• 25.06.2012
      13:25 Uhr
      Im Bann der Südsee (1/2) Der Herr auf Vailima | arte
       

      Der Schriftsteller Robert Louis Stevenson lässt sich 1890 mit seiner Familie in der paradiesischen Welt der Südsee nieder. Doch bald erkennt er, wie nahe beieinander auch in der vermeintlichen Wildnis Himmel und Hölle liegen ...

      Montag, 25.06.12
      13:25 - 14:55 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo HD-TV

      Der Schriftsteller Robert Louis Stevenson lässt sich 1890 mit seiner Familie in der paradiesischen Welt der Südsee nieder. Doch bald erkennt er, wie nahe beieinander auch in der vermeintlichen Wildnis Himmel und Hölle liegen ...

       

      1892 im Südpazifik: Der Schotte Robert Louis Stevenson, berühmtester Schriftsteller seiner Zeit, und seine Frau Fanny, langjährige Gefährtin durch viele Abenteuer hindurch, haben auf der Insel Upolu im Samoa-Archipel eine neue Heimat gefunden. Nicht nur der Wunsch, der beengten Welt Londons zu entkommen, sondern auch ein Lungenleiden Louis' zwingt ihn zu diesem Klimawechsel. Die Stevensons sind fasziniert von der Lebensweise der Eingeborenen und bauen ihr Anwesen in Vailima im Stil eines samoanischen Dorfes, einem "Fale" auf. Während Louis an seinem neuen Roman arbeitet, der das mit Begeisterung entdeckte exotische Inselleben schildert, kümmert sich Fanny um eine junge Samoanerin, die schnell von der ganzen Familie adoptiert wird.

      Doch bald bricht die raue Wirklichkeit in den Garten Eden ein: Die Habgier und die Intrigen der deutschen, englischen und amerikanischen Kolonialherren provozieren einen Bürgerkrieg auf der Insel. Kann Louis zwischen den Fronten vermitteln?

      "Im Bann der Südsee" beruht auf der wahren Geschichte des schottischen Schriftstellers Robert Louis Stevenson. Er wurde 1850 in Edinburgh geboren und starb 1894 auf Samoa. In seiner Jugend studierte er zunächst Technik und entwarf Leuchttürme. Aus Gesundheitsgründen - Stevenson erkrankte an Tuberkulose - wechselte er später zu Jura, widmete sich aber bald ausschließlich der Literatur. Um sein Lungenleiden zu lindern, zog es ihn immer wieder in südliche Länder: nach Südfrankreich, in die Schweiz, nach Kalifornien und in die Südsee. Seit 1890 lebte er auf Samoa, wo er 1894 starb. Seine Frau Fanny, geborene Osbourne, war ihm eine treue Lebensbegleiterin.

      Stevensons Werk besteht aus Reiseerzählungen, Abenteuerliteratur und historischen Romanen, aber auch aus Lyrik und Essays. Bekannt sind vor allem der spannende Abenteurerroman "Die Schatzinsel", sowie die Erzählung "Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde", die sich dem Phänomen der Persönlichkeitsspaltung widmet und auch als psychologischer Horrorroman gelesen wird.

      Der Regisseur und Drehbuchautor des Filmes, Daniel Vigne, geboren 1942, arbeitete zuerst als Assistent von Claude Lelouch. Große Anerkennung erntete er für das Mittelalter-Drama "Die Wiederkehr des Martin Guerre" (1982) mit Gérard Depardieu, für dessen Drehbuch er 1983 mit einem César belohnt wurde. Es folgten "Sommerkomödie" (1989), "Sommersby" (1993) mit Richard Gere und Jodie Foster in den Hauptrollen, sowie "Ein langer Weg in die Freiheit" (2002) und "Die Bestie der alten Berge" (2003) . Zuletzt realisierte er 2007 "Jean de La Fontaine - Le défi" und "Mission sacrée" (2011).

      Stéphane Freiss wurde direkt nach dem Abschluss seiner Schauspielausbildung ins Ensemble der Comédie Française übernommen. Parallel dazu debütierte er in Film und Fernsehen. In "Erste Sehnsucht" (1983) von David Hamilton war er an der Seite von Emmanuelle Béart zu sehen. Danach folgten "Vogelfrei" (1985) von Agnès Varda und "Der Mann mit dem Babytick" (1986), der ihn einem breiteren Publikum bekannt machte. 1988 wurde ihm für seine Rolle in "Chouans! - Revolution und Leidenschaft" (1988) der César für den besten männlichen Nachwuchsdarsteller verliehen. In "Fünf mal zwei" (2004) von François Ozon übernahm er die Hauptrolle. 2008 war er in Dany Boons "Willkommen bei den Sch'tis" und 2010 in Clint Eastwoods "Hereafter - Das Leben danach" zu sehen. 2011 realisierte er seinen ersten Kurzfilm "It Is Miracul'house".

      Jane Birkin, Jahrgang 1946, ist als Schauspielerin und Sängerin ebenso bekannt geworden wie als Popidol des "Swinging London" und Muse des Sängers Serge Gainsbourg. Antonioni besetzte sie 1966 in "Blow up", der später eine Goldene Palme in Cannes gewann. Ihr kurzer Auftritt mit entblößtem Oberkörper wurde zum Stadtgespräch Londons. Bei den Dreharbeiten für "Slogan" von Pierre Grimblat lernte die Wahlfranzösin Serge Gainsbourg kennen, ihr Lebensgefährte über zwölf Jahre hinweg. Schlagzeilen machte das Kultpaar 1969 mit dem Song "Je t'aime moi non plus", dessen offensive Erotik die Zensur auf den Plan rief. Während der siebziger Jahre veröffentlichte Jane Birkin mehrere Alben, spielte in etlichen Kinoproduktionen und erarbeitete sich einen exzellenten Ruf als geheimnisvolles Sexsymbol. 1987 macht Agnès Varda einen Film über sie und mit ihr, in der auch ihre Tochter Charlotte Gainsbourg zu sehen ist: "Jane B... wie Birkin". Ihre cineastische Karriere umfasst inzwischen über 70 Filme, unter anderem mit Romy Schneider, Brigitte Bardot, Alain Delon und Peter Ustinov. Eine Auswahl: "Der Swimmingpool" (1969), "Die Frau meines Lebens" (1986) von Régis Wargnier, "Die schöne Querulantin" von Jacques Rivette (1990), "Das Leben ist ein Chanson" (1997) von Alain Resnais, "The Last September" (1999) von Deborah Warner und "Ceci est mon corps" (2001) von Rodolphe Marconi. Zuletzt war sie 2011 in Hiner Saleems "Si tu meurs, je te tue" und Xavier Durringers "Hiver Rouge" zu sehen.

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