• 11.02.2013
      01:55 Uhr
      Schlafkrankheit Spielfilm Deutschland / Frankreich / Niederlande 2011 | arte
       

      Ebbo Velten ist seit vielen Jahren Arzt und Entwicklungshelfer in Afrika. Er muss sein Leben dort aufgeben, oder er verliert die Frau, die er liebt. Die Tragik eines Menschen, der sich zwischen den Welten verliert. Seine Premiere hatte "Schlafkrankheit" im Wettbewerb der Berlinale 2011, bei ARTE eröffnet er den diesjährigen Berlinale-Schwerpunkt. Ulrich Köhler wurde dort mit dem Silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnet.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 11.02.13
      01:55 - 03:25 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      HD-TV Stereo

      Ebbo Velten ist seit vielen Jahren Arzt und Entwicklungshelfer in Afrika. Er muss sein Leben dort aufgeben, oder er verliert die Frau, die er liebt. Die Tragik eines Menschen, der sich zwischen den Welten verliert. Seine Premiere hatte "Schlafkrankheit" im Wettbewerb der Berlinale 2011, bei ARTE eröffnet er den diesjährigen Berlinale-Schwerpunkt. Ulrich Köhler wurde dort mit dem Silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnet.

       

      Seit fast 20 Jahren leben Ebbo und Vera Velten in verschiedenen afrikanischen Ländern. Ebbo leitet ein Schlafkrankheitsprojekt. Seine Arbeit füllt ihn aus. Vera hingegen fühlt sich zunehmend verloren in der internationalen Community von Yaoundé, Kamerun. Sie leidet unter der Trennung von ihrer Tochter Helen, 14, die in Deutschland ein Internat besucht. Ebbo muss sein Leben in Afrika aufgeben oder er verliert die Frau, die er liebt. Aber mit jedem Tag wächst seine Angst vor der Rückkehr in ein Land, das ihm fremd geworden ist.

      Jahre später: Alex Nzila, ein junger französischer Mediziner mit kongolesischen Wurzeln, reist nach Kamerun. Er soll ein Entwicklungshilfeprojekt recherchieren und bewerten. Schon lange hat er den Kontinent nicht mehr betreten. Doch statt auf neue Perspektiven, trifft er auf einen destruktiven, verlorenen Menschen: wie ein Phantom entzieht sich Ebbo seinem Gutachter.

      Thema: Die Bären sind los: 63. Berlinale
      Im Februar sind die Augen der Branche und der filmbegeisterten Welt auf Berlin gerichtet: Vom 7. zum 17. Februar 2013 findet die 63. Berlinale statt. ARTE-Journal berichtet über den Wettbewerb und wichtige Filme aus den anderen Sektionen.

      Einer der Höhepunkte des Festivals 2013 ist die Welturaufführung mit Live-Musik von Isabella Rossellinis "Mammas"; in den kurzen Filmen schlüpft die Schauspielerin und Regisseurin ganz physisch in die Rolle eines Spinnenweibchens oder eines trächtigen Fisches und hinterfragt - wissenschaftlich fundiert, aber witzig verpackt - deren Mutterinstinkt. ARTE, Koproduzent der "Mammas", zeigt die dreiminütigen Filme kurz nach der Premiere in seinem "KurzSchluss-Special" zusammen mit einem Making-of.

      Zwei "Silberne Bären" präsentiert ARTE als TV-Premiere: "Schlafkrankheit" von Ulrich Köhler und "Gigante" von Adrián Biniez. Ebenfalls in deutscher Erstausstrahlung: Benjamin Heisenbergs "Der Räuber". Alle drei Filme sind ARTE-Koproduktionen mit dem ZDF.
      Feo Aladags "Die Fremde", eine ARTE-Koproduktion mit dem WDR und dem RBB, bildet den vierten Spielfilm des Berlinale-Schwerpunkts, der auf ARTE in deutscher Erstausstrahlung gesendet wird.
      Noch einmal zu sehen sind Doris Dörries Kinoerfolg "Kirschblüten - Hanami" mit Elmar Wepper (Berlinale 2008) und "Knallhart" mit David Kross (Berlinale 2006). Porträtiert werden auch Oskar Roehler in "Der Berührbare" und Andrzej Wajda in "Der Traumlotse" (beide RBB/ARTE), beide zur Berlinale produziert.
      ARTE wiederholt ferner "Die Reise nach Metropolis" über den sensationellen Fund verschollener Szenen aus Fritz Langs "Metropolis", der in seiner rekonstruierten Fassung 2010 bei der "Berlinale" gefeiert wurde - und der auf ARTE einen Zuschauerrekord war. Und wie jedes Jahr überträgt ARTE die Verleihung der Teddy Awards!

