• 12.08.2012
      07:10 Uhr
      Im Bann des Steppenpferdes arte
       

      Die ehemalige Sportreiterin und Pferdenärrin Jacqueline Ripart aus Aix-en-Provence hat ihre Passion in Kirgisistan gefunden, wo sie seit sechs Jahren viel unterwegs ist, um das kirgisische "Urpferd" wiederzufinden. Wann immer sie hört, dass irgendwo Bauern oder Nomaden viele Pferde besitzen, sucht sie sie auf. Denn einer von ihnen könnte noch Exemplare der Rasse in seinen Ställen haben, mit der Dschingis Khan einst Zentralasien eroberte. Jacqueline Riparts Ziel ist es, das ausgestorbene Steppenpferd der Nomaden wiederzufinden, oder notfalls zurückzuzüchten.

      Sonntag, 12.08.12
      07:10 - 08:00 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Stereo

      Die ehemalige Sportreiterin und Pferdenärrin Jacqueline Ripart aus Aix-en-Provence hat ihre Passion in Kirgisistan gefunden, wo sie seit sechs Jahren viel unterwegs ist, um das kirgisische "Urpferd" wiederzufinden. Wann immer sie hört, dass irgendwo Bauern oder Nomaden viele Pferde besitzen, sucht sie sie auf. Denn einer von ihnen könnte noch Exemplare der Rasse in seinen Ställen haben, mit der Dschingis Khan einst Zentralasien eroberte. Jacqueline Riparts Ziel ist es, das ausgestorbene Steppenpferd der Nomaden wiederzufinden, oder notfalls zurückzuzüchten.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Thomas Wartmann

      Die Bewohner der ehemaligen Sowjetrepublik Kirgisistan verstehen sich als Nachfahren des großen Mongolenfürsten Dschingis Khan. Sie behaupten, ihre Söhne könnten reiten, bevor sie laufen lernen. Über 3.000 Jahre lang züchteten sie Pferde, die sich in ihrer Genügsamkeit ideal an die rauen Bedingungen des Nomadenlebens angepasst haben. Aber 70 Jahre Kommunismus haben tiefe Spuren in der kulturellen Identität des zentralasiatischen Landes hinterlassen. Es wurde unter den Sowjets, wie auch andere Rassen, zu produktivem Schlachtfleisch, obwohl es mit seiner zierlichen Statur nicht besonders als Fleischlieferant geeignet ist. Pferderennen und Reiterspiele, seit jeher Brauch bei Familienfeiern, wurden abgeschafft. Doch Anfang der 90er Jahre war der Spuk vorbei. Die Marx- und Lenindenkmäler stürzten, die Kolchosen wurden aufgelöst. Seither beschreiten die Kirgisen einen schwierigen Weg in die Marktwirtschaft und bemühen sich, die Nomadentraditionen wieder aufzunehmen.

      Die Dokumentation begleitet die ehemalige französische Sportreiterin Jacqueline Ripart bei ihren Bemühungen, die Zucht des kirgisischen "Urpferdes" neu zu beleben. Damit Stuten und Hengste zusammenfinden, veranstaltet sie am Issykkul-Kul, einem der höchsten Bergseen der Welt, alljährlich ein großes Reiterfestival. Berittene Bogenschützen, Bänkelsänger und die Jagd mit Adlern und Hunden gehören ebenso zum Programm wie Ringkampf auf Pferden und Ausdauerrennen über Stock und Stein.

      Der Film porträtiert auch den jungen Pferdetrainer Odiz bei den Vorbereitungen zum Festival 2006. An ihm und seinem zweijährigen Kirgisenhengst hängen die Hoffnungen seines Dorfes. Auch Abdillajan, seine acht Kinder und 16 Enkel sind siegesgewiss. Der ganze Hirtenclan lebt für den Pferdesport: Die Söhne spielen leidenschaftlich Kok Buro, eine Art Pferdefußball mit einem Ziegenbalg als Spielgerät. Und Tochter Asyyl ist Favoritin beim "Kiz Kumai", dem "Mädchenfangen". Den jungen Männern, die versuchen, ihr im gestreckten Galopp einen Kuss aufzudrücken, wird sie wohl wieder auf dem schnellsten Rappen der Familie entkommen und ihre glücklosen Widersacher - so will es die Spielregel - mit der Reitpeitsche traktieren.

      Sechs Jahren schon arbeitet Jacqueline Ripart an ihrem Projekt zur Rettung des kirgisischen Pferdes, kämpft gegen Korruption und bürokratische Willkür in einem im Umbruch befindlichen Land ohne Infrastruktur. Der Erfolg gibt ihr Recht: Die kulturelle Renaissance des alten Reitervolkes ist in vollem Gange.

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      Sonntag, 12.08.12
      07:10 - 08:00 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Stereo

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