• 24.08.2012
      10:30 Uhr
      ARTE Reportage arte
       
      • Portland: Alles öko oder was?
      • Japan : Ein Schatz von Seltenen Erden

      Freitag, 24.08.12
      10:30 - 11:25 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      HD-TV Stereo
      • Portland: Alles öko oder was?
      • Japan : Ein Schatz von Seltenen Erden

       
      • Portland: Alles öko oder was?

      Portland im Staat Oregon ist so etwas wie das neue ökologische Gewissen der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Stadtväter planen lieber Radwege statt Autobahnen und sie fördern den öffentlichen Nahverkehr, sie bauen energiesparende Häuser und Wohnungen und unterstützen die ökologische Landwirtschaft im Umland.
      Portland bezeichnet sich selbst gerne als die "europäischste Stadt der USA". Seit den 90er Jahren läuft hier die "Grüne Welle" - Portland ist "in" und zu einem Modell für das ganze Land geworden. Seit dem Film von Al Gore über die Folgen der Energieverschwendung und den Klimawandel ist die Erkenntnis, dass es nicht mehr so weitergeht, im Bewusstsein vieler Amerikaner endlich angekommen.
      Der Erfolg der Fernsehserie "Portlandia" des Senders IFC ist ein weiterer Beweis für die Popularität Portlands - hier nehmen sie das "Gutmenschentum" und die "Ökopolitische Überkorrektheit" der Stadt kräftig auf die Schippe - die Karikatur der Wirklichkeit ist natürlich auch ein Zeichen des Respekts vor den neuen Ideen gegen den alten "American Way of Life". Im neuen Jahrtausend hat Portland in Oregon Kalifornien als Trendsetter abgelöst
      Natürlich ist nicht alles so "grün wie gemalt" in der Öko-Idylle Portland. Manche ökologische Errungenschaft muss man sich auch finanziell leisten können: Die Fahrräder der Portlander Manufakturen werden immer raffinierter und damit teurer, stadtnah und ökologisch bauen können sich nur die Gutverdiener leisten - uns so gibt es auch Stimmen, die sich darüber beschweren, wie die Ärmeren in die Randbezirke gedrängt werden. Und nun reden sie in Portland in den USA schon über die Förderung von "Chancengleichheit für Alle".

      • Japan: Ein Schatz von Seltenen Erden

      Ohne sie geht kein High-Tech - die sogenannten Metalle der Seltenen Erden stecken in Flachbildschirmen, Mobiltelefonen, Windrädern, Solaranlagen und in Autos wie dem Toyota Prius. Wer die Seltenen Erden hat, der hat das Zeug zum Weltmarktführer. Die Seltenerdmetalle sind eine Familie von 17 chemisch ähnlichen Elementen auf die Japan und seine Elektronikindustrie dringend angewiesen sind. Mehr als deutlich wurde das im September 2010, als die japanische Küstenwache ein chinesisches Fischerboot in seinen Territorialgewässern stellte, es verfolgte und die Besatzung verhaftete. Als "Strafe" schränkte China den Export Seltener Erden nach Japan schlagartig ein. China demonstrierte seine Stärke, indem es Japans Schwäche demaskierte, seine Abhängigkeit von Exporten aus China für seine Elektronikindustrie.
      Japan stand vor der Wahl, entweder auf 30 000 Tonnen aus China importierter Seltener Erden zu verzichten und damit seine Industrie um 20 Jahre zurückzuwerfen - oder seine Produktion "Made in Japan" nach China zu transferieren. China hat weltweit fast das Monopol auf die Seltenerdmetalle : 97 Prozent der Weltproduktion Seltener Erden stammten im Jahr 2011 aus den Minen Chinas. Japan, Europa und den USA wurde im September 2010 schlagartig unangenehm-bewusst, wie sehr sie abhängig sind von China und seinem Wohlwollen.
      In der Not wird man erfinderisch : In Japan stießen sie auf einen verborgenen Schatz Seltener Erden - auf die enormen Halden Elektroschrott, die sie jedes Jahr selber produzieren. Denn in jedem Mobiltelefon, in jedem Computer und in jeder Spielkonsole stecken die Seltenen Erden und die Wegwerfzyklen moderner Elektronikprodukte werden immer kürzer. Japan hat als Antwort auf den chinesischen Boykott das Elektronik-Recycling aufs Äußerste voran getrieben - in der Hoffnung, die technologische Ûberlegenheit noch lange Jahre aufrecht erhalten zu können.

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      Freitag, 24.08.12
      10:30 - 11:25 Uhr (55 Min.)
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