      • "Schlafkrankheit", Film von Ulrich Köhler am Mittwoch, den 6. Februar um 20.15 Uhr, Erstausstrahlung
      • "Gigante", Film von Adrián Biniez, am Mittwoch, den 6. Februar um 21.45 Uhr, Erstausstrahlung
      • "Der Traumlotse - Das Kino des Andrzej Wajda", Dokumentation, am Mittwoch, den 6. Februar um 23.10 Uhr, Erstausstrahlung
      • "Der Berührbare - Der Filmregisseur Oskar Roehler", Dokumentation, am Mittwoch, den 6. Februar um 00.00 Uhr, Erstausstrahlung
      • "Der Räuber", Film von Benjamin Heisenberg, am Freitag, den 8. Februar um 20.15 Uhr, Erstausstrahlung
      • "KurzSchluss - Das Magazin", Spezial Berlinale mit vier Episoden der neuen Kurzfilmserie "Mammas" von Isabella Rossellini sowie "Rafa", Goldener Bär 2012 von João Salaviza, am Freitag, den 8. Februar um 23.25 Uhr

      Metropolis, Samstag, den 9. Februar um 16.45 Uhr

      • "Square", Magazin Spezial Berlinale, am Sonntag, den 10. Februar um 11.45 Uhr, Erstausstrahlung
      • "ARTE Lounge" live von der Berlinale, am Sonntag, den 10. Februar um 23.15 Uhr, Erstausstrahlung
      • "Knallhart", Film von Detlev Buck, am Montag, den 11. Februar um 21.55 Uhr
      • "Oma & Bella", Dokumentarfilm, am Montag, den 11. Februar um 23.30 Uhr, Erstausstrahlung
      • "Die Fremde", Film von Feo Aladag, am Mittwoch, den 13. Februar um 20.15 Uhr, Erstausstrahlung
      • "Die Reise nach Metropolis", Dokumentation über die Restaurierung von Fritz Langs "Metropolis", am Mittwoch, den 13. Februar um 22.05 Uhr
      • "Metropolis", Magazin, am Samstag, den 16. Februar um 16.45 Uhr, Erstausstrahlung
      • Preisverleihung von der Berlinale, am Samstag, den 16. Februar um 22.00 Uhr
      • "Die 27. Teddy Awards 2013", Gala der Preisverleihung, am Samstag, den 16. Februar um 00.05 Uhr, Erstausstrahlung
      • "Square", Magazin Spezial Berlinale, am Sonntag, den 17. Februar um 11.45 Uhr, Erstausstrahlung
      • "Kirschblüten - Hanami", Film von Doris Dörrie, am Montag, den 18. Februar um 20.15 Uhr

      Ulrich Köhler wurde 1969 in Marburg geboren und lebte in seiner Kindheit mehrere Jahre in Zaire, wo seine Eltern als Entwicklungshelfer arbeiteten. Er studierte Kunst in Quimper (Frankreich), anschließend in Hamburg Philosophie und dann Visuelle Kommunikation an der Hochschule für Bildende Künste, wo er preisgekrönte Kurzfilme drehte. Seine in Koproduktion mit dem ZDF entstandenen Spielfilme "Bungalow" (Berlinale Panorama 2002) und "Montag kommen die Fenster" (Berlinale Forum 2006) liefen auf zahlreichen Festivals und erhielten Preise im In- und Ausland.
      Der Niederländer Pierre Bokma wurde 1955 in Paris geboren. Er besuchte die Theaterakademie Maastricht. Nach seinem Abschluss spielte er bei verschiedenen Theatern in den Niederlanden, unter anderen dem Publiekstheater und der Toneelgroep Amsterdam, aber auch an den Münchner Kammerspielen. Er wurde mit dem Louis d'Or, dem wichtigsten Theaterpreis der Niederlande, ausgezeichnet. Pierre Bokma spielte in zahlreichen niederländischen und internationalen Fernseh- und Kinofilmen mit. 2007 erhielt er den amerikanischen Fernsehpreis Emmy Award für seine Rolle in dem Film "Interview" unter der Regie von Theo van Gogh.

      Anmerkungen von Ulrich Köhler:
      "Einige Jahre meiner Kindheit lebten wir in einem Dorf in Zaire, heute Demokratische Republik Kongo. Meine Eltern waren Entwicklungshelfer. Die Rückkehr nach Deutschland war ein brutaler Einschnitt. Wir Kinder verloren auf einen Schlag unsere Freunde und die Privilegien unserer Hautfarbe. Wir tauschten ein freies Leben in der Natur gegen die Enge einer hessischen Kleinstadt ein. Es war auch ein moralischer Schock: Die ungerechte Verteilung des Wohlstands zwischen den Kontinenten war selbst für einen Neunjährigen nicht zu übersehen. Ich verdrängte den Ort einer glücklichen Kindheit. Innerhalb kürzester Zeit verlernte ich Kituba, den lokalen Dialekt, der zu einer zweiten Muttersprache geworden war. Die Briefe meiner afrikanischen Freunde beantwortete ich selten. Afrika war die Quelle eines schlechten Gewissens geworden. In den 90ern arbeiteten meine Eltern erneut als Entwicklungshelfer. Ich wäre wahrscheinlich nie mehr nach Afrika gekommen, hätte ich sie nicht besuchen wollen. Und auch dann konnte ich mir nicht vorstellen, einen Film dort zu drehen. Vielleicht war es der Roman "Season of Migration to the North" des Sudanesen Tayeb Salih, der mir den Mut gab, mein Verhältnis zu Afrika zu überprüfen. Und vielleicht ist das kein Film über Afrika, es ist ein Film über Europäer in Afrika. Es ist ein Film über Europa."
      Neben dem Silbernen Bären 2011 erhielt der Film beim 7. Festival des deutschen Films in Ludwigshafen den Filmkunstpreis.

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