• 29.12.2012
      03:35 Uhr
      Tracks Magazin Frankreich 2012 | arte
       

      Diese Woche in "Tracks": "Punk Never Dies" mit den alten Hasen von Discharge; bei Domestic-Music-Künstlern werden Hühner zu Musikstars; die Darkwave von Dead Can Dance lässt Tote auferstehen; Lizard Man fühlt sich wohl in seiner grünen Haut; Regisseur Ben Wheatley enthüllt für Tracks seine persönliche "Kill List"; Skip & Die vermischt Musikgenres im Live!

      Nacht von Freitag auf Samstag, 29.12.12
      03:35 - 04:30 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

      Diese Woche in "Tracks": "Punk Never Dies" mit den alten Hasen von Discharge; bei Domestic-Music-Künstlern werden Hühner zu Musikstars; die Darkwave von Dead Can Dance lässt Tote auferstehen; Lizard Man fühlt sich wohl in seiner grünen Haut; Regisseur Ben Wheatley enthüllt für Tracks seine persönliche "Kill List"; Skip & Die vermischt Musikgenres im Live!

       
      • Discharge: Punk Rock Never Dies!

      Die Band Discharge kreierte den D-Beat - einen Punk, der noch schneller, gitarrenbetonter und aggressiver ist als der ursprüngliche. Seit 1977 gehört die Band zur britischen Musiklandschaft, wo sie sich mit ihren eher gebrüllten als gesungenen Anarcho-Songs durchsetzte. Ihr zweites Album "Hear Nothing, See Nothing, Say Nothing" belegte 1982 Platz 2 in den "UK Indie Charts". Später liebäugelte die Band mit dem Metal-Sound, wodurch sie in der britischen Punkszene an Glaubwürdigkeit verlor. 2001 erfolgte eine Neugründung mit den ursprünglichen Bandmitgliedern; seither konnte Discharge wieder eine treue Fangemeinde um sich versammeln.

      • Domestic Music: Hühnerklavier

      Mit nicht dafür konzipierten Gegenständen den Gehörsinn anzuregen ist die Absicht der "Domestic Music"-Künstler. Konkrete Beispiele gefällig? Seit der Italiener Fabio Bonelli entdeckt hat, dass man mit einem Eierschneider Gitarre spielen kann, wurde seine Küche zum Sinfonieorchester: Von Löffeln über Trichter und Pfannen bis hin zu Kochtöpfen verwandelt er sämtliche Küchenutensilien in Musikinstrumente. Franz Clochard seinerseits erfindet "lebendige Mechanik", wie z. B. eine Aufzugs-Motorsäge, ein Hühnerklavier und einen Xylophon-Flipper. Die neueste Erfindung des Franzosen sind Musiksirenen: in seiner Werkstatt in den Cevennen bringt Clochard die Unglücksboten dazu, echte Sirenengesänge zu produzieren, die am Pont du Gard oder an den Masten alter Takelungen aufgehängt ihr musikalisches Verführungswerk betreiben. Altes Treibholz mit neuem Leben zu erfüllen ist die Absicht des Franzosen Stéphane Kozik: Mit Hilfe von Sensoren und Verstärkern entlockt er jeder Art von organischer Materie einen Klang und lässt sogar Holz oder Steine ertönen! Mit dem Belgier Arnaud Eeckhout, der gerne Corn Flakes zum Vibrieren bringt, realisierte er die Performance "Digital Breakfast" - oder wie aus dem Frühstücksritual ein Technokonzert wird. Wachsein garantiert!

      • Lizardman: Crocodile Dandy

      Der Amerikaner Erik Sprague ist besser bekannt als Lizardman, der Eidechsenmann. Um so auszusehen, unterzog er sich diversen, über die Jahre vervollständigten Körpermodifikationen: geschliffene Zähne, Stirnimplantate, eine per Laser gespaltene Zunge und ein grünes Ganzkörper-Schuppentattoo inklusive Kopf und Gesicht. Lizardman ist einer der großen Stars moderner Freakshows. Wie der Burlesque-Trend erleben auch diese Shows überall in den USA und Europa ein Revival: die modernen "Monster" haben ebenso großen Zulauf wie die zur Schau gestellten Jahrmarkt-Freaks des 19. Jahrhunderts. Erik studierte Philosophie und arbeitete an seiner Doktorarbeit, als er beschloss, sich und seinen Körper voll in den Dienst einer Showkarriere zu stellen.

