• 28.08.2012
      05:00 Uhr
      Tracks Remix Neo-Shibari, The Sloth Club, The Locust, Rogue Taxidermie | arte
       

      Themen u.a.:

      • Oleg Kulik: Art Animal
      • The Sloth Club: All you need is slow
      • The Locust: Total destruction
      • Human Fly: Wenn den Menschen Flügel wachsen
      • God Art: Frankenstein und Konsorten
      • Rogue Taxidermie: Niedliches Gruselkabinett

      Dienstag, 28.08.12
      05:00 - 06:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo HD-TV

      Themen u.a.:

      • Oleg Kulik: Art Animal
      • The Sloth Club: All you need is slow
      • The Locust: Total destruction
      • Human Fly: Wenn den Menschen Flügel wachsen
      • God Art: Frankenstein und Konsorten
      • Rogue Taxidermie: Niedliches Gruselkabinett

       

      "Slow is Beautiful" für die Freunde des Sloth Clubs; God Art oder Frankensteins Revival; The Locust auf Apokalypsetrip; Oleg Kulik und seine tierischen Leidenschaften, die ausgestopften Tiere der Rogue Taxidermists bevölkern Alpträume, und bei den Human Flies ist/sind nur Fliegen schöner. Und last, but not least zeigt das Kollektiv Brutal Woods, aus welchem Holz es geschnitzt ist.

      • Oleg Kulik: Art Animal - Am 24. Oktober 2008 beschlagnahmte die Polizei auf der Pariser Kunstmesse FIAC Fotos des umstrittenen russischen Künstlers Oleg Kulik, auf denen dieser Sex mit Tieren nachstellte. Schon in früheren Zeiten hatte der Provokateur dadurch von sich reden gemacht, indem er im wahrsten Sinne ein Hundeleben führte: Nackt, angekettet und auf allen Vieren erschreckte er knurrend und beißend Galeriebesucher. In Russland hatte der Künstler mit den tierischen Leidenschaften die "Partei der Tiere" gegründet und für die Präsidentschaftswahlen kandidiert. Oft zensiert, aber nie ins Exil verbannt, war Kulik zum Zeitpunkt des Niedergangs der Sowjetunion Direktor der einzigen Moskauer Kunstgalerie für zeitgenössische Kunst. Jetzt hat er Halsband und Leine abgelegt und widmet sich liturgischen Inszenierungen, etwa Monteverdis "Vesper der seligen Jungfrau" und Händels "Messias".

      • The Sloth Club: All you need is slow - Seit der Atomkatastrophe von Fukushima sind mehr und mehr Japaner auf der Suche nach Alternativen zu ihrem einstmals so geliebten Leben als "Salarymen". Der 1999 gegründete Sloth Club - was soviel heißt wie Club der Faultiere - ist die bedeutendste japanische Organisation der Slow Life-Bewegung. Sie hat das für seine Langsamkeit bekannte Faultier zu ihrem Maskottchen gemacht und propagiert ein Gesellschaftsmodell, das auf Nachhaltigkeit, fairen Handel, Öko-Landwirtschaft und eine gesunde Lebensweise setzt. Ihr Gründer Keibo Oiwa würde Japan gerne wieder auf dem neunten Rang unter den Weltwirtschaftsnationen sehen, wo es zuletzt in den 70er Jahren stand. Dem damals populär gewordenen Slogan "Japan Number One" setzt Keibo Owa heute die Maxime "Wachstumsrücknahme" entgegen. Ein Standpunkt, der seit dem Reaktorunfall von Fukushima immer mehr Befürworter in Nippon findet. So will etwa der Erfinder Yasuyuki Fujimura den Stromverbrauch senken. In seiner Werkstatt, er nennt sie am liebsten "Freizeitpark", zeigt er seine Attraktionen - alle garantiert "unplugged". Nachdem die japanische Regierung Beschränkungen des Energieverbrauchs eingeführt hat, hat sich die Zahl der Besucher in seinem "Park" in weniger als einem Jahr verdreifacht. Auch die "Slow-lifer" unter den Tokiotern haben ihre Pilgerstätte: Immer sonntags trifft man sich im "Cafe Slow" auf einen Fair-Trade-Bio-Kaffee und hört dazu Chill-out-Musik.

