• 30.07.2012
      05:00 Uhr
      Operation Skorpion Eine Frau im Visier des KGB | arte
       

      Am 20. Dezember 1976 springt Heidrun Hofer, Sekretärin beim Bundesnachrichtendienst (BND), aus einem Fenster im sechsten Stock des Landeskriminalamts (LKA) Bayern. Ohne ihr Wissen hatte sie sieben Jahre lang dem KGB Informationen verschafft. Als Opfer eines sogenannten Romeo-Agenten war sie in die Fänge des sowjetischen Geheimdienstes geraten. Verhältnisse mit jungen Frauen zu suchen, die aufgrund ihrer beruflichen Position an militärische Geheimnisse gelangten, war eine beliebte Methode der Spionage während des Kalten Krieges.

      Montag, 30.07.12
      05:00 - 06:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo HD-TV

      Am 20. Dezember 1976 springt Heidrun Hofer, Sekretärin beim Bundesnachrichtendienst (BND), aus einem Fenster im sechsten Stock des Landeskriminalamts (LKA) Bayern. Ohne ihr Wissen hatte sie sieben Jahre lang dem KGB Informationen verschafft. Als Opfer eines sogenannten Romeo-Agenten war sie in die Fänge des sowjetischen Geheimdienstes geraten. Verhältnisse mit jungen Frauen zu suchen, die aufgrund ihrer beruflichen Position an militärische Geheimnisse gelangten, war eine beliebte Methode der Spionage während des Kalten Krieges.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Andreas Dirr

      Im Kalten Krieg kannten Spionagemethoden weder Grenzen noch Skrupel. West- und Ostblock standen sich über Jahrzehnte feindlich gegenüber und versuchten, Kenntnis darüber zu erlangen, über welche Waffen, Methoden und Pläne der jeweilige Feind verfügte.

      Eine besonders perfide Methode des KGB war das "Werben unter falscher Flagge". Dazu spionierten die Agenten beispielsweise die individuellen Lebensgeschichten junger Frauen aus, um sich deren persönliche Schicksale zu Nutzen zu machen und gezielt sogenannte Romeo-Agenten auf sie anzusetzen. Eine Operation, die langer und gründlicher Vorbereitung bedurfte. Jurij Ivanowitsch Drosdow, KGB-General a.D., war dafür der ideale Mann. Er war mit der deutschen Sprache und Kultur sehr vertraut, weil er lange als "Illegaler" in Deutschland stationiert war.
      Der KGB plante damals, Agenten unter falscher Flagge auf rechtsnational gesinnte BND-Mitarbeiter und -Mitarbeiterinnen anzusetzen. Als Tarnung diente eine fingierte Altnazi-Organisation namens "Überlebensträger", die angeblich in Südamerika residierte. Der Kopf der Organisation war ein erdachter ehemaliger Wehrmachtsgeneral namens Baron von Hohenstein, gespielt von Jurij Drosdow. Der hatte für diese Rolle eigens Schauspielkurse beim Max-Reinhardt-Seminar in Westberlin belegt.

      Auch Heidrun Hofer, Kapitänstochter aus einem rechtsnationalen Elternhaus, glaubt die Geschichte von den geheimnisvollen Kameraden in Südamerika, als sie 1969 den attraktiven jungen Mann "Hans Puschke", einen Gefolgsmann Drosdows, in Paris kennenlernt. Nicht ahnend, wer hinter "Überlebensträger" wirklich steht, liefert sie ihrem Romeo-Agenten Informationen über NATO-Abwehroperationen. Anfang der 70er Jahre verlobt sie sich mit Hans, wird Mitglied der "Organisation" und lernt seinen angeblichen Vater, Baron von Hohenstein, kennen.
      Am 20. Dezember 1976 wird Heidrun Hofer verhaftet und wegen Spionage und Geheimnisverrat angeklagt. Während ihrer Vernehmung springt die getäuschte und verzweifelte Frau aus dem Fenster im sechsten Stock des Landeskriminalamtes in München, hatte sie doch sieben Jahre lang, ohne es zu wissen, dem KGB gedient. Sie überlebt den Sturz schwer verletzt.

      In "Operation Skorpion" redet Heidrun Hofer zum ersten Mal über ihre Erlebnisse. Die Dokumentation schildert packend die Realität des Kalten Krieges anhand der persönlichen Lebensgeschichte von Heidrun Hofer, die als Opfer und Täterin zugleich zwischen die Fronten geriet. Dabei gibt auch der KGB-General Jurij Drosdow, der zehn Jahre lang die Abteilung "Illegale Beschaffung" beim sowjetischen Geheimdienst leitete, einen Einblick in die Arbeitsweise des KGB.

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