• 10.10.2018
      12:15 Uhr
      Re: Streit um Camembert Die Käse-Krieger | arte Mediathek
       

      Für Véronique Richez-Lerouge ist der Rohmilch-Camembert mehr als nur ein Weichkäse. Er ist ein nationales Kulturgut. Doch der billigere, industriell hergestellte Camembert aus pasteurisierter Milch verdrängt ihn allmählich. Und in drei Jahren soll auch dieser das Güte-Siegel "Appellation d'Origine Protegé" erhalten, das bislang nur der aromatische Original-Camembert tragen darf.

      Mittwoch, 10.10.18
      12:15 - 12:50 Uhr (35 Min.)
      35 Min.

      Für Véronique Richez-Lerouge ist der Rohmilch-Camembert mehr als nur ein Weichkäse. Er ist ein nationales Kulturgut. Doch der billigere, industriell hergestellte Camembert aus pasteurisierter Milch verdrängt ihn allmählich. Und in drei Jahren soll auch dieser das Güte-Siegel "Appellation d'Origine Protegé" erhalten, das bislang nur der aromatische Original-Camembert tragen darf.

       

      Véronique Richez-Lerouge hat eine Mission: den echten französischen Camembert aus der Normandie zu retten. „Als ich festgestellt habe, dass immer mehr Hersteller von Rohmilch-Camembert einfach vom Markt verschwunden sind, hat mich das traurig gemacht - und wütend.“ Für die Autorin und Gastro- Kritikerin ist der Camembert mehr als nur ein Weichkäse. Er ist ein nationales Kulturgut. Schon seit Jahren wird er durch billigere, industriell hergestellte Camemberts aus pasteurisierter Milch unter Druck gesetzt. 80 Prozent des französischen Marktes haben sie dem meist in kleinen Hof-Käsereien hergestellten Rohmilch-Camembert bereits abgenommen. Und in Zukunft - ab 2021 - sollen sie auch noch durch das Herkunfts- und Güte-Siegel „Appellation d´Origine Protege´“ (AOP) geadelt werden, das bislang nur der Original- Camembert tragen darf. Das hat das in Frankreich für die Vergabe zuständige Institut INAO so festgelegt. Ein Skandal, findet nicht nur Véronique Richez-Lerouge. Viele Freunde und Kenner der französischen Ess-Kultur sind empört. Denn einmal bedeutet das weiteren Druck auf den Rohmilch-Camembert, denn oberflächlich betrachtet ist er für Käufer kaum mehr von der Billig-Konkurrenz zu unterscheiden. Zum anderen sei das eine Art von Etikettenschwindel: „Das sind zwei unterschiedliche Produkte“, sagt der Sternekoch Mathieu Guibert: „Aber wenn man einen Camembert kauft, möchte man einen Camembert. Und nicht etwas, was so ähnlich schmeckt.“ Das ist eben der springende Punkt: Camembert aus pasteurisierter Milch ist eben nicht so schmackhaft wie sein Vorbild aus Rohmilch. Frankreichs Feinschmecker machen mobil.

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