van Passel).

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      03:25 - 05:00 Uhr (95 Min.)
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