• 27.08.2012
      10:25 Uhr
      Kunst und Mythos (13/13) Zauberrolle aus Äthiopien | arte
       

      Diese Reihe über die sogenannte "primitive Kunst" zeigt Kunstobjekte aus dem ehemaligen Musée de l'Homme, dem Pariser Musée du Quai Branly und aus anderen europäischen Museen. Jeder Beitrag widmet sich einem charakteristischen Gegens-tand einer Kultur und zeigt dessen Herstellung und Bedeutung. Heute: Eine Schutzrolle aus der nordäthiopischen Tigris-Region, die zu Heilzwecken verwendet wurde. Böse Geister sollten durch Bilder und Gebete verjagt werden, um Krankheiten abzuwenden. "Kunst und Mythos" erklärt den Kult rund um die heilbringende Rolle.

      Montag, 27.08.12
      10:25 - 10:50 Uhr (25 Min.)
      25 Min.
      Stereo HD-TV

      Diese Reihe über die sogenannte "primitive Kunst" zeigt Kunstobjekte aus dem ehemaligen Musée de l'Homme, dem Pariser Musée du Quai Branly und aus anderen europäischen Museen. Jeder Beitrag widmet sich einem charakteristischen Gegens-tand einer Kultur und zeigt dessen Herstellung und Bedeutung. Heute: Eine Schutzrolle aus der nordäthiopischen Tigris-Region, die zu Heilzwecken verwendet wurde. Böse Geister sollten durch Bilder und Gebete verjagt werden, um Krankheiten abzuwenden. "Kunst und Mythos" erklärt den Kult rund um die heilbringende Rolle.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Simon Backès

      Seit Jahrhunderten verwenden die Äthiopier zu Heilzwecken Pergamentrollen, die mit Gebeten und Bildern Dämonen und andere böse Geister vertreiben sollen, die für Krankheiten verantwortlich gemacht werden. Besonders Analphabeten sollen mit Hilfe der Bilder Schutz finden.
      Diese Rolle stammt aus der nordäthiopischen Tigris-Region und wurde vermutlich zu Beginn des 19. Jahrhunderts von einem "Debtera", hergestellt. "Debtera" waren kirchlich ausgebildete Schriftkundige und zugleich Medizinmänner, die sich in Heilpflanzenkunde auskannten und Krankheiten mit Talismanen und magischen Ritualen zu heilen versuchten.
      Heute werden diese Rollen nur noch heimlich verwendet. Die Militärregierung forderte die Gelehrten auf, ihr Wissen preiszugeben, doch die Gelehrten verlangten dafür einen Lohn. Viele wurden eingesperrt, die anderen üben ihre Tätigkeit im Verborgenen aus. Doch die Nachfrage nach Schutz vor bösen Geistern schwindet ...

      Die Reihe "Kunst und Mythos" ist Gegenständen sogenannter "primitiver" Völker gewidmet, die zunächst als Kuriositäten abgetan, später auf ihren ethnographischen Dokumentationswert reduziert wurden und heute als vollwertige Kunstwerke gelten. Sie präsentiert jeweils ein herausragendes Werk und geht auf den damit verbundenen Mythos, seine Verwendung, die Geschichte sowie heutige Interpretationen hier und im Ursprungsland ein.

      Jede Folge stellt jeweils ein Objekt in den Mittelpunkt, dessen Geheimnis entschlüsselt wird. Durch die Darstellung seiner Geschichte und Herkunft tritt das Objekt aus seinem rein musealen Zusammenhang heraus und eröffnet ein anderes Weltverständnis. Wie sehen westliche Künstler den Gegenstand? Was lehrt er über die Menschen, die ihn schufen, und ihre Beziehung zur Welt? Ist er mit verwandten Gegenständen vergleichbar? Durch wie viele Hände ist er gegangen? Am Ende der Reise erscheint das Objekt in völlig neuem Licht.

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      Montag, 27.08.12
      10:25 - 10:50 Uhr (25 Min.)
      25 Min.
      Stereo HD-TV

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