• 01.12.2012
      18:05 Uhr
      ARTE Reportage Das Magazin für aktuelle internationale Politik | arte
       

      Themen u.a.:

      • Japan: Auf ewig verstrahlt
      • Griechenland: China wirft Anker
      • Philippinen: Gold fürs nackte Überleben

      Samstag, 01.12.12
      18:05 - 19:00 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo

      Themen u.a.:

      • Japan: Auf ewig verstrahlt
      • Griechenland: China wirft Anker
      • Philippinen: Gold fürs nackte Überleben

       
      • Japan: Auf ewig verstrahlt

      Sollen sie bleiben oder besser gehen? Diese Frage quält die Bauern rund um Fukushima seit dem Größten Anzunehmenden Unfall ihres Atomkraftwerks. Wie stark verstrahlt sind ihre Ackerböden und Wiesen? Gibt es irgendeine Möglichkeit, die radioaktiven Elemente in den Böden zu neutralisieren? Auf dem Spiel steht das Schicksal von Bauernfamilien, die ihre Höfe schon seit Generationen bewirtschaften. Die ARTE-Reporter besuchten drei Bauern-Familien in der Stadt Nihonmatsu: 60 000 Menschen leben hier in 30 Kilometer Entfernung von der verbotenen Zone rund um die Ruine von Fukushima. Auf allen drei Höfen betreiben sie seit mehr als 30 Jahren Biologische Landwirtschaft. Seiju Sugeno und seine Tochter Mizuho wollen auf ihrem Hof bleiben. Sie arbeiten zusammen mit Professor Masanori Nonaka von der Universität Nigata, um mit ihm die Möglichkeiten zu erforschen, wie sie ihre Böden dekontaminieren könnten. Eines haben sie bereits festgestellt: Biologisch bewirtschaftete Äcker, reich an Kalium und einer intakten Humusschicht, binden zweimal mehr radioaktives Cäsium als konventionell bearbeitete Böden - und verhindern so das Eindringen der radioaktiven Stoffe in die Pflanzen. Mit ihren 70 Jahren haben Kisaburo Tanno und seine Frau Midori entschieden, noch einmal ganz von vorne anzufangen, weit weg von Fukushima, in der Region Nagano. Eine schwere Entscheidung, denn ihr alter Hof war seit 13 Generationen in Familienbesitz. Der Bauer Shisasei Tarukawa aber hat in seiner tiefen Verzweiflung keinen anderen Ausweg mehr gefunden, als sich das Leben zu nehmen: Zwei Wochen nach dem GAU hatten die Behörden ihn angewiesen, seine ganze Ernte zu vernichten. Seit seinem Selbstmord versuchen seine Witwe und sein Sohn, den Hof weiter zu bewirtschaften. Sie haben keine andere Wahl.

      • Griechenland: China wirft Anker

      Im Dezember 2008 verpachtete Griechenland aus purer Geldnot den Pier Nummer 2 des Hafens von Piräus an COSCO, die China Ocean Shipping Company: 35 Jahre Laufzeit, für 3,5 Milliarden Euro Pacht und mit der Verpflichtung, einen dritten Pier im Hafen von Piräus zu bauen. Damals begründete die griechische Regierung ihren Entschluss mit der dringenden Notwendigkeit, einige staatliche Unternehmen zu privatisieren, um die Staatskasse aufzufüllen. Die Hafenarbeiter protestierten und auch die Mitarbeiter der Hafenverwaltung - trotz aller Versprechen der Regierung, dass COSCO die Umsätze im Hafen erhöhen und mehr Arbeitsplätze schaffen würde. Viele der Gegner von damals sehen heute, vier Jahre später, ihre düsteren Ahnungen bestätigt.

      • Philippinen: Gold fürs nackte Überleben

      In den Bergen des Regenwaldes der Insel Mindanao im Süden der Philippinen liegen die größten Goldvorräte des Landes. Entdeckt wurden sie 1982 von sogenannten Small-Scale-Minern, die im Kleinbergbau mit primitiven Methoden das Golderz f rdern. Sie operieren illegal ohne Lizenz, der Staat bekommt keinen Anteil von der Goldförderung. Nun hat die Regierung das 8100 Hektar große Gebiet um den Ort Diwalwal im Compostela-Tal in einem Bieterverfahren für internationale Großkonzerne ausgeschrieben. Die Minenarbeiter wehren sich und kämpfen ums berleben, denn keiner der 40.000 schlecht ausgebildeten Arbeiter würde bei einem der großen Minenkonzerne einen Job bekommen. Trotz des hohen Goldpreises sind die Minenarbeiter arm, denn die primitiven Fördertechniken mit Hammer und Meißel sind wenig effektiv. Sogar die Kinder der Bergarbeiterfamilien müssen mit Anpacken und sammeln die Steine mit Golderz, so groß ist die Not im Ort. Weil zur Extraktion des Goldes im Kleinbergbau im offenen Verfahren Quecksilber eingesetzt wird, sind die Natur und die in den Produktionsstätten lebenden Menschen hochgradig mit Quecksilber kontaminiert. Hartmut Schwarzbach hat drei Wochen lang den Überlebenskampf einer sechsköpfigen Familie in Diwalwal begleitet: Vater Jimmy Laindag (30) im Bergwerk und seine Frau und Kinder beim Sammeln des Golderzes unter größter Lebensgefahr an der Hauptverladerampe des Ortes. Der Vater ist stolz, wenn er seinen Kindern Reis kaufen kann, denn auf dem Land mußte die Familie vorher bitter hungern.

      Das Magazin für aktuelle internationale Politik wird immer samstags gegen 18.00 Uhr ausgestrahlt. Durch die Sendung führen abwechselnd Andrea Fies und Nathalie Georges. Auf der Grundlage seines redaktionellen Sendeauftrags wirft "ARTE Reportage" den etwas anderen Blick auf wichtige Ereignisse des Weltgeschehens. Aktuelle Informationen finden Sie unter: www.arte.tv/artereportage

      Wird geladen...
      Samstag, 01.12.12
      18:05 - 19:00 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 11.08.2022