• 13.08.2012
      20:15 Uhr
      Unter den Brücken Spielfilm Deutschland 1944/45 | arte
       

      Hendrik und Willy sind gemeinsam Eigner eines Schleppkahns, mit dem sie die Flüsse bis hinauf nach Holland befahren. Eines Abends tritt das Mädchen Anna in ihr Leben. Hendrik und Willy verlieben sich beide in Anna. Als gute Freunde treffen sie daraufhin ein Abkommen: Wer das Mädchen gewinnt, muss runter vom Kahn.

      Montag, 13.08.12
      20:15 - 21:50 Uhr (95 Min.)
      95 Min.
      Stereo HD-TV

      Hendrik und Willy sind gemeinsam Eigner eines Schleppkahns, mit dem sie die Flüsse bis hinauf nach Holland befahren. Eines Abends tritt das Mädchen Anna in ihr Leben. Hendrik und Willy verlieben sich beide in Anna. Als gute Freunde treffen sie daraufhin ein Abkommen: Wer das Mädchen gewinnt, muss runter vom Kahn.

       

      Hendrik und Willy haben eine große Liebe gemein: Sie heißt "Liese-Lotte" und ist ihr Schleppkahn. Wenn sie auf den Schiffsplanken unter den Brücken hindurch gleiten, möchten sie mit niemandem tauschen.
      Hendrik kennt in Havelberg zwar ein Mädchen, das ihn gerne heiraten würde, aber so viel bedeutet die junge Frau ihm auch wieder nicht. Willy wiederum findet die Serviererin Vera recht proper, eine Frau fürs Leben ist sie jedoch ebenso wenig.

      An einem späten Sommerabend, als die beiden Schiffer mit der "Liese-Lotte" in Potsdam vor Anker gegangen sind, sehen sie auf der Glienicker Brücke ein Mädchen, das sich scheinbar in den Fluss stürzen will. Hendrik und Willy eilen zur Hilfe, können jedoch nur einen Zehnmarkschein aus dem Wasser fischen: Die vermeintlich Lebensmüde ist doch nicht gesprungen.
      Als ehrliche Finder fahren die beiden ihr nach. Anna - so heißt das Mädchen - erweist sich als sehr hübsch. Zunächst besteht sie darauf, in Ruhe gelassen zu werden, aber dann willigt sie doch zögernd ein, auf dem Kahn zu übernachten. Sie lebt in Berlin und muss einsehen, dass sie zu dieser späten Stunde in Potsdam kaum noch eine Unterkunft finden dürfte.

      Am nächsten Tag fährt Anna mit Hendrik und Willy auf der "Liese-Lotte" nach Berlin. Die beiden haben sich Hals über Kopf in sie verliebt und würden sie gern an Bord behalten, aber eine ungeschickte Bemerkung des biederen Willy macht die gemeinsame Hoffnung zunächst zunichte.

      Aus den Freunden sind nunmehr Rivalen geworden, die trotz allem fair miteinander umgehen. Willy glaubt, eine Lösung zu wissen: Wer Anna gewinnt, muss runter vom Kahn, damit dem anderen wenigstens die "Liese-Lotte" bleibt. Er ist überzeugt, bei Anna die größeren Chancen zu haben. So lässt er Hendrik allein nach Rotterdam fahren und versucht sich an Land als Kranführer, um bei Anna sein zu können.
      Bald muss er jedoch erkennen, dass er sich geirrt hat. In Wirklichkeit liebt Anna seinen Freund, und als Hendrik schließlich wiederkehrt, zeigt Willy sich als guter Verlierer. Er denkt nicht einmal daran, auf das Abkommen zu pochen: Künftig wird man zu dritt auf dem Schleppkahn fahren, der nunmehr "Anna" heißt ...

      Ähnlich wie in der ein Jahr zuvor entstandenen "Romanze in Moll", wenn auch mit freundlicheren Vorzeichen, setzte sich Käutner mit diesem Film eindeutig von der politischen Szenerie jener Jahre ab. "Unter den Brücken" war zunächst in Deutschland nicht zu sehen, die Premiere fand in Locarno im Jahre 1946 statt. In Deutschland lief der Spielfilm zuerst am 15. Mai 1950 in Göttingen. Die lyrische Atmosphäre des Films und seine unpathetische Menschlichkeit beschwören ein Glück, das im Deutschland von 1945 unerreichbar schien.

      "Mit dieser unpathetisch-poetischen "Komödie des Alltäglichen" schuf Käutner in den letzten Monaten des NS-Staats einen privaten Film, der den offiziellen Lebensmaximen gänzlich widersprach. Der Film ist durchflutet von einem lyrischen Realismus, der sich den atmosphärischen Stimmungen öffnet, um intimes Glück und zweckfreie Freundschaft ins Bild zu setzen. Momente poetischer Klarheit und privater Solidarität, fernab von den Heroismus- und Durchhalteparolen seiner Entstehungszeit, machen "Unter den Brücken" zu einem berührenden Plädoyer für ein privates, auf zwischenmenschlichen Beziehungen gegründetes Leben - und zu einer Absage an alles Totalitäre. Sensible Kameraführung, einfühlsame Musik (Bernhard Eichhorn) und Darsteller, die den optischen Realismus in Ausdruck und Habitus kongenial umsetzten, trugen zu diesem Meisterwerk wesentlich bei", schreibt das Lexikon des deutschen Films über "Unter den Brücken".

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      20:15 - 21:50 Uhr (95 Min.)
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