      • Dead Can Dance: Der Tod steht ihnen gut

      Sie sind die Troubadoure des 21. Jahrhunderts: Die 1981 gegründete anglo-australische Band Dead Can Dance (der Tod kann tanzen) lässt mit einer Kombination aus traditionellen und modernen Instrumenten das musikalische Mittelalter wieder aufleben. Sängerin Lisa Gerrard, Jahrgang 1961, erfand als Zwölfjährige eine Sprache, die nur sie versteht und in der sie gerne singt. 1979 lernte sie in Melbourne den Musiker Brendan Perr kennen, mit dem sie Dead Can Dance gründete. 1982 siedelte das Paar nach London über, und zwei Jahre später erschien ihr erstes, stark von Gothic-Rock geprägtes Album unter dem Label 4D, das auch Bauhaus und die Pixies vertreibt. 1998 zerbrach die Beziehung, und Gerrard startete eine erfolgreiche Solokarriere: Für ihre Filmmusik zu "Gladiator" wurde sie mit einem Golden Globe ausgezeichnet. Nach mehreren musikalischen Wiedervereinigungsversuchen und Konzerten brachte Dead Can Dance 2011 ihr erstes gemeinsames Album seit 16 Jahren heraus: "Anastisis" (griechisch für "Auferstehung").

      • Ben Wheatley: Ruhe und Action!

      Seit seinem 2011 erschienenen Film "Kill List" wird der `72 im britischen Billericay geborene Ben Wheatley als neues britisches Ausnahmetalent gehandelt. Seine Karriere als Filmemacher begann, als er zusammen mit einem Freund Hunderte von Viralclips mit verrückten Stunts fürs Internet filmte, die über 10 Millionen Mal abgerufen wurden. Dadurch wurde die Werbewelt auf ihn aufmerksam, und 2006 erhielt der Aufsteiger sogar einen Preis auf dem Werbefestival von Cannes. Fünf Jahre später drehte er seinen zweiten Film "Kill List" über einen zum Auftragsmörder mutierten Kriegsveteranen. Der Film schockierte und wurde sofort zu einem der besten modernen Horrorfilme erkoren. Noch im selben Jahr nahm Wheatley eine filmische 180-Grad-Wende und drehte "Sightseers", eine mit viel britischem Humor durchsetzte Komödie über den seltsamen Landurlaub eines britischen Paars. Mit seiner Vorliebe für Ultrarealismus und Improvisation finden Wheatleys Werke ihre Nische irgendwo zwischen den Coen-Brüdern, John Waters und Álex de la Iglesia.

      • Skip & Die: Jungle Riot

      Die Südafrikanerin Catarina Aimée Dahms alias Cata-Pirata verbrachte ihre Teenagerjahre auf den Azoren, bevor sie zum Jurastudium nach Amsterdam ging. Dort lernte sie Jori Collignon kennen, einen holländischen Musiker und Produzenten auf gleicher musikalischer Wellenlänge, mit dem sie die Band Skip & Die gründete. 2011 begaben sich die beiden Künstler auf einen Road-Trip durch Südafrika und spielten ihr erstes Album auf den verschiedenen Stationen von Soweto nach Johannesburg ein. Das im Oktober 2012 erschienene Album "Riot in The Jungle" vermischt ebenso viele Musikrichtungen wie Sprachen, denn gesungen wird auf Englisch, Afrikaans, Xhosa, Zulu, Spanisch und Portugiesisch.

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      Nacht von Freitag auf Samstag, 29.12.12
      03:35 - 04:30 Uhr (55 Min.)
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