• 25.06.2012
      10:30 Uhr
      Bunte Götter Vom Farbrausch der Antike | arte
       

      Die weißen Marmorstatuen und -büsten sind Sinnbilder der Antike und stehen für die Kultur des Abendlandes. Doch nun hat der Archäologe Vinzenz Brinkmann gemeinsam mit einer Gruppe von Wissenschaftlern entdeckt, dass viele der Skulpturen nicht nur farbig, sondern geradezu kreischend bunt bemalt waren. Die Dokumentation begleitet Brinkmann nach Griechenland auf seiner Suche nach der historischen Wahrheit.

      Montag, 25.06.12
      10:30 - 11:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Die weißen Marmorstatuen und -büsten sind Sinnbilder der Antike und stehen für die Kultur des Abendlandes. Doch nun hat der Archäologe Vinzenz Brinkmann gemeinsam mit einer Gruppe von Wissenschaftlern entdeckt, dass viele der Skulpturen nicht nur farbig, sondern geradezu kreischend bunt bemalt waren. Die Dokumentation begleitet Brinkmann nach Griechenland auf seiner Suche nach der historischen Wahrheit.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Rudolf Schmitz

      Das allgemein vorherrschende Bild von der marmorweißen Antike steht zur Disposition. Ebenso wie die bis heute gepflegte Vorstellung von der "edlen Einfalt, stillen Größe", die Johann Joachim Winckelmann, Vater der Kunstarchäologie, der antiken Skulptur unterstellte. Denn viele der Skulpturen und Tempelarchitekturen waren nicht schlicht weiß, sondern von greller Buntheit und zeigten eine höchst irritierende und suggestive Bemalung. Kronzeuge der "farbigen" Antike mit ihren überaus bunten Göttern und Göttinnen ist der Archäologe Vinzenz Brinkmann, der die Antikensammlung des Frankfurter Museum Liebieghaus leitet.

      Gemeinsam mit einer Gruppe von Wissenschaftlern erforscht er seit mehr als 30 Jahren dieses Thema. Mit neuester Technik werden Farbreste auf Original-Skulpturen analysiert, Abdrücke von den Plastiken genommen und authentisch bemalt. Das Ergebnis war schockierend, ein greller Figurenreigen, der eher an Disneyland als an Alt-Athen denken lässt.

      Die Dokumentation folgt dem langen Weg der Erkenntnis, den die Kunsthistoriker in diesem Zusammenhang seit dem 19. Jahrhundert gegangen sind und konfrontiert den Zuschauer mit der erheiternd verstörenden Wahrheit einer popfarbenen Antike. Am Beispiel des sogenannten "Perserreiters", der einst auf der Akropolis stand, wird gezeigt, wie die Bemalung der Repliken zustande kommt.

      Die Dokumentation stellt die Frage, wie wir heute mit der Wahrheit der schockfarbenen Antike umgehen wollen. Wollen wir diese Sinnlichkeit der Antike wirklich sehen, ihre Erzähllust genießen, und in ihr pralles Leben eintauchen? Oder verletzt es unsere Gefühle, unsere Auffassung von abendländischer Kultur?

      Das Filmteam um Rudolf Schmitz reiste auf der Suche nach Antwort zum Aphaiatempel auf der Insel Ägina und erhielt schließlich sogar eine Sondergenehmigung für Dreharbeiten im Akropolis-Museum in Athen.

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