• 29.08.2012
      00:25 Uhr
      Die Weber Stummfilm Deutschland 1927 | arte
       

      Für einen Hungerlohn arbeiten schlesische Weber in Heimarbeit für den Fabrikanten Dreißiger. Der droht Lohnsenkungen an und verweist auf die Konkurrenz durch die neuen mechanischen Webstühle. Moritz Jäger hat durch seinen Militärdienst Einblick in die sozialen und politischen Verhältnisse außerhalb Schlesiens gewonnen und ruft die Arbeiter zum Widerstand auf. Ihm droht Verhaftung, die die Weber verhindern können. Sie stürmen die Fabrikantenvilla, Dreißiger flieht. Die Weber der Nachbardörfer solidarisieren sich.

      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 29.08.12
      00:25 - 02:00 Uhr (95 Min.)
      95 Min.
      VPS 00:20
      Geänderte Sendezeit!
      Stereo HD-TV

      Für einen Hungerlohn arbeiten schlesische Weber in Heimarbeit für den Fabrikanten Dreißiger. Der droht Lohnsenkungen an und verweist auf die Konkurrenz durch die neuen mechanischen Webstühle. Moritz Jäger hat durch seinen Militärdienst Einblick in die sozialen und politischen Verhältnisse außerhalb Schlesiens gewonnen und ruft die Arbeiter zum Widerstand auf. Ihm droht Verhaftung, die die Weber verhindern können. Sie stürmen die Fabrikantenvilla, Dreißiger flieht. Die Weber der Nachbardörfer solidarisieren sich.

       

      Gemeinsam zerstören sie die Maschinen und wehren das Militär ab, das gegen die rebellischen Weber eingesetzt wird. Nur der alte Weber Hilse, der immer schon gegen einen Aufstand war, wird von einer Kugel getroffen und bricht am Webstuhl zusammen.

      Friedrich Zelniks Filmversion von Gerhart Hauptmanns Theaterstück "Die Weber" ist eine werkgetreue Umsetzung des Dramas und gilt als eine der besten Hauptmann-Adaptionen der deutschen Filmgeschichte. Noch heute wirkt der Film, dessen Bildsprache durch Eisenstein und Pudowkin beeinflusst ist, durch seine stimmige visuelle Gestaltung (in Zusammenarbeit mit Georg Grosz) und durch die Mitwirkung exzellenter Schauspieler wie Paul Wegener, Wilhelm Dieterle oder Arthur Krausneck.

      Als Ausdruck der Spannungen in der Gesellschaft der Weimarer Republik trifft Friedrich Zelniks Film im Mai 1927 den Nerv der Zeit: Zelnik, in der Filmgeschichte bekannt als Regisseur von kommerziellen Unterhaltungsfilmen, überrascht Kritik und Publikum mit der Verfilmung dieses eminent politischen Stoffes.
      Mit der versierten Filmautorin Fanny Carlsen und dem bekannten Literaten und Kritiker Willy Haas beschäftigt Zelnik ein solides Autorenteam. Vor allem Willy Haas, der unter anderem an Murnaus "Der brennende Acker", Pabsts "Die freudlose Gasse" oder Grunes "Die Brüder Schellenberg" mitgearbeitet hat, kann als Drehbuchautor einen gehörigen Anteil am künstlerischen Erfolg dieses Films beanspruchen, der sehr viel mehr ist als die Routinearbeit eines erfahrenen Regisseurs.

      Die Sozialkritik des Films wird sogleich in den Credits aufgeführt: Den Schauspieler-Porträts zu den einzelnen Rollen werden Tierkarikaturen beigestellt, die den Fabrikanten Dreißiger als Schwein, seine Frau als Henne, Pfeiffer als Hyäne und den Pfarrer als Papagei darstellen. Das Ende beschert den Webern einen vorläufigen Sieg und weist auf eine mögliche Revolution hin. Zelniks Film kommentiert die wirtschaftliche und soziale Instabilität in der zweiten Hälfte der 20er Jahre, die der Nationalismus für sich zu instrumentalisieren wusste. Unter gesellschaftspolitischen Gesichtspunkten ist der Film einer der wichtigsten Filme der Weimarer Republik.

      Zu diesem Klassiker des Weimarer Kinos schrieb Johannes Kalitzke, einer der führenden Dirigenten und Komponisten Neuer Musik, eine Orchestermusik, die am 24. Juni 2012 in Augsburg ihre Uraufführung erlebt und am 28. August 2012 auf ARTE ihre TV-Premiere hat. Kalitzke verarbeitet parodistische und genretypische Elemente wie Marsch, Spieluhr oder Arbeiterlied und kombiniert sie virtuos mit elektronischen Klängen gesampelter Töne und Geräusche, die beispielsweise Webmaschinen entstammen. Die Musik entstand als Auftragsarbeit des Theaters Augsburg und ist ein weiteres Projekt der Veranstaltungsreihe "augsburg factory", die sich auf vielfältige theatralische Weise mit der Geschichte der Augsburger Textilindustrie auseinandersetzt und die mit diesem Filmprojekt den Fokus auf die gesamtdeutsche Sozialgeschichte erweitert.

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      00:25 - 02:00 Uhr (95 Min.)
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