• 24.08.2012
      08:55 Uhr
      Windrausch in Texas Dokumentation Deutschland / USA 2009 | arte
       

      Der Ölboom in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts machte Texas zu einem der reichen Staaten der USA. Doch der Fluss des "schwarzen Goldes" versiegt, viele Ölfelder sind leergepumpt, der Reichtum schwindet. Im Nordwesten von Texas hat nun ein neuer Rausch die Menschen gepackt. In Sweetwater, rund 350 Kilometer westlich von Dallas, beflügelt nun der Wind, das "Gold der Lüfte", die Menschen: Auf einer Fläche, die etwa so groß ist wie das Saarland, produzieren über 2.000 Windräder mehr als 3.000 Megawatt Strom. Das ist etwa so viel wie alle Windkraftanlagen in ganz Dänemark oder ganz Frankreich produzieren.

      Freitag, 24.08.12
      08:55 - 09:40 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      HD-TV Stereo

      Der Ölboom in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts machte Texas zu einem der reichen Staaten der USA. Doch der Fluss des "schwarzen Goldes" versiegt, viele Ölfelder sind leergepumpt, der Reichtum schwindet. Im Nordwesten von Texas hat nun ein neuer Rausch die Menschen gepackt. In Sweetwater, rund 350 Kilometer westlich von Dallas, beflügelt nun der Wind, das "Gold der Lüfte", die Menschen: Auf einer Fläche, die etwa so groß ist wie das Saarland, produzieren über 2.000 Windräder mehr als 3.000 Megawatt Strom. Das ist etwa so viel wie alle Windkraftanlagen in ganz Dänemark oder ganz Frankreich produzieren.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Thomas Greh

      Texas war lange ein boomender Bundesstaat der USA. Zahlreiche Ölquellen brachten vielen Leuten einen legendären Reichtum ein. Doch die Quellen versiegten. In den Städten und Gemeinden der Region hielten mit dem Niedergang der Ölförderung Verfall und Hoffnungslosigkeit Einzug. Geschäfte machten Pleite, Schulen schlossen, Sportanlagen verfielen. Die Menschen zogen fort. So war Sweetwater, rund 350 Kilometer westlich von Dallas gelegen, bis vor zehn Jahren eine der am schnellsten schrumpfenden Städte in ganz Texas.

      Doch nun naht Rettung - die Region hat die Windkraft entdeckt. Schulen, Krankenhäuser und Straßen werden dank steigender Steuereinnahmen renoviert. Junge Leute bleiben, finden Arbeit in den Windparks oder Jobs in neuen Läden und Hotels - oder sie gründen selbst Firmen. Viele Leute kehren außerdem in ihre Heimat zurück. Ein deutscher Energiekonzern errichtet vor den Toren von Sweetwater den zurzeit größten Windpark der Welt. Bald werden hier über 600 Turbinen fast 800 Megawatt Strom produzieren. Das reicht, um 265.000 Haushalte zu versorgen.

      Der Umweltgedanke spielt für die Amerikaner bei ihrer neuen Begeisterung für die Windenergie nur eine Nebenrolle. Die Landbesitzer freuen sich über satte Zusatzeinkünfte, und die Windlobby spekuliert auf staatlich geförderte Riesenprofite. Texas, das Land der Farmer, Rancher und Ölbarone ist mittlerweile Vorreiter für die Nutzung der Windkraft. Die US-Regierung hat Pläne, in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren die weiten Flächen des Mittleren Westens bis hinauf nach Kanada mit riesigen Windparks auszustatten. Bis zu 300.000 Megawatt Strom soll der Wind produzieren, genug um 300 Millionen Haushalte zu versorgen.

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