      • Human Fly: Wenn den Menschen Flügel wachsen - Wer hat auf seinem Motorroller noch nie davon geträumt, sich in die Lüfte zu erheben und über die Stadt hinwegzufliegen? So ganz realistisch ist diese Vorstellung zwar noch nicht, doch wir kommen ihr schon recht nahe: mit dem Paramotor! Ein Segel über dem Kopf und ein auf den Rücken geschnallter Zweitaktmotor mit Propeller garantieren den Abflug. Das mit 25 Kilo leichteste Flugobjekt der Welt hebt schon nach wenigen Metern ab zu einer Reise in die dritte Dimension. Der ehemalige Winzer Laurent Salinas, der heute in Kanada lebt, fliegt seit dem Alter von 14 Jahren mit dem Paramotor. Im Jahr 2003 gewann er mit seiner Mannschaft die Weltmeisterschaften, 2009 belegte er bei den World Air Games den zweiten Platz. Doch ungefährlich ist dieser Sport nicht: So musste der Europameister im Doppelsitzer 2008, der aus dem Departement Loir-et-Cher stammende Ingenieur Tristan Guillabeau, nach einem Unfall ein Jahr lang aussetzen: 2007 hatte sich sein Segel in einer Stromleitung verfangen, und er erlitt schwerste Verbrennungen. Der Paramotor-Pilot Paco Guerra Junior, Mitglied der spanischen Nationalmannschaft, gewann 2010 die Bronzemedaille. Lang lebe Ikarus!

      • The Locust: Total destruction - Seit ihrer Bandgründung 1994 machen die vier Kalifornier aus San Diego feinsten Hardcore-Punk - in Heuschreckenkostümen! Und so unheilvoll wie diese Insekten als eine von zehn Plagen über Ägypten hereinbrachen, untergraben auch jene vier apokalyptischen Reiter die Grundfesten unserer Zivilisation: Politik, Medien und Religion.

      • God Art: Frankenstein und Konsorten - God Art-Künstler halten sich für Dr. Frankenstein und Gott in einem. Die Ergründung der menschlichen Natur war schon immer sein "Ding": Erst war er Maler, dann wurde der Japaner Hiroshi Ishiguro Forscher auf dem Spezialgebiet der Robotik. Er ist der Erfinder erstaunlicher Androiden, die mal ihm selbst, mal Schauspielern ähneln. Der Amerikaner Adam Brown wiederum befasst sich mit den Entstehungsmythen: Mit seiner Installation "Origins of Life" ver-sucht er, die aus verschiedenen Gasen, Sauerstoff und Wasserstoff bestehende Atmosphäre nachzubilden, in der das Leben auf der Erde begann. Der belgische Künstler Tuur Van Balen ist bekannt für seine provokativen Biotech-Performances. Zu sehen sind sie in der Ausstellung "Alter Nature".

      • Rogue Taxidermie: Niedliches Gruselkabinett - Die Taxidermie ist die Kunst der Haltbarmachung von Tierkörpern zu Studienzwecken. Obwohl die Zunft der Tierpräparatoren immer kleiner wird, freut sich MART, die "Minnesota Association of Rogue Taxidermists" über rasant steigende Mitgliederzahlen. Die "Rogue Taxidermists", auf Deutsch etwa "Taxidermie-Bösewichte", präparieren tote Tiere zu seltsamen Fabelwesen. Ihre Puten mit Katzenkörpern oder Schafe mit Forellenschwänzen haben mit dem vertrauten ausgestopften Keilerkopf wenig gemein. Auf der Suche nach Rohstoffen für künftige Kunstwerke lädt Nate Hill die neuen Mitglieder auf die "Chinatown Garbage Tour" ein, wo sie nach Herzenslust in den Mülltonnen herumstöbern. Der Kreativität der zahlreichen MART-Mitglieder auf der ganzen Welt, darunter Elisabeth McGrath in Los Angeles oder Bonnie Wood im englischen Norwich, sind keine Grenzen gesetzt.

      • Brutal Woods: Lasst knüppeln, Jungs! "Azimut brutal" ist ein Marschbefehl des französischen Militärs und bedeutet so viel wie "immer geradeaus, ohne Rücksicht auf Hindernisse". In der Bretagne gibt es seit 1999 ein Kollektiv hartgesottener Naturfreaks, das eine besondere Form des Sonntagsspaziergangs erfunden hat: Hardcore-Wandern auf einer möglichst schwierigen, mit Hindernissen gespickten Strecke ... Die Brutal Woods haben ihre eigenen - unübersetzbaren - Kunstfiguren geschaffen: den "saut-de-main", "69", "roulé-boulé", "franchissement", die "grenade" und "roulade". Watte und Airbags sind nicht ihr Ding.

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      Dienstag, 28.08.12
      05:00 - 06:00 Uhr (60 Min.)
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