• 09.02.2013
      16:45 Uhr
      Metropolis Magazin Deutschland 2013 | arte
       

      Themen:

      • "Kindermund" von Pola Kinski
      • Metropolenreport Nikosia
      • Filmemacher, Intellektueller und Zeuge eines Jahrhunderts: Claude Lanzmann erhält den Goldenen Ehrenbär der 63. Berlinale - Eine Hommage
      • "Swan Lake Reloaded - Tchaikovsky meets Streetdance"
      • 40. Internationales Comic-Festival in Angoulême
      • Atelier: Wie im Film trickreich geschminkt wird

      Samstag, 09.02.13
      16:45 - 17:35 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      HD-TV Stereo

      Themen:

      • "Kindermund" von Pola Kinski
      • Metropolenreport Nikosia
      • Filmemacher, Intellektueller und Zeuge eines Jahrhunderts: Claude Lanzmann erhält den Goldenen Ehrenbär der 63. Berlinale - Eine Hommage
      • "Swan Lake Reloaded - Tchaikovsky meets Streetdance"
      • 40. Internationales Comic-Festival in Angoulême
      • Atelier: Wie im Film trickreich geschminkt wird

       
      • "Kindermund" von Pola Kinski

      Pola Kinskis hat ein mutiges Buch geschrieben. Sie macht öffentlich, dass sie seit ihrem fünften Lebensjahr von ihrem Vater Klaus Kinski sexuell missbraucht worden ist. Ein Schock für die Fangemeinde des als Exzentrikers bewunderten weltberühmten Schauspielers. Seine genialisch oder psychopathisch anmutenden Auftritte in Filmen - aber auch im Privatleben - werden nun in ganz anderem Licht erscheinen. Wer kann sich nach ihrem Buch "Kindermund" noch die Aufnahme von Klaus Kinski "Ich bin so wild nach Deinem Erdbeermund" anhören? In dem Buch geht es aber vor allem um Pola Kinski, der es gelungen ist, ihrer Leidensgeschichte auch eine literarische Form zu geben. Ein Balanceakt ist der Umgang mit den Medien. Fast alle Interviewanfragen sind von ihr abgelehnt worden. Zu groß sieht sie die Gefahr, mit ihrer Geschichte instrumentalisiert zu werden. Für "Metropolis" trifft sie den Autor Christoph Rüter, der im Jahr 2000 den Dokumentarfilm "Ich bin kein Schauspieler" über Klaus Kinski gedreht hatte.

      • Metropolenreport Nikosia

      Nikosia ist Zyperns geteilte Hauptstadt - geteilt durch eine "Grüne Linie", die von Friedenstruppen der Vereinten Nationen überwacht wird. Die Stadt ist der Dreh- und Angelpunkt des Kulturlebens der Insel, fast alle Kunstaktionen finden in der historischen Hauptstadt statt, teilweise sogar im so genannten Niemandsland. Der dreißig Meter breite Streifen, der sich durch die gesamte Altstadt zieht, ist ein beliebter Ort, Kunstaktionen, Ausstellungen und Filmvorführungen werden von den Friedenstruppen der Vereinten Nationen toleriert. "Metropolis" trifft die Schriftstellerin Niki Marangou und den türkischen Künstler Emin Cizenel, der sich aktiv für die Wiedervereinigung einsetzt und eine alte griechische Kapelle mit eigenen Mitteln restauriert.

      • Filmemacher, Intellektueller und Zeuge eines Jahrhunderts: Claude Lanzmann erhält den Goldenen Ehrenbär der 63. Berlinale - Eine Hommage

      Er hat ein Leben geführt, in das viele andere passen: Er kämpfte in der Résistance, hat im Nachkriegsdeutschland Philosophie studiert, gehörte zum Redaktionskollektiv von "Les Temps Modernes" - und ist der einzige Mann, der mit Simone de Beauvoir liiert war und es mit ihr unter einem Dach aushielt: Claude Lanzmann. Er engagierte sich für die Unabhängigkeit Algeriens - und fand sein Lebensthema, als er 1952 zum ersten Mal nach Israel reiste. Fortan beschäftigte er sich mit dem jüdischen Volk, vor allem filmisch.

      Sein Debütfilm trug den Titel "Pourquoi Israël" - wohlgemerkt ohne Fragezeichen - und kreiste um das Selbstverständnis Israels. Sein Dokumentarfilm "Shoa" aus dem Jahr 1985 gilt bis heute als die grundlegende filmische Auseinandersetzung mit dem Holocaust - zwölf Jahre arbeitete Lanzmann daran, hatte am Ende 350 Interviewstunden mit Opfern und Tätern aufgezeichnet, die er in dem Film ausschließlich zu Wort kommen ließ. Er suchte die Orte der Vernichtung auf und verzichtete gänzlich auf historisches Material - weil seiner Meinung nach Bilder die Imagination töten. In "Shoa" gelang Lanzmann die Vergegenwärtigung der Verbrechen, Unmenschlichkeit und Gewalt - ein Monumentalwerk über den Mord an den europäischen Juden.

      Auf der diesjährigen Berlinale wird Claude Lanzmann mit dem Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Lanzmann habe eine "neue filmische wie ethische Auseinandersetzung" mit dem Antisemitismus und seinen Folgen geschafften, sagte Berlinale-Direktor Dieter Kosslick. "Metropolis" trifft den französischen Filmemacher und Publizisten, spricht mit ihm über seine Filme, die Geschichten, die erzählt werden müssen - und den Tod.

      • "Swan Lake Reloaded - Tchaikovsky meets Streetdance"

      Der schwedische Choreograph, Tänzer und Produzent Fredrik Rydman inszeniert das klassische Ballett "Schwanensee als eine kühne Version modernen Tanztheaters. Über zwei Jahre ging Rydman mit dieser Idee schwanger. Auslöser war ein Schaufenster in London: "Dort waren Pelze ausgestellt, die aussahen wie Schwäne. Oft werden ja Schwäne als Symbol für Prostituierte verwendet."
      Er verlegt die Story um Prinz Siegfried, die schöne Odette und den Baron Rotbart ins Rotlichtmilieu. Rotbart ist nicht nur Zuhälter, sondern auch Drogendealer. Seine Schwänchen, drogenabhängige Prostituierte, versorgt er mit Heroin. Dazu gehört auch Odette. Als diese sich in Prinz Siegfried verliebt, funkt Rotbart dazwischen.
      Rydman macht aus dem Inbegriff des klassischen Balletts eine technisch und akrobatisch anspruchsvolle Streetdance-Show. Hochkultur und Entertainment verschmelzen zu einem audiovisuellen Gesamtkunstwerk. Auch die Musik Tschaikowskys wird mit Beats unterlegt, gesamplet und verfremdet. Spektakulär ist auch das aufwendige Lichtdesign, verantwortlich dafür sind zwei schwedische Lichtdesigner, die schon mit internationalen Stars wie Björk und Rufus Wainwright gearbeitet haben. "Swan Lake Reloaded" ist eine spektakuläre Neuinterpretation dieses 1895 uraufgeführten Balletts und war in Stockholm die komplette Spielzeit mit über 40.000 Tickets komplett ausverkauft. Am 12. Februar 2013 ist Premiere in Deutschland, im Herbst sind Auftritte in Frankreich geplant.

      • 40. Internationales Comic-Festival in Angoulême

      Kleine Kästchen, wenig Text, aber große Kunstwerke: Comics. Angoulême lädt vom 31.1. bis zum 3.2. zum 40. Internationalen Comic-Festival. Erwartet werden rund 200.000 Besucher aus der ganzen Welt, die sich die zahlreichen Neuerscheinungen und Ausstellungen ansehen oder ihre Idole treffen wollen.
      Zum Jubiläum widmet das Festival dem großen Meister und Asterix-Vater Albert Uderzo eine Ausstellung über sein Lebenswerk, von seinen frühen Zeichnungen im Alter von 14 Jahren über Karikaturen für France Dimanche und France Soir bis zu den Glanzjahren der Zusammenarbeit mit René Goscinny. Die Pinsel hat Uderzo nun abgelegt. Das Comic-Festival markiert mit dem offiziellen Bühnenauftritt der designierten Asterix-Nachfolgeautoren Ferri und Conrad den Beginn einer neuen Ära.
      Der japanische Manga-Zeichner Leiji Matsumoto, legendärer Autor von "Captain Harlok" und "Galaxy Express 999" wird ebenfalls erwartet. Mit der Rückkehr der Manwha auf die Agenda räumt das Festival Korea wieder einen Platz unter den international innovativsten Ausstellern ein. 2003 entdeckte das europäische Publikum den koreanischen Comic, den Manwha, auf dem Festival in Angoulême. Ein Schlüsselereignis, dem der Manwha seine Verbreitung in Europa verdankte. Ein weiteres Thema wird die Comic-Kunst in Algerien sein. Eine Retropektive zeigt die Anfänge in der ehemaligen französischen Kolonie kurz nach Erlangen der Unabhängigkeit - Comics zur Auseinandersetzung mit der eigenen, lange von Krieg und Terror geplagten Geschichte. Doch auch Neuerscheinungen junger algerischer Verlagshäuser sollen den Besuchern vorgestellt werden. "Metropolis" hat sich umgeschaut

      • Atelier: Wie im Film trickreich geschminkt wird

      Das Berliner Traditionsunternehmen "Kryolan" liefert seit fast 7 Jahrzehnten weltweit 90 % der Zutaten für aufwändige Film-Make-Ups. 20.000 Artikel sind im Sortiment, die Johnny Depp in "Captain Sparrow" verwandeln, für den "Planet der Affen" entwickelt wurden und für den Look von "Hulk" sorgten. Der Hit aber ist Kunstblut, das in Splattermovies literweise fließt, spritzt und tropft. Aber auch all die anderen ekelerregenden Flüssigkeiten können dort bestellt werden. "Metropolis" macht einen Laborbesuch und schaut den Gruselexperten und Schönmachern über die Schulter.

      "Metropolis" zeigt die Kultur als Spiegel unserer Zeit, mal in heiterem oder frechem Ton, mal mit dem gebotenen Ernst. Immer aber lebendig."Metropolis" beschäftigt sich mit den Trends und Neuheiten, analysiert die wirtschaftlichen und sozialen Hintergründe des Kulturlebens.

      Thema: Die Bären sind los: 63. Berlinale

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      Samstag, 09.02.13
      16:45 - 17:35 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      HD-TV Stereo

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