• 14.08.2012
      03:30 Uhr
      1983. Am atomaren Abgrund Dokumentarfilm Großbritannien 2007 | arte
       

      Ende des Jahres 1983 spitzten sich die Spannungen zwischen der UdSSR und den USA dramatisch zu. Um Haaresbreite wäre es wegen des Verdachts, eine Übung sei in Wirklichkeit der Ernstfall, zu einer atomaren Katastrophe gekommen. Der Dokumentarfilm beleuchtet die bisher kaum bekannten Ereignisse während dieser Phase des Kalten Krieges, die die Bewohner der Erde innerhalb einiger Tage im November 1983 an den Rand des Abgrunds führten.

      Nacht von Montag auf Dienstag, 14.08.12
      03:30 - 05:00 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

      Ende des Jahres 1983 spitzten sich die Spannungen zwischen der UdSSR und den USA dramatisch zu. Um Haaresbreite wäre es wegen des Verdachts, eine Übung sei in Wirklichkeit der Ernstfall, zu einer atomaren Katastrophe gekommen. Der Dokumentarfilm beleuchtet die bisher kaum bekannten Ereignisse während dieser Phase des Kalten Krieges, die die Bewohner der Erde innerhalb einiger Tage im November 1983 an den Rand des Abgrunds führten.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Henry Chancellor

      Beginnend mit dem 2. November 1983 veranstaltete der NATO-Generalstab eine jährliche militärische Übung namens "Able Archer". Dieses europaweite zehntägige Manöver simulierte einen Atomkrieg. Doch in der angespannten politischen Situation hätte die Routineübung unter Realbedingungen beinahe zur Eskalation in eine nukleare Katastrophe geführt. Besonderen Verdacht auf einen ernst gemeinten atomaren Erstschlag der USA löste bei den Sowjets die Tatsache aus, dass bei diesem Manöver erstmals ein neues Kodierungsformat für die Nachrichtenübermittlung zum Einsatz kam.

      Außerdem hatte die Stationierung neuer Pershing-Raketen in Europa durch US-Präsident Ronald Reagan dem ohnehin latenten sowjetischen Misstrauen neue Nahrung geboten und das Wettrüsten angeheizt. Trotz zahlreicher Friedensdemonstrationen hielt Reagan an seiner harten Linie fest. So sprach er in einer Rede im März 1983 vom "Reich des Bösen". Im gleichen Monat startete er das "Star-Wars-Programm", das die Errichtung eines Gürtels von Waffen zum Abfangen sowjetischer Interkontinentalraketen vorsah.

      Auf sowjetischer Seite verstarb im Juni 1983 Leonid Breschnew. Neuer starker Mann der UdSSR wurde Juri Andropow als Generalsekretär der KPdSU, der 1967 bis 1982 Chef des Geheimdienstes KGB gewesen war. Der greise und kranke Andropow wollte um keinen Preis dem Westen gegenüber Schwäche zeigen. Und das gesamte Politbüro wollte nicht wieder auf so verheerende Weise überrumpelt werden wie bei Hitlers Überraschungsangriff im Juni 1941. Unter Andropow erreichte das Misstrauen auf sowjetischer Seite einen Höhepunkt. Für den Generalstab der Sowjetunion vervielfachten sich die Alarmzeichen. Bis zu dem Moment, als ein Militärsatellit - irrtümlich - den Start mehrerer Raketen meldete. Doch das besonnene Verhalten sowjetischer Militärs verhinderte die Katastrophe.

      Anhand von Archivbildern und szenischen Rekonstruktionen beleuchtet der Dokumentarfilm einen äußerst kritischen Moment des Kalten Krieges. Er erzählt die atemberaubende Geschichte der Novembertage 1983 und zeigt in der Rückblende die wichtigsten Momente, die diese Eskalation begleiteten, so zum Beispiel die Rede Ronald Reagans über das "Reich des Bösen", das "Star-Wars-Programm", die europäischen Friedensdemonstrationen und den Zwischenfall einer von sowjetischen Abfangjägern abgeschossenen südkoreanischen Passagiermaschine.

      Zu Wort kommen unter anderem Ted Bliss, damals Chef der Nuklearoperationen der NATO, Ronald Reagans Sicherheitsberater Robert Bud McFarlane, General Jesin von den sowjetischen Atomstreitkräften, KGB-General Kalugin, Robert Gates, Deputy Chief des englischen Geheimdienstes, Major Gennadi Ossipowitsch, der Pilot des sowjetischen Jagdbombers, der die südkoreanische Boeing abschoss, der in den Westen übergelaufene KGB-Spion Oleg Gordiewski sowie Rainer Rupp, Agent des DDR-Auslandsnachrichtendienstes, der von 1977 bis 1993 in der Politischen Abteilung im NATO-Hauptquartier in Brüssel arbeitete und erfolgreich spionierte.

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      Nacht von Montag auf Dienstag, 14.08.12
      03:30 - 05:00 